Nach Zoff zwischen Hoeneß und dem DFB

Bierhoff über die Bayern: „Bei einem Großverein bist du einer von vielen und schwimmst mit“

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Immer wieder Ärger: der jüngste Auslöser für die Fehde zwischen DFB und FCBwar die Torhüterfrage um Neuer und ter Stegen.

Oliver Bierhoff erklärt, was es für die Entwicklung eines Spielers bedeutet, bei einem Verein vom Kaliber der Bayern zu spielen. Zuletzt hatte es zwischen dem DFB und dem Klub gekracht.

München - „Deren Stärke ist ja immer, in den Wald zu gehen und zu pfeifen“, sagt  Bayern-Präsident Uli Hoeneß vor drei Wochen über den DFB. Spätestens mit dieser Aussage war der Torwart-Zoff um Manuel Neuer und Marc-André ter Stegen eröffnet, ein neues Streitkapitel zwischen dem FC Bayern und dem deutschen Fußball-Bund aufgeschlagen. Eine endlose Auseinandersetzung? Nicht, wenn es nach Oliver Bierhoff geht.

„Unser Verhältnis ist gut und war auch damals gut“, versuchte DFB-Direktor Oliver Bierhoff einige Wochen nach den Bayern-Attacken zu beschwichtigen. Die tz fragte nach: Warum kracht es immer wieder mit dem FC Bayern, Herr Bierhoff?

„Es gibt immer eine vertrauensvolle Zusammenarbeit, weil wir voneinander profitieren und aufeinander angewiesen sind“, sagt Bierhoff einleitend, gibt aber auch zu: „Dann gibt es immer mal wieder punktuelle Störfeuer, die sich aus Situationen heraus ergeben.“ Heißt im Klartext: Vor allem, wenn die Münchner ihre eigenen Interessen durch den DFB in Gefahr und FCB-Spieler schlecht behandelt sehen, schießen sie aus allen Rohren gegen den Verband. Bierhoff versöhnlich: „Die Diskussion um Manuel Neuer hat jetzt nicht dazu geführt, dass es irgendwie Unruhen gibt.“

FC Bayern: Bierhoff und Löw sorgten für Verstimmung

Stimmt. Was den Bayern allerdings ebenfalls nicht gefallen hat, waren die Aussagen von Bierhoff und Bundestrainer Joachim Löw während der Länderspielpause im September. Beide DFB-Angestellten verrieten, dass sie es als durchaus positiv empfanden, dass sowohl Kai Havertz als auch Timo Werner im Sommer nicht aus Leverkusen und Leipzig nach München gewechselt waren.

Auf tz-Nachfrage präzisierte Bierhoff nun die Kommentare von damals: „Es ging bei den Aussagen weniger darum, dass einer zu Bayern geht, sondern um die Entwicklung von Spielern. Und da sind wir wirklich froh, dass die Spieler Erfahrung in der Champions League sammeln und international dazu lernen.“

FC Bayern: Schadet der Verein der Entwicklung junger Spieler?

Bierhoff weiter: „Für die Spieler – und das ist auch unsere Meinung – ist es gut, in Mannschaften zu reifen und auch eine führende Rolle einzunehmen. Wenn du natürlich zu einem Großverein wie Bayern, Barcelona oder Manchester City gehst, dann bist du wieder einer von vielen und schwimmst in gewissem Sinne mit.“

Konkret auf Werner und Havertz bezogen, erklärt Bierhoff: „Für die Entwicklung der beiden ist es ganz gut, mehr Gewicht auf den Schultern in den Vereinen zu haben.“ Gut möglich allerdings, dass Kai Havertz sich nach dem EM-Sommer einem absoluten Top-Klub anschließt – und diese Entscheidung wird er auch mit dem Bundestrainer besprechen. Das ließ er gestern in Dortmund bereits durchblicken: „Ich höre gerne auf viele Leute, aber letztendlich muss ich die Entscheidung selbst treffen. Klar ist aber auch, dass ich gerne Ratschläge vom Bundestrainer annehme, weil er viel Erfahrung hat. Es wäre schlecht, wenn ich da nein sagen würde.“

Beim FC Bayern wird man in jedem Fall genau hinhören, was Jogi Löw seinem Jahrhundert-Talent auf den Weg gibt. Möglich, dass es danach wieder kracht.

Erst vor wenigen Tagen hatte Bierhoff deutlich gemacht, dass er einige Dinge im deutschen Fußball umkrempeln will.

In unserem Live-Ticker halten wir Sie über die aktuellen Geschehnisse des Länderspiels gegen Estland auf dem Laufenden. Der Anpfiff ist am Sonntag um 20.45 Uhr.

Video: Hoeneß nimmt schockierende Aussage zurück

Manuel Bonke

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