Sportliche Leiterin Bianca Rech im Interview

Frauen-Bundesliga startet wieder: FC Bayern plant die Wölfe-Jagd

FC Bayern München: Die Frauen greifen wieder an.
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FC Bayern München: Die Frauen greifen wieder an.

Auch die Fußballerinnen dürfen in Deutschland wieder auf höchster Ebene ihrer Arbeit nachgehen. Die tz traf die sportliche Leiterin des FC Bayern zum Interview.

  • Die Frauen-Fußball-Bundesliga startet wieder.
  • Die tz traf die sportliche Leiterin des FC Bayern München, Bianca Rech, zum Interview.
  • Rech spricht im Interview über Restart der Frauen-Bundesliga und die langfristigen Münchner Ziele.

München - Jetzt greifen auch die Frauen wieder ins Geschehen ein! Schon heute stehen die ersten Spiele der Bundesliga an, am Samstag (13 Uhr, Magenta und BR-Livestream) empfängt der FC Bayern die TSG Hoffenheim zum Verfolgerduell. Bianca Rech (39), Münchens sportliche Leiterin, spricht im tz-Interview über den Restart und die Planungen für kommende Saison.

Frau Rech, wie ist die Stimmung im Quarantäne-Trainingslager?

Rech: Die Stimmung ist hervorragend. Wir haben uns den Bedingungen angepasst, dass wir im Quarantäne-Hotel ein Stück weit festsitzen. Das klingt jetzt ein bisschen negativ, aber wir machen das Beste draus. Wir fühlen uns wohl und haben tagsüber ein Programm, damit niemandem langweilig wird.

FC Bayern München: Frauen starten neu - „Wissen nicht genau, wo wir stehen“

Am Samstag geht’s gegen Hoffenheim - das Duell Zweiter gegen Dritter, ein wichtiges Spiel um die Champions-League-Quali. Es gibt wohl dankbarere Aufgaben für einen Restart.

Rech: Wir kommen alle aus einer Phase, nach der wir nicht genau wissen, wo wir stehen. Das geht Hoffenheim so, das geht uns so. Das geht auch allen anderen Vereinen so. Aber wir sind vorbereitet und haben gut gearbeitet in den letzten Wochen. Wo wir genau stehen, werden wir erst nach dem Spiel wissen.

Es stehen sechs Liga-Partien aus. Was ist noch drin?
23 08 2019 Flyeralarm Frauen Fussball Bundesliga 2019 2020 2 Spieltag FC Bayern München 1 FFC Fr

Rech: Was die aktuelle Saison betrifft, finde ich es extrem schwierig. Das letzte Spiel war Anfang März. Wir haben für uns das Ziel ausgegeben, dass wir quasi eine neue, kleine Saison starten. Und in dieser Saison wollen wir ganz oben stehen.

Wie sah Ihre Arbeit in der Pause aus? Wenn man auf die drei verkündeten Transfers von Hanna Glas, Marina Hegering und Klara Bühl blickt, hatten Sie gut zu tun.

Rech: Die Transfers wurden in dieser Phase verkündet, waren aber schon lange vorher abgeschlossen. Mein Fokus lag zunächst vor allem darauf, wie wir es schaffen, unser Team zusammenzuhalten und zu beschäftigen. Zunächst mit Cybertraining, dann mit Kleingruppentraining und schließlich mit dem Übergang ins Mannschaftstraining.

Vier Neuzugänge bei den Frauen des FC Bayern München

Bislang sind vier externe Neuzugänge bekannt. Wie weit sind die Personalplanungen?

Rech: Die Gespräche mit Spielerinnen sind alle bereits gelaufen. Die Kaderplanung ist abgeschlossen. Wir haben noch nicht alles kommuniziert, aber das wird sicherlich in den nächsten Wochen passieren.

Wie gut lassen sich Neuzugänge von außerhalb und die Förderung eigener Talente vereinbaren?

Rech: Das funktioniert gut. Wir haben in unserer Strategie festgelegt, dass bestimmte Kaderplätze für junge Spielerinnen reserviert werden, bei denen wir das Potenzial für diesen Schritt sehen. Auf der anderen Seite brauchen wir internationale Top-Spielerinnen, um in Deutschland die Nummer eins zu werden und mittelfristig in Europa eine bedeutende Rolle zu spielen.

Drei der vier Neuen sind deutsche Nationalspielerinnen. Geht’s jetzt in Richtung „FC Bayern Deutschland“?

Rech: Man muss bedenken, dass viele deutsche Spielerinnen jetzt die Möglichkeit haben, ins Ausland zu wechseln. Uns ist als FC Bayern wichtig, diese Spielerinnen in der Liga zu halten und sie nicht ins Ausland verlieren. Wir wollen nicht nur als Verein, sondern auch als Liga attraktiv bleiben.

Leupolz wechselt zum FC Chelsea: „Wir hätten sie gerne gehalten“

Melanie Leupolz aber wechselt zum FC Chelsea.

Rech: Ich würde lügen, wenn ich sage, dass uns das nicht weh tut. Wir hätten sie gerne gehalten. Dass eine Spielerin in einem gewissen Alter noch mal etwas anderes sehen will, kann ich menschlich absolut nachvollziehen. Ihr Abgang hat nichts damit zu tun, dass der FC Bayern sie finanziell nicht halten konnte - auch wenn das spekuliert wurde.

Ein Ziel des FC Bayern ist es, Wolfsburg vom deutschen Thron zu stoßen. Wie nah sind Sie diesem Ziel?

Rech: Ich denke, wir sind dem VfL Wolfsburg mit Blick auf die direkten Duellen einen Schritt nähergekommen. Wir wollen jetzt die Spielerinnen und Persönlichkeiten dazu holen, die uns helfen, Wolfsburg auf Augenhöhe zu begegnen. Ich glaube, dass jetzt der nächste Schritt für uns ansteht. Wir haben die volle Unterstützung des Vereins und können an den richtigen Rädchen drehen.

Interview: Jonas Austermann, Christian Stüwe

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