Zé Roberto über den Tod des Vaters

"Eine Wunde, die zuwächst"

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Zé Roberto wurde nach seiner Rückkehr beim FC Bayern eine wichtige Stütze im Mittelfeld.

Tokio - Zé Roberto war ein Eckpfeiler in der Bayern-Mannschaft der letzten Saison. In Tokio nahm er sich Zeit zum tz-Interview – trotz Jetlag.

Zé, was halten Sie von der Asien-Tour?

Zé Roberto:Ich sehe das positiv. Wir sind noch in der Vorbereitung, deshalb ist der Trip machbar.

Wie ist das Training unter Jürgen Klinsmann?

Zé Roberto:Für mich ist es totales Neuland. Unvergleichbar mit allem, was ich bisher erlebt habe. Fitness und Technik in einer Mischung, die wirklich gut ist.

Und der große Trainerstab?

Zé Roberto:So viele sind es auch nicht. Für jeden Bereich einer. Ist doch super. So können wir individuell und abwechslungsreich trainieren.

Wie wirkt Klinsmann auf Sie?

Zé Roberto:Ein junger und moderner Trainer und ein guter Mensch wie es mir scheint. Man kann stets den Kontakt zu ihm suchen. Er hat immer für einen Zeit.

Und Martin Vasquez?

Zé Roberto:Ähnlich. Er fragt, ob uns das Training gefällt, ob wir uns wohl fühlen. Ein guter Typ.

Telefonscherze und Krückenkicks - Der Fototermin des FC Bayern

Telefonscherze und Krückenkicks - Der Fototermin des FC Bayern © sampics
Franck Ribéry kickt mit Krücken, Poldi treibt Telefonscherze, und Klose hadert mit seiner Garderobe: Sehen Sie hier die besten Fotos vom Fototermin. © sampics
Der Fotografenandrang ist riesig. © dpa
Der alljährliche Fototermin des Rekordmeisters mit den neuen Trikots fand in einer Turnhalle auf dem Vereinsgelände an der Säbener Strasse statt. © dpa
"Moni? Ja, hier ist der Lukas. Wollt nur sagen: Dauert noch etwas. Und der Franck macht schon wieder Blödsinn" - Ob Poldi hier nach Haus' telefoniert? © dpa
Jürgen Klinsmann posiert mit dem Ball. © dpa
"Högschde Eisabahn, mir habat bald Training!" - Jürgen Klinsmann schaut auf die Uhr. © dpa
Die Mannschaft posiert bereitwillig für die Teamfotos - in allen drei Trikots. © dpa
Das Bayern-Team im Heimtrikot © sampics
Das Bayern-Team im Auswärtstrikot © sampics
Das Bayern-Team im umstrittenen Champions-League-Trikot, das in der "Löwen-Farbe" Blau gehalten ist. © sampics
Abseits der Kameras: Hans Jörg Butt, Thomas Kraft und Willy Sagnol (v.l.) legen ein Päuschen ein. © sampics
Poldi hingegen findet die Kameras äußerst interessant - und schaut bei einem Experten durch die Linse. © dpa
Seine Beine machen nach seinem Syndesmoseriss noch nicht so richtig mit, aber Franck Ribéry kann's auch mit der Krücke. © sampics
Jürgen Klinsmann sitzt für die Fotografen auf der Bank. © sampics
Franck Ribéry humpelt vor seinen Teamkollegen davon. © dpa
Turnhalle rauf, Turnhalle runter: Franck Ribéry übt sich im Krücken-Dauerlauf. © dpa
Spaß mit Fans: Tim Borowski, Miroslav Klose, Mark van Bommel, Daniel van Buyten und Franck Ribéry (v.l.) haben sich als Anhänger ihres eigenen Clubs verkleidet. © sampics
"Ey, Trainer!" - Franck Ribéry treibt Schabernack mit seinem neuen Chef. © dpa
"Bitte lächeln!" Das fiel Jürgen Klinsmann noch nie schwer. © dpa
Miroslav Kloses Blick sagt alles: So ganz ist er nicht überzeugt von seinem Outfit. © dpa
Ein gelangweilter Jürgen Klinsmann und sein gelangweilter Trainerstab © dpa
Poldi hebt ab! Und testet mal einen anderen Ball. © dpa
Ein Suchbild! Auf diesem Foto haben wir einen Franck Ribéry versteckt. Sie erkennen ihn an den weißen Zähnen. © dpa
Franck Ribéry vergeht das Lachen einfach nicht. © dpa
Sind das Manieren? Lukas Podolski zeigt seinem Stürmerkollegen den Stinkefinger - hoffentlich nur aus Versehen. © dpa

Kein Problem, dass beide noch keinen Top-Klub trainiert haben?

