Juventus scheiterte am Versuch

Noch keine Sekunde da und schon auf Rekord-Jagd? Nagelsmann winkt spektakuläre Bestmarke

Julian Nagelsmann könnte mit dem FC Bayern eine ganz besondere Bestmarke knacken.
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Julian Nagelsmann könnte mit dem FC Bayern eine ganz besondere Bestmarke knacken.

Der FC Bayern hat seine neunte Meisterschaft in Folge in der Tasche. Nummer zehn wird die Aufgabe des neuen Trainers Julian Nagelsmann. Es könnte ein europäischer Rekord werden.

München - Die Meister-Feierlichkeiten der Spieler des FC Bayern fielen am Wochenende eher spärlich aus. Eine große Titel-Sause war wegen Corona und der daraus resultierenden Quasi-Quarantäne freilich nicht möglich. Gefeiert wurde mit den Liebsten zu Hause. Also warf sich Thomas Müller eben daheim in Schale, schlüpfte in eine weiße Sommer-Jeans, ließ den obersten Knopf seines blau-weiß gestreiften Hemds offen und posierte mit Ehefrau Lisa am Müller’schen Pferdehof für das obligatorische Titel-Foto. Das Familienalbum der Müllers ist also um ein weiteres Meister-Bild reicher – das neunte in Folge.

Titel-Jahrzehnt in München - Juve schaffte neun in Folge

Sollten die Bayern nächste Saison erneut die Schale sichern, könnten sie auf ein Titel-Jahrzehnt zurückblicken. Ab Sommer übernimmt bekanntlich Julian Nagelsmann (33) als Cheftrainer in München. Die Frage, die man sich in der Isar-Metropole und ganz Fußball-Deutschland stellt: Schafft Nagelsmann die Zehnsation? Diese Bestmarke wäre in allen europäischen Top-Ligen beispiellos: Einzig Juventus Turin konnte von 2012 bis 2020 bisher neun nationale Meistertitel in Folge erringen. Diese Serie riss jedoch in der aktuellen Spielzeit.

Dass Nagelsmann und die Bayern diesen Rekord kommende Saison anpeilen können, liegt nicht nur an der stets schwächelnden nationalen Konkurrenz, sondern auch an einigen cleveren Schachzügen der Bayern-Führung im vergangenen Jahrzehnt. So hatten die Bosse um den langjährigen Präsidenten Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge immer einen Interims­trainer-Joker im Ärmel, wenn der Abstand zur Tabellenspitze zu groß wurde. So reaktivierten die Bayern im Oktober 2017 Jupp Heynckes, um Carlo Ancelotti zu ersetzen.

FC Bayern: Verantwortliche haben es geschafft, Abgänge von Leistungsträgern zu kompensieren

Als Don Jupp übernahm, hatte der FCB nach sieben Spieltagen fünf Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Dortmund. Am Ende der Heynckes-Saison wurden die Roten mit 21 Punkten vor Schalke Meister. Etwas geringer (vier Zähler) war der Abstand zum Tabellenführer aus Gladbach im November 2019. Doch die 1:5-Pleite war zu viel für die Bosse und Trainer Niko Kovac. Co-Trainer Hansi Flick, in weiser Voraussicht von Hoeneß installiert, übernahm. Das Ende der Erfolgsgeschichte ist bekannt.

Gleichzeitig haben es die Verantwortlichen geschafft, die Abgänge zahlreicher Leistungsträger zu kompensieren. Jo­shua Kimmich hat mit seiner Mündigkeit und seinem Ehrgeiz Bayern-Ikone Philipp Lahm ersetzt. Er zieht mit Leon Goretzka auf der einstigen Position von Bastian Schweinsteiger die Fäden. Während es früher auf den Außenbahnen nur mit Arjen Robben und Franck Ribéry absolute Ausnahmekönner gab, hat man jetzt mit Leroy Sané, Serge Gnabry und einem reiferen Kingsley Coman eine größere Auswahl. Manuel Bonke, Philipp Kessler

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