Die Verantwortlichen schweigen

Umsatz-Einbruch: In diesem Bereich muss Bayern einen Rückschlag einstecken

+
Das Bayern-Merchandising ging in der Saison 2016/17 um knapp elf Millionen Euro zurück.

Der FC Bayern hat im Merchandise-Bereich im Vergleich zum Vorjahr einen Umsatz-Rückgang zu verzeichnen - im Gegensatz zum Liga-Trend. Woran liegt das?

München - Wer in diesen Tagen den Fanshop des FC Bayern besucht, dürfte auf einige Schnäppchen stoßen. „Bis zu 40% Sale“ prangt in großen Lettern auf der Website des Online-Stores. Die Saison neigt sich langsam dem Ende entgegen, die Preise purzeln. Allerdings steckt hinter der Rabatt-Aktion wohl mehr als christliche Milde zu den Osterfeiertagen und der obligatorische Schlussverkauf zum Ende der Saison hin. 

Die Bayern lassen nichts unversucht, ihr Merchandise-Geschäft in Schwung zu bringen: Denn ausgerechnet beim sportlichen und finanziellen Überflieger der Liga (Umsatz von 587,8 Millionen Euro) brach der Umsatz in diesem Geschäftsfeld im Vergleich zur Vorsaison massiv ein: Der Branchenprimus machte im Geschäftsjahr 2016/17 genau 11,3 Millionen Euro weniger Umsatz als im Vorjahr. Das entspricht einem Minus um rund zehn Prozent. Erstmals seit vier Jahren rutschte der Merchandising-Umsatz unter die 100-Millionen-Euro-Marke.

Zwar setzen die Bayern im Merchandise-Geschäft immer noch mehr um als alle anderen Bundesligisten zusammen und befinden sich unter den fünf reichsten Fußball-Klubs weltweit, doch der negative Trend dürfte bei den Verantwortlichen an der Säbener Straße dennoch Besorgnis hervorrufen. 

Merchandising-Umsatz des FC Bayern schrumpft gegen den Liga-Trend

Der sinkende Umsatz ist nicht einfach mit einer allgemeinen Entfremdung zwischen Anhängerschaft und Vereinen erklärbar, denn davon wären wohl fast alle Klubs betroffen. Der FC Bayern schrumpfte 2016/17 jedoch gegen den Liga-Trend. Zwar sanken die Merchandise-Einnahmen der Erstliga-Vereine insgesamt um zehn Millionen, allerdings ist dies wohl auf den Abstieg der Traditionsklubs VfB Stuttgart und Hannover 96 zurückzuführen. Diese These wird dadurch gestützt, dass die Merchandising-Einnahmen in der zweiten Liga im selben Zeitraum um rund zehn Millionen Euro stiegen. In der Summe blieb der Merchandise-Umsatz also stabil - und das trotz der bayerischen Schwäche.

Auch der BVB, Hannover und Gladbach verlieren 

Dies zeigt auch eine Umfrage der Sport Bild unter allen Vereinen: Demnach konnten vierzehn Klubs ihren Merchandising-Umsatz steigern oder halten, bei Vieren sank er: „Neben Bayern verzeichneten nur Hannover (-700.000 Euro), Dortmund (-400.000 Euro) und Gladbach (keine Angabe) einen Rückgang“, berichtet die Sport Bild. Hannover erklärt sich Negativ-Zahlen durch den Abstieg in die zweite Liga, der auf die Trikot-Verkäufe drückte. Gladbach geht von einem einmaligen Effekt in Verbindung mit einem Sponsorenwechsel zur Saison 2018/19 aus. Dieser wirke sich bereits auf den Trikot-Verkauf aus. 

Wo liegen die Gründe? Der FC Bayern schweigt

Für die Borussia aus Dortmund bewegt sich der leichte Rückgang im Bereich der üblichen Schwankungen, Wachstumspotentiale sehe man aber in erster Linie im Ausland. Signifikantes Wachstum auf dem nationalen Markt hänge auch mit außergewöhnlichen sportlichen Erfolgen zusammen, so Dortmund-Geschäftsführer Carsten Cramer gegenüber Sport Bild

Der FC Bayern hingegen wollte sich zu dem Thema und möglichen Gründen für den Rückgang nicht äußern. Ausrüster adidas verwies darauf, man kommentiere Verkaufszahlen grundsätzlich nicht öffentlich.

dk

Auch interessant

Meistgelesen

James-Zukunft: Rummenigge macht klare Ansage
James-Zukunft: Rummenigge macht klare Ansage
Gareth Bale zum FC Bayern? Dem Waliser steht eine Entscheidungs-Woche bevor
Gareth Bale zum FC Bayern? Dem Waliser steht eine Entscheidungs-Woche bevor
„Das ist so potthässlich“: Fans schimpfen übel über neues Bayern-Trikot
„Das ist so potthässlich“: Fans schimpfen übel über neues Bayern-Trikot
„Amateure“: Rummenigge wütet gegen DFB-Spitze und bringt Ex-FCB-Star ins Gespräch
„Amateure“: Rummenigge wütet gegen DFB-Spitze und bringt Ex-FCB-Star ins Gespräch

Kommentare