Alaba-Vertrag, Corona-Tests, Länderspiele

FC Hollywood reloaded? Unruhe beim FC Bayern - Flicks „schwere Woche“ mit Hindernissen

Der FC Bayern schrieb in den vergangenen Tagen ganz untypisch wieder viele nicht-sportliche Schlagzeilen. Das kann Hansi Flick nicht schmecken. Aber der Trainer arrangiert sich damit.

  • Beim FC Bayern war zuletzt auch abseits des Platzes einiges los.
  • Das Vertragsangebot für David Alaba wurde zurückgezogen, mit Niklas Süle und Joshua Zirkzee mussten die nächsten Profis wegen positiver Corona-Tests in Quarantäne.
  • Hansi Flick will sich von diesen Themen jedoch nicht ablenken lassen.

München - Der junge Thomas Müller hätte in diesen Tagen gerne die Zeitung aufgeschlagen, um ja gar kein Detail über seinen „FC Hollywood“ zu verpassen. Sportlich legen die Bayern um den erwachsenen Thomas Müller durchaus filmreife Auftritte hin, speziell in den vergangenen Tagen war jedoch auch abseits des Platzes mal wieder so einiges geboten.

Unter der Woche sorgten Hasan Salihami­dzic, Herbert Hainer und nicht zuletzt David Alaba für weitere Kapitel der Endlos-Saga um die Vertragsverlängerung des Österreichers, darauf folgte etwas Dramedy um die (in ersterem Fall womöglich erneut falsch) positiven Corona-Tests von ­Niklas Süle und Joshua Zirkzee - und das alles vor dem Blockbuster am Samstagabend bei Borussia Dortmund (18.30 Uhr, hier im Live-Ticker). Umschalten? Aber nicht doch!

Borussia Dortmund gegen FC Bayern: Flick von ablenkenden Themen genervt

Für jemanden wie Hansi Flick, der in seiner täglichen Arbeit mit und an seiner Mannschaft vielmehr auf die eintönige Ruhe einer Arte-Doku steht, dürften es in der Tat knifflige Tage gewesen sein. Dass der Trubel dem Cheftrainer der Münchner mächtig gegen den Strich geht, hatte er bereits vor der Fahrt nach Salzburg am Montag kundgetan. Er sei „alles andere als glücklich“, dass man sich in einer solch „schweren Woche“ mit derartigen Dingen befassen müsse, ärgerte sich der 55-jährige Fußballlehrer.

Vier Tage später, diesmal bei der Presse­runde vor dem Spiel in Dortmund, war Flick wieder ganz im Arte-Modus unterwegs. Das Motto: viel Information, wenig Emotion. „Als Trainer muss man immer mit allem kritisch umgehen, aber es ist schon herausragend, was wir in den letzten Wochen geleistet haben“, lobte er. Tabellenführer, neun Siege in Serie - ist doch alles so schön langweilig wie immer!

Will sich doch nur auf seine Mannschaft konzentrieren: Hansi Flick gehen die Nebenkriegsschauplätze beim FC Bayern auf die Nerven.

Borussia Dortmund gegen FC Bayern: Flick hat kein Problem mit Länderspielreisen der Stars

Warum sich auch groß ärgern über etwas, das man ohnehin nicht verändern kann? Hansi Flick weiß das. Und seine Kunst liegt bisweilen darin, eben jene Mechanismen im Münchner Fußball-Hollywood nicht zu potenzieren, sondern den FC Bayern als das zu behandeln, was er in seinem Kern ist: ein Sportverein.

Dass seine Spieler ab kommender Woche mit ihren jeweiligen Nationalmannschaften wieder um den Corona-Globus jetten? Ist nun mal so. Man sei mit den Verbänden im Austausch, stehe „der Sache jedoch offen und positiv gegenüber, weil jeder einzelne Spieler gerne für sein Land spielt“, so Flick. Lediglich im Falle des Kameruners Eric Maxim Choupo-Moting gäbe es noch letzte Details zu klären, der Rest dürfe reisen. Dass seine Mannschaft in der laufenden Spielzeit bereits 15 Gegentreffer kassiert hat? „Wir würden gerne weniger Tore erhalten“, so der Trainer. „Man muss aber auch das Positive sehen: Bis auf Hoffenheim haben wir alle Spiele gewonnen.“

Borussia Dortmund gegen FC Bayern: Flick kann wieder auf Goretzka bauen

Unter Flick ruht ein sonst so rastloser Klub wie der FC Bayern in sich. Und wenn er es mal in einer Woche wie dieser nicht tut, so dominiert er den Prozess der Entschleunigung wie kein Zweiter. Für das Topspiel gegen die Borussia wendet Flick, der dafür wieder auf den genesenen Leon Goretzka zurückgreifen kann, übrigens dasselbe Prozedere an.

Dass vom Dortmunder Sturmjuwel Erling Haaland bei zehn Toren in zehn Partien diese Saison die wohl größte Gefahr auf schwarz-gelber Seite ausgeht, ist dem Cheftrainer bei der aktuellen Anfälligkeit seiner Hintermannschaft bewusst. Seinen Schützlingen gab er jedoch Folgendes mit auf den Weg: „Er ist nicht der Einzige, auf den wir aufpassen müssen.“ Der BVB sei insgesamt „eine herausragende Mannschaft. Sie haben in der Defensive mit die beste Abwehr der Bundesliga und haben gerade im Umschalt­spiel enorme Qualitäten.“

Für Flick ist es der vorerst letzte Stresstest einer bewegten Woche. Danach ist erst mal Länderspielpause angesagt, was sich auch auf die Schlagzeilendichte rund um den FC Hollywood auswirken dürfte. Schade eigentlich. Nicht wahr, Herr Müller? (José Carlos Menzel López)

Rubriklistenbild: © Andreas Gebert/afp

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