FCB befördert Salihamidzic

Hoeneß lobt Brazzo für Nachwuchsarbeit: Doch was sagen die Fakten?

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Wird vom Sportdirektor zum Sportvorstand: Hasan Salihamidzic alias „Brazzo“.

Uli Hoeneß lobt den künftigen Sportvorstand Hasan Salihamidzic für seine Nachwuchsförderung - obwohl die Münchner hier aktuell eine Durststrecke durchlaufen. Ein Faktencheck.

  • Hasan Salihamidzic wird neuer FCB-Sportvorstand
  • Seit seinem Amtsantritt als Sportdirektor feierten sechs Nachwuchsspieler ihr Profidebüt.
  • Beim Thema „Local Player“ belegen die Münchner aber nur einen hinteren Platz.

München - Der Aufsichtsrat der FC Bayern AG hat entschieden: Brazzo wird befördert. Am 1. Juli 2020 streift Hasan Salihamidzic (42) den Titel Sportdirektor ab, darf sich fortan Sportvorstand nennen. Der Aufsichtsrat unter Leitung von Präsident Uli Hoeneß (67) begründete diese Entscheidung auch damit, dass Salihamidzic hervorragende Arbeit im „Bereich der Jugend- und Nachwuchsförderung“ geleistet habe. Hält diese Aussage einem Faktencheck stand?

Zum bayerischen Credo Mia san mia gehört, dass der Rekordmeister neue Spieler am liebsten aus dem eigenen Nachwuchs rekrutiert. Seit Brazzos Dienstantritt feierten sechs Talente aus dem eigenen Stall ihr Profi-Debüt: Franck Evina, Lukas Mai, Marco Friedl, Niklas Dorsch, Meritan Shabani und Wooyeong Jeong. In den zwei Spielzeiten vor Brazzos Rückkehr war es genau einer: Milos Pantovic.

Salihamidzics Nachwuchsarbeit: Neun Talente mit Profiverträgen ausgestattet

Auf den ersten Blick eine imposante Steigerung, die ganze Wahrheit aber lautet, dass es keiner der sechs Nachwuchsmänner auf mehr als drei Einsätze brachte. Vier von ihnen sind inzwischen verkauft worden. Nachhaltig geht anders.

Salihamidzic stattete neun Talente mit Profiverträgen aus, aktuell spielen mit Mai, Oliver Batista Meier, Thorben Hoffmann und Christian Früchtl nur noch vier von ihnen in München. Evina und Adrian Fein sind verliehen, Shabani (Wolverhampton), Friedl (Bremen) und Maxime ­Awoudja (Stuttgart) verkauft worden. Die Bayern nahmen dafür immerhin rund 6,5 Millionen Euro ein.

FC Bayern in Sachen „Local Player“ nur auf Platz acht

In der Kategorie „Local Player“ („Vom Klub ausgebildete Spieler“) liegen die Münchner im Bundesliga-Vergleich mit fünf Akteuren auf Platz acht. Aber: Hoffmann (19) und Früchtl (19) warten noch aufs Debüt, Mai (19) steht bei zwei Einsätzen. Die weiteren Local Player: Thomas Müller (30) und David Alaba (27). Letzterer schaffte vor acht Jahren den Durchbruch.

Damit diese Durststrecke bald endet, hat Salihamidzic am Bayern-Campus viele Hebel in Bewegung gesetzt. Gemeinsam mit Leiter Jochen Sauer installierte er Miroslav Klose als U 17-Coach, lotste heuer Martin Demichelis zur U 19. Er setzt auf internationale Transfers wie die des Neuseeländers Sarpreet Singh oder Chris Richards (USA). 

Video: Brazzos erstaunliche Entwicklung

Brazzo beförderte Ex-Amateurcoach Holger Seitz in die Führungsriege am Campus. Zudem rief Salihamidzic ein „Elite-Training“ ins Leben. Die größten Talente werden dort besonders gefördert – damit Brazzos Nachwuchsarbeit bald in der Bundesliga sichtbar wird.

Jonas Austermann

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