"Das Team ist total von Louis überzeugt"

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Die Bayern-Mannschaft steht geschlossen hinter Trainer Louis van Gaal.

München - Bayern-Trainer Louis van Gaal steht scheinbar massiv in der Kritik. Allein, aus der Bayern-Mannschaft kommt kein einziger Vorwurf. Das Team steht komplett hinter dem Coach.

Demichelis, Braafheid, van Bommel: Es waren nicht gerade van-Gaal-Jünger, die den FC Bayern in der Winterpause verließen. Edson Braafheid hatte sich in der Kabine ein Wortgefecht mit dem Trainer geliefert, auch zwischen van Bommel und van Gaal soll es zuletzt gekracht haben. Und dass Martin Demichelis kein Fan des Fußballlehrers war, ist kein Geheimnis.

Van Gaal setzt sich zur Wehr

Dennoch: Öffentlich wurde van Gaal von den eigenen Spielern nie kritisiert. Auch wenn von außen scharf geschossen wird – im eigenen Team genießt der Trainer volle Unterstützung. „Lahm, Schweinsteiger, Badstuber, Müller, Robben: Die Mannschaft ist total von Louis van Gaal überzeugt. Er ist ein starker Trainer“, erklärt Karl-Heinz Rummenigge der tz. „Natürlich erwartet er viel, er verlangt viel Disziplin“, räumt der Vorstandsboss ein, „aber das ist der richtige Weg. Hier gibt es keine Unordnung, kein Chaos.“

Historie: So zoffte man sich beim FC Bayern

"Der FC Bayern ist eine große Familie", sagte Philipp Lahm einmal in einem tz-Interview. Und wie es in einer gut funktionierenden Familie nun einmal der Fall ist, kracht es ab und zu mal gewaltig. So eben auch beim FC Bayern. Die "Sport Bild" hat die größten Skandale und Disharmonien der vergangenen Jahre aufgelistet. Meistens wirkten die Reibereien an der Säbener Straße ja wie reinigende Gewitter, und hinterher war die Luft klarer als zuvor ... Viel Spaß! © 
Im Jahr 1979 gibt es Dauerärger zwischen Trainer Pal Csernai und Superstar Gerd Müller. Auslöser für den Zoff ist eine Auswechslung Müllers in einem Bundesliga-Spiel gegen Eintracht Frankfurt. © Getty
Im selben Jahr lