Weiter Geisterspiele in der Bundesliga

FC Bayern mit Master-Plan für Stadion-Rückkehr der Fans - Beim BVB denkt man schon an einen brisanten Termin

Die Hoffnungen auf eine baldige Zuschauer-Rückkehr in die Fußballstadien haben sich nach dem Corona-Gipfel mit Kanzlerin Merkel vorerst zerschlagen - nicht aber bei FCB-Vorstandsboss Rummenigge.

  • In Deutschland sollen Großveranstaltungen wegen Corona bis zum 31. Dezember verboten bleiben. 
  • FCB-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge glaubt an einen Bundesliga-Start schon im November.
  • Die Argumente dafür legt Rummenigge, der kürzlich Bayerns Ministerpräsident Markus Söder traf, im tz-Interview dar.

München - Die Stadiontore bleiben vorerst zu. Hatten sich Fans, Fußballer und Bosse bis vor Kurzem noch Hoffnungen auf einen Bundesliga-Start vor Zuschauern gemacht, so wurden diese spätestens nach dem Politik-Gipfel zwischen Kanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten am Donnerstag im Keim erstickt.

Alle bundesweiten Sportveranstaltungen, inklusive Bundesliga, seien zwar ausdrücklich separat von der Ausweitung des Verbots von Großveranstaltungen bis Jahresende zu betrachten, einen Stichtag für die Rückkehr des Sports vor Publikum blieb die Politik jedoch schuldig. Bei einer Vielzahl von Bundesligisten, darunter auch beim FC Bayern, reagiert man dennoch mit vorsichtiger Zuversicht auf die Berliner Beschlüsse. Die einhellige Meinung unter den Fußballchefs: Schon im November könnte die Geisterstimmung in den Arenen der Bundesliga ein für allemal vorbei.

Bundesliga-Start nach Corona: „Finanzielle Aspekte sind für uns im Moment zweitrangig“ (Rummenigge)

So denkt auch Karl-Heinz Rummenigge, der sich schon seit geraumer Zeit für eine Fan-Rückkehr unter Einhaltung eines tragfähigen Sicherheits- und Hygienekonzepts stark macht. Im Gespräch mit der tz unterstreicht der Vorstandsvorsitzende des frisch gebackenen Triple-Siegers diese Haltung und verweist dabei auf die Vorbildfunktion, der der deutsche Fußball bereits bei der Wiederaufnahme des Spielbetriebs Mitte Mai gerecht wurde. „Wir wünschen uns sehr, dass wieder Zuschauer in die Stadien kommen können“, bekräftigte Rummenigge und unterstrich dabei: „Die Fans sind ein wichtiger Bestandteil der Fußballkultur, ohne sie fehlen Emotionen und Atmosphäre. Finanzielle Aspekte sind hier für uns im Moment zweitrangig.“

Um die Fröttmaninger Arena wieder mit Leben zu füllen, hat der Rekordmeister bereits jetzt alle Register gezogen. In enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt München hat der Branchenprimus ein insgesamt 50 Seiten fassendes Sicherheits- und Hygienekonzept für eine Teilbefüllung der Allianz Arena entworfen. Personalisierte Tickets im Sinne der Kontaktverfolgung, Verbot von Alkoholika sowie die Wahrung des Mindestabstands auf allen Ebenen des Runds – der FCB ließ wie auch die Mehrheit der übrigen Bundesligisten kein Detail unbeachtet. Ebenso wie vor wenigen Monaten auch. „Bei der Wiederaufnahme des Spielbetriebs haben die DFL und die Bundesligavereine anhand eines sehr guten und weltweit anerkannten Hygienekonzepts nachgewiesen, dass es funktionieren kann. Nun würden wir gerne die Chance bekommen, zu zeigen, dass ein sicherer Spielbetrieb auch mit einer reduzierten Anzahl von Zuschauern auf den Rängen möglich ist“, so Rummenigge.

Corona-Krise im Fußball: CSU-Chef Markus Söder sorgt für leisen Hoffnungsschimmer

Ausdrückliches Lob für die Arbeit der DFL und ihrer Vereine kam von Markus Söder, der zugleich für einen leisen Hoffnungsschimmer sorgte. Volle Tribünen seien angesichts der Infektionslage jetzt zwar „das falsche Signal“, meinte der CSU-Chef, „schrittweise Möglichkeiten vor Weihnachten“ seien aber weiterhin vorstellbar.

Rummenigge, der sich mit Söder am Rande des Triple-Empfangs in München vor einer Woche bereits persönlich austauschen konnte, bekräftigte gegenüber der tz erneut die Bereitschaft zur Kooperation mit den Behörden. „Sollte die Politik weitere, über das erarbeitete Konzept hinausgehende Anforderungen haben, so sind wir selbstverständlich jederzeit bereit, diese zu erfüllen“, versicherte der 64-Jährige am Freitag.

Karl-Heinz Rummenigge

Fußball in der Corona-Pandemie: Bundesliga-Gipfel am 7. November

Auch Hans-Joachim Watzke ist guter Dinge: „Das Positive ist, dass ein klares Signal von der Bundeskanzlerin und den Ministerpräsidenten gekommen ist“, erklärte der Geschäftsführer von Borussia Dortmund in der WAZ und fügte an: „Meiner Meinung nach sind die Beschlüsse ein Zeichen der Politik, dass man ab Anfang November wieder mit Zuschauern spielen möchte. Dass eine Arbeitsgruppe dazu eingerichtet wird, zeigt, dass man sich sehr ernsthaft mit dieser Frage beschäftigen möchte.“

Der Bundesliga-Gipfel zwischen Watzkes Dortmundern und Rummenigges Bayern ist übrigens für den 7. November angesetzt. Lauscht man den Worten der politischen Entscheidungsträger, so besteht durchaus die Aussicht, dass die Stadiontore im Signal-Iduna Park bis dahin wieder geöffnet sind. Zumindest für ein paar Wenige. *tz.de gehört zum Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk.

Rubriklistenbild: © dpa / Roland Weihrauch

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