Anruf im „Doppelpass“

Hoeneß sorgt für bizarren TV-Moment - und kündigt neue Attacken an: „Immer wenn ich ...“

Bayern-Präsident Uli Hoeneß sorgt mit einem Spontan-Anruf beim „Doppelpass“ für einen TV-Hammer. Grund für seinen Auftritt: die Kritik an Hasan Salihamidzic.

  • Bei der sonntäglichen Fußball-Debatte beim „Doppelpass“ war der FC Bayern und die Rolle von Sportdirektor Hasan Salihamidzic Thema. 
  • Tenor der Runde: „Brazzo“ kommt hinter der Alphatieren Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge kaum zur Geltung.
  • Plötzlich war Bayern-Präsident Uli Hoeneß in der Telefonleitung und echauffierte sich über die Diskussion um Salihamidzic. 

Update vom 13. November 2019, 7.30 Uhr: Der wütende Anruf von Uli Hoeneß in der Sport1-Sendung „Doppelpass“ sorgte am Sonntag für Furore. Jetzt könnte die Geschichte eine Fortsetzung bekommen: Kommt der noch Bayern-Präsident am Sonntag in die kommende Sendung? Themen gäbe es genug: Hasan Salihamidzic, den Hoeneß so leidenschaftlich verteidigt hatte, soll Befördert werden und Hoeneß selbst tritt am 15. November zurück.

Die entscheidende Frage lautet, „welche Qualität auch eingeladen ist“. Davon will Bayern Münchens scheidender Präsident Uli Hoeneß abhängig machen, ob er eine Woche nach seinem viel diskutierten Anruf in der Fußball-Talkrunde „Doppelpass“ von Sport1 am Sonntag auch persönlich erscheint. So hatte er es zumindest Moderator Thomas Helmer gesagt.

„Uli Hoeneß ist jederzeit bei uns willkommen, auch am Sonntag“, sagte Jörg Krause der Deutschen Presse-Agentur. Der Leiter der Talksendung hat aber bisher noch nichts gehört vom Bayern-Präsidenten. Zur Besetzung am Sonntag gehören laut Krause der ehemalige Bayern-Spieler Stefan Effenberg sowie der Kabarettist Serdar Somuncu.

„Er kann aber auch anrufen, wenn er will“, sagte Krause, der sich immer noch über den Coup für den Sportsender freut. „Außer Hoeneß würde keiner auf die Idee kommen, bei uns während der Sendung anzurufen.“ Der Bayern-Präsident hatte die Aktion offensichtlich geplant. „Er hat sich extra vor einige Tagen meine Nummer von unserem Bayern-Reporter geben lassen“, erklärte Krause.

Hoeneß ist ein gern gesehener Gast, denn auch im Studio ist er für spektakuläre Aussagen bekannt. Im Februar sagte er den inzwischen legendären Satz: „Wenn Sie wüssten, was wir alles schon sicher haben für die kommende Saison...“

Hoeneß sorgt für bizarren TV-Moment - und kündigt neue Attacken an: „Immer wenn ich ...“

Update vom 10. November 2019, 17.40 Uhr: Nach seinem Anruf mitten in einer TV-Talksendung hat Uli Hoeneß ähnliche Aktionen für die Zeit nach seiner Präsidentschaft beim FC Bayern angekündigt. „Der eine oder andere Journalist wird sich jetzt schon gefallen lassen müssen, dass ich die Abteilung Attacke wieder ausfahre, jetzt wo ich dann keine offizielle Funktion mehr habe“, sagte 67-Jährige am Sonntagabend nach dem Sieg der Münchner Basketballer gegen Alba Berlin. 

Bizarre Szene bei „Doppelpass“: Hoeneß will Aktion wiederholen

Am Abend antwortete er auf die Frage, ob er künftig öfter solche Anrufe vorhabe: „Ja, das habe ich den Herren schon angekündigt. Immer wenn ich Unsachliches höre und sehe, werde ich den Verein wie eine Glucke bewachen.“ Hoeneß tritt bei der Jahreshauptversammlung der Bayern am Freitag nicht mehr als Präsidenten-Kandidat an. Er wird danach einfaches Aufsichtsratsmitglied in München bleiben.

