Flick-Abschied bahnt sich an

FC Bayern: Für Matthäus ist „die Sache durch“ - Löw gibt Flick gut gemeinten Ratschlag

Jogi Löw (l.) und Lothar Matthäus (r.) äußern sich zur Zukunft von Hansi Flick.
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Jogi Löw (l.) und Lothar Matthäus (r.) äußern sich zur Zukunft von Hansi Flick.

Bayern-Trainer Hansi Flick gilt als Kandidat für die Nachfolge von Bundestrainer Jogi Löw. Sky-Experte Lothar Matthäus hat sich in der Personalie festgelegt.

München - Der FC Bayern verliert im Champions-League-Viertelfinale gegen Paris Saint-Germain. Doch das alles bestimmende Thema an diesem Abend war einmal mehr Trainer Hansi Flick und die Frage, ob er in München bleibt oder im Sommer nach der Europameisterschaft die Nachfolge von Jogi Löw als Bundestrainer antritt. Die Zeichen auf letzteres verdichten sich. Lothar Matthäus legt sich schon fest. Thomas Müller platzt der Kragen.

Matthäus legt sich bei Flicks Zukunft fest

„Für mich ist die Sache durch! Aufgrund der ganzen Aussagen. Das ist nicht das, was ich denke, sondern das, was ich höre. Oliver Kahn, Hasan Salihamidzic und Hansi Flick haben alle klare Aussagen gemacht und keine Aussage hat mich überzeugt, dass es eine Zukunft über die Saison hinaus gibt“, sagte Lothar Matthäus nach der 2:3-Niederlage der Bayern im Viertelfinal-Hinspiel gegen PSG am Mittwochabend bei Sky.

Die Aussagen von Sportvorstand Hasan Salihamidzic waren vor der Partie in der Tat einmal mehr nebulös. Immer wieder wich er der klaren „Ja oder Nein“-Frage aus. Auch Vorstandsmitglied Oliver Kahn und Flick selbst vermieden zuletzt ein klares Bekenntnis. Einzig Flick-Befürworter Karl-Heinz Rummenigge sprach ein Machtwort. Der Bayern-Boss will seinen Erfolgstrainer nicht abgeben, Flick habe schließlich noch einen Vertrag bis 2023.

Matthäus rechnet mit baldiger Flick-Entscheidung - Termin bei Oliver Kahn im Büro?

Matthäus hat aus alledem seine Schlussfolgerung gezogen. „Hansi ist ein geradliniger Typ. Jetzt stehen viele wichtige Spiele an. Am Samstag in Leipzig war ein wichtiges Spiel, heute war ein wichtiges Spiel, am Dienstag ist ein wichtiges Spiel. Danach hat er einen Termin bei Oliver Kahn im Büro an der Säbener Straße“, vermutet der Ex-Bayern-Spieler, der selbst ein Kandidat auf den Bundestrainer-Posten sein soll. Moderator Sebastian Hellmann fragt erstaunt nach, ob er das wisse. „Ich gehe davon aus“, erwidert der 60-Jährige. Für Matthäus steht fest, dass Hansi Flick den FC Bayern am Saisonende verlassen werde. Was viele seit langem denken, hat Matthäus nun erstmals in aller Deutlichkeit ausgesprochen.

Laut der Sport Bild ist der Bayern-Trainer „unzufrieden über die Arbeitssituation“ und habe das bei der Klubführung erneut hinterlegt. Trotz einer öffentlich kommunizierten Aussprache mit Salihamidzic liegt in der Zusammenarbeit zwischen den beiden wichtigsten sportlichen Entscheidungsträgern im Klub einiges im Argen. Die Entscheidung, den auslaufenden Vertrag von Flick-Liebling Jerome Boateng nicht zu verlängern, könnte das Fass zum Überlaufen gebracht haben.

FC Bayern: Flick gibt Schauspielerei zu - Löw gibt Ratschlag

Auf der Pressekonferenz auf den Boateng-Abschied angesprochen, reagierte Flick dünnhäutig. „Das beantworte ich nicht. Ich muss hier professionell antworten. Alles muss ich nicht beantworten, weil ich es nicht möchte.“ Flick fügte an: „Ich muss da ein bisschen, wie soll ich sagen, Schauspielern auch. Das gehört auch dazu zum Trainerjob.“ Möglicherweise hat Flick auch zu seiner Zukunft geschauspielert? Ist er der Bundestrainer-Frage bisher einfach nur ausgewichen, obwohl seine Entscheidung schon lange steht? 

Noch-Bundestrainer Jogi Löw wurde in der Halbzeit bei Sky auf seinen möglichen Nachfolger Flick angesprochen. „Ich habe mal mit ihm gesprochen zuletzt, aber nicht über dieses Thema. Er muss selber entscheiden, ob er das machen möchte oder nicht. Er hat in München einen Vertrag. Wie seine Gedanken sind, weiß ich nicht“, sagte Löw. Offenbar hängt alles an Flick, der DFB würde ihn wohl mit offenen Armen empfangen.

Müller soll Flick-Frage beantworten - Heftiger Schlagabtausch mit Moderator folgt

Auch Thomas Müller wurde nach der Partie zur Zukunft von Flick gefragt und reagierte auf die Thematik genervt. „Ich weiß jetzt nicht, ob das eine Frage ist, die ich hier beantworte. Erstens weiß ich es nicht und zweitens hat das hier überhaupt keinen Platz“, so der Bayern-Anführer.

„Wir haben heute ein Riesen-Spiel gesehen, auf jeden Fall ein wildes. Ich glaube, das ist eher was für den Boulevard.“ Moderator Hellmann konterte, dies sei „etwas für jeden Fußball-Interessierten.“ „Ach so, aber wir reden ja seit Wochen über solche Themen, heute geht es um die Champions League“, stellte ein zermürbter Müller klar, der im Spiel kurzzeitig von einer Kopfverletzung ausgebremst wurde. (ck)

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