Kommentar zu Neuers Vertragsverlängerung beim FCB

Manuel Neuer und die Bayern: Es bleibt schwierig

Nach hartem Verhandlungspoker ist die Vertragsverlängerung für Manuel Neuer beim FC Bayern München im Kasten. Es mutet an wie ein Kompromiss aus beiden Richtungen. Kommentar von Hanna Raif aus der Sportredaktion von tz und Münchner Merkur.

  • Nach langem Hin und Her ist es nun offiziell - Weltklasse-Keeper Manuel Neuer bindet sich zwei weitere Jahre an den FC Bayern München*.
  • Der Rekordmeister sichert sich die Nummer 1 und zeigt Wertschätzung für den Kapitän.
  • Kommentar von Hanna Raif aus der Sportredaktion von tz und Münchner Merkur.

Es war im August 2014, Deutschland war gerade 34 Tage vorher in Rio Weltmeister geworden, da musste der FC Bayern in Runde eins des DFB-Pokals bei Preußen Münster ran. Pep Guardiola hatte Pepe Reina als Ersatz-Torhüter verpflichtet – und der Spanier hoffte auf Einsätze. In Münster aber stand Manuel Neuer im Tor. Als der Nationalkeeper im Anschluss an den lockeren Kick (4:1) darauf angesprochen wurde, ob er nicht auf ein Spiel wie dieses verzichten wollte, sagte er pikiert: „Ich bin immer fit.“ 

Neuer verlängert Vertrag bei FC Bayern: Kompromiss aus beiden Richtungen

Sechs Jahre ist diese Anekdote nun her, aber sie sagt so viel aus über den Mann, der nun bis mindestens 2023 Kapitän des deutschen Branchenführers bleiben wird. Sie vereint das Versprechen, das Neuer in diesen neuen Vertrag einbringt: absoluten Ehrgeiz. Und jene Forderung*, die er an die Bosse des FC Bayern zuletzt unmissverständlich gestellt hat: Wertschätzung. Die „Win-win-Situation“ (Hasan Salihamidzic), die nach zähen Gesprächen nun auf dem Papier steht, kann als Kompromiss aus beiden Richtungen gedeutet werden, finanziell wie zwischenmenschlich. Trotzdem haben die letzten Monate und Wochen gezeigt, dass die Personalie Neuer keine geräuschlose mehr ist. Auch wenn nach der getrockneten Unterschrift Ruhe einkehrt: sie wird diesen Klub begleiten.

Manuel Neuer verlängert beim FCB: Alles richtig gemacht

Dass beide Parteien mit der Verlängerung aus sportlichen Gesichtspunkten alles richtig gemacht haben, steht außer Frage. Dennoch liegen die Dinge anders als etwa bei Thomas Müller und Shootingstar Alphonso Davies, die vor Neuer langfristig gebunden wurden. Die Beziehung zwischen dem Kapitän und dem FC Bayern hat ja nicht erst zuletzt gelitten, sondern steht schon länger auf der Probe. Erst vergangene Woche, als der Torhüter auf die Vertragsgespräche angesprochen wurde, konterte er den Optimismus von Karl-Heinz Rummenigge entnervt („nichts zu verkünden“). Auch da sah man: Neuer lässt sich nicht fremdbestimmen. Nicht mal von seinen Bossen. Das hat Reina erfahren müssen, der nach einem Jahr und drei Einsätzen die Flucht ergriff. Und das wird Alexander Nübel merken, der sich ab dem Sommer hinten anstellt. Eine Unterschrift von Neuer heißt: Ich spiele immer! Bis 2023. Und in zwei Jahren, wenn das Vertragsende naht, geht alles von vorne los.

*tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Quelle: tz

Rubriklistenbild: © AFP / INA FASSBENDER

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