Zé Roberto:Nein. Wenn sie bei Bayern sind, dann hat das schon seinen Grund.

Wird Klinsmann zu kritisch beobachtet, zu schnell kritisiert?

Zé Roberto:So ist das bei jedem Top-Klub. Alex Ferguson würde es hier genauso gehen. Außerdem hat uns Ottmar Hitzfeld mit viel Erfolg verlassen. Ist doch normal, dass es nicht leicht für den nächsten Trainer wird. Er braucht Erfolg und das kreiert Druck.

Im Mittelfeld drängeln sich van Bommel, Borowski, Schweinsteiger, Altintop, Ottl, Sosa, Kroos, Ribéry. Spüren Sie Druck?

Zé Roberto:(lacht) Nein, nein. In jedem Ranking stand ich letztes Jahr ganz oben. Und das, obwohl ich nicht auf meiner Position spielen durfte. Ich war der erste Mann vor der Abwehr, sehr defensiv. Und da war ich einer der besten der Liga. Wovor soll ich Angst haben?

Weil der Ärger vorprogrammiert ist.

Zé Roberto:Das ist Fußball. Du musst um deinen Platz kämpfen, fertig, aus. Nicht einfach, aber so ist das.

Zé Roberto mit tz-Reporter Mario Volpe in Tokio

Sie sind 34. Wo liegt der Unterschied zur neuen Spielergeneration?

Zé Roberto:Diese Generation bekommt viel schneller und einfacher wertvolle und kostspielige Dinge im Leben. Ein 18-Jähriger fährt schon einen 80 000-Euro-Wagen. Das gab es früher nicht. Wenn sie keinen haben, der sie auf den rechten Weg weist, stürzen sie ab und kommen nicht mehr zurück.

Sie haben viermal das Double mit Bayern geholt…

Zé Roberto:Ja, ich weiß. Die Champions-League fehlt. Aber es ist möglich. Wir können es doch schaffen.

Auch im ersten Jahr von Michael Rensing?

Zé Roberto:Wenige bekommen die Chance, Bayern-Torwart zu werden. Er muss sie nutzen, denn sie kommt nie wieder. Er kann hier ganz groß rauskommen und ich glaube an ihn.

Es ist ihr letztes Bayern-Jahr. Keine Lust, weiterzumachen?

Zé Roberto:Das war kein Thema.

Und wo soll es dann hingehen, USA?

Zé Roberto:Ich hatte Kontakt zum FC Dallas. Sie hatten Interesse. Das Leben ist gut dort. Mit Beckham wächst die Euphorie in den USA. Auch meine Kinder hätten dort gute Zukunftschancen. Vielleicht lande ich ja dort.

Ein trauriges Thema: Ihr Vater ist kürzlich gestorben.

Zé Roberto:Ja, es war schwierig. Nach meinem Urlaub kam die traurige Nachricht. Aber mit Gottes Kraft habe ich wieder Frieden in meiner Seele gefunden.

War er krank?

Zé Roberto:Am Rande der Leber war eine Vene entzündet. Er war schwach, dünn und schaffte die Operation nicht rechtzeitig. Er wurde nur 68.

Wie war ihr Verhältnis?

Zé Roberto:Wenn ich in Brasilien war, haben wir uns gesehen. Selbst als meine Eltern sich getrennt haben, als ich zwölf war und ich bei Mutter blieb, war das Verhältnis nicht schlecht.

Schwierig, sich auf Fußball zu konzentrieren?

Zé Roberto:Es geht. Es ist wie eine Wunde die langsam zuwächst. Irgendwann sind wir alle an diesem Punkt. Es gehört zum Leben dazu.

Quelle: tz

Quelle: tz

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