tz-Interview mit Uli Hoeneß

„Dann lassen wir richtig die Sau raus!“

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Der Manager und sein Star: Uli Hoeneß und Franck Ribéry.

Im tz-Interview legt Bayern-Manager Uli Hoeneß seine Gefühlswelt offen - und hofft: Der Pokalsieg war erst der Anfang!

Als der Schlusspfiff ertönte, kam das Strahlen in sein Gesicht – und es verschwand den ganzen Abend nicht mehr. Den K.o. in der Verlängerung gegen Dortmund noch mal abgewendet, den ersten Titel in den Händen. Als dann Franck Ribéry mit dem DFB-Pokal über den Platz sauste, grinste Manager Uli Hoeneß stolz wie ein kleines Kind.

Herr Hoeneß, beschreiben Sie uns Ihre Gefühlswelt?

Hoeneß: Ich bin sehr zufrieden, weil Dortmund unglaublich stark war. Wie die Mannschaft aufgetreten ist – einfach fantastisch. Es war ein wunderbarer Fußballabend mit einem tollen Spiel. Mit etwas Glück hätte Dortmund gewinnen können.

Wieso war es so ein schweres Spiel für Bayern?

Hoeneß:Weil gegen uns eben jeder Gegner 105 Prozent gibt. Das hat man doch auch bei den Sechzgern gesehen: Die krallen sich voll gegen uns rein und haben danach bis zum Spiel gegen Wehen gar nichts mehr gerissen.

Wie groß war Ihre Angst, dass es schiefgeht?

Hoeneß:Wenn du in der 91. Minute, zu diesem doofen Moment, den Ausgleich kriegst, ist es immer schwierig. Es bestand die Gefahr, dass die Mannschaft Angst bekommt – aber sie haben sich sofort wieder gefangen. Ich muss meinen Hut ziehen. Das zeigt unsere Moral, zeigt, dass die Mechanismen stimmen: Obwohl die Spieler müde waren, haben sie in der Verlängerung noch einmal zugelegt. Und dann haben wir ja noch Luca. Er steht immer richtig. Einfach erstaunlich!

Genauso wie Franck Ribéry…

Hoeneß:Franck hat das erste Tor super vorbereitet. Aber man muss auch sagen, dass dem ein Wahnsinns-Pass von Mark van Bommel vorausging. Das war ein Spielzug, der besser einfach nicht geht. Außerdem sollte man nicht immer nur über unsere Zugänge reden – die ganze Mannschaft, alle 25, haben fantastisch zusammengearbeitet.

Auch Kahn zeigte in der Verlängerung sein ganzes Können.

Hoeneß:Oliver hat eine super Leistung gezeigt. Vor allem in der Luft war er unglaublich stark, ein unglaublicher Rückhalt.

Wie sehr freuen Sie sich für Ottmar Hitzfeld?

Hoeneß:Ungemein. Ottmar und ich kennen uns seit über 30 Jahren, wir haben gemeinsam bei den Olympischen Spielen 1972 teilgenommen. Wir sind richtige Freunde geworden und werden das auch nach seinem Abschied bleiben.

Haben Sie schon eine Idee, wie Hitzfeld bei seinem Abschied gebührend geehrt werden kann?

Hoeneß:Noch wissen wir das nicht. Aber wir werden uns für Ottmar etwas ganz Besonderes überlegen.

Ist dieses Team schon jetzt eine große Mannschaft?

Hoeneß:Sie sind eine sehr gute Mannschaft. Eine große Mannschaft kann in dieser kurzen Zeit noch nicht gewachsen sein. Wenn wir auch noch den Uefa-Cup holen würden, wäre das eine gigantische Leistung – denn man sieht, dass die Kräfte nachlassen. Wenn sie das trotzdem auch noch schaffen: Chapeau! Das wäre im Sport nicht zu toppen. Dann könnten wir in vier Wochen richtig die Sau rauslassen.

Was jetzt noch nicht möglich ist…

Hoeneß:Es ist halt schade, dass wir diesen Titel mitten in der Saison feiern. Wenn der DFB-Pokalsieg unser Abschluss gewesen wäre, hätten wir das anders angepackt. Aber so haben wir ja schon wieder St. Petersburg vor der Brust. Wir können die Saison ja nicht einfach jetzt schon abhaken.

Wie nah ist der FC Bayern jetzt am Triple?

Hoeneß:So weit will ich nicht gehen. Wir haben zwei Titel eigentlich sicher, beim dritten warten wir ab. Das wäre etwas Historisches, etwas, was man nur alle 20, 30 Jahre schaffen kann.

Machen Sie sich Sorgen, dass diese Erfolge die Arbeit von Jürgen Klinsmann erschweren könnten?

Hoeneß:Nein, wir sind jetzt in dieser Saison, im Hier und Heute. Sollen wir denn jetzt darauf hoffen, in dieser Saison keinen Erfolg zu haben? Dieses Gerede ist für mich Blödsinn.

Quelle: tz

Quelle: tz

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