Bizarre Szene: Wütender Live-Anruf bei „Doppelpass“ - Hoeneß lässt im TV Dampf ab - Video

München - In den letzten Tagen als Bayern-Präsident sorgt Uli Hoeneß nochmal für einen echten TV-Hammer! Als am Sonntagvormittag die Expertenrunde im Sport1-„Doppelpass“ die aktuelle Trainer-Debatte und die Rolle von Sportdirektor Hasan Salihamidzic beim deutschen Rekordmeister diskutiert, kündigt plötzlich Moderator und Ex-Bayern-Spieler Thomas Helmer an, dass er keinen Geringeren als Hoeneß persönlich am Telefonhörer habe. 

Mit „Uli, was liegt dir auf dem Herzen?“, führt Helmer den Noch-Präsidenten in die Runde ein. Und Hoeneß kommt gleich zur Sache: „Ich habe folgendes auf dem Herzen: Dass große Teil der Runde sich total despektierlich über Hasan Salihamidzic hier äußern.“ 

Hoeneß verteidigt Salihamidzic beim „Doppelpass“: „Pavard, Hernández und Davies allein auf seinem Mist gewachsen“

Es folgt ein Plädoyer für die bisherige Arbeit von „Brazzo“: „Ich muss ehrlich sagen: Hasan hat einen guten Job in diesem Jahr gemacht. Ich darf daran erinnern, dass die Transfers von Pavard, Hernández und nicht zuletzt Davies allein auf seinem Mist gewachsen sind, und wir sind glücklich, dass wir mit diesen drei Spielern schon sensationelle Transfers gemacht haben.“

Tatsächlich kam der Bayern-Sportdirektor in der Runde, der Michael Rummenigge, Ex-Bayern-Spieler Thomas Strunz, Marcel Reif, Ex-Schalke-Profi Sascha Riether, Kai Traemann (Bild) und Marco Fenske (RND) beiwohnte, nicht gut weg. Der Tenor der Experten: Salihamidzic kommt hinter den Alphatieren Rummenigge und Hoeneß kaum zur Geltung.  

Bayern-Präsident Hoeneß beim „Doppelpass“: „Es ist unverschämt, wie über ihn gesprochen wurde“

Zu viel für Hoeneß, der wohl spontan zum Hörer griff, um via Telefon ordentlich Dampf abzulassen. „Dass er nicht ständig genannt wird zwischen Karl-Heinz und mir, ist klar. Aber er kommt in der öffentlichen Wahrnehmung zu schlecht weg. Es ist unverschämt, wie über ihn gesprochen wurde, als gäbe es ihn gar nicht. Gerade in den letzten Wochen, in all diesen Entscheidungen, war er voll integriert und hat einen ganz wesentlichen Beitrag geleistet. Mit ihm werden wir beim FC Bayern noch viel Spaß haben", mahnte Hoeneß aufgebracht. 

Hoeneß kontert „Doppelpass“-Einladung: „Muss schauen, welche Qualität eingeladen ist“

Helmer nutzte dann auch die Möglichkeit und hakte bei Hoeneß nach, wie der aktuelle Stand bei Salihamidzic und einer Beförderung in den Sportvorstand laute. „Das ist eine Sache, die morgen im Aufsichtsrat auf der Tagesordnung steht und morgen nach der Aufsichtsratssitzung können wir euch genau sagen, was da entschieden wurde. Wir sind ein ziemlich demokratischer Verein.“

Als Helmer dann Hoeneß eine Einladung für kommenden Sonntag aussprach, konterte der 67-Jährige schlagfertig: „Da muss man dann schauen, welche Qualität eingeladen ist.“ 

Nachdem er sich Luft gemacht hatte, verabschiedete er sich dann auch genauso plötzlich, wie er angerufen hatte: „Ich wünsche euch noch einen schönen Vormittag! Alles Gute! Tschüss!“  

Vor während und nach der Bundesligapartie kam es übrigens zu einigen Ausschreitungen unter rivalisierenden Fans in der Allianz Arena

kus

Rubriklistenbild: © picture alliance / augenklick/fi / dpa Picture-Alliance / firo/Sebastian El-Saqqa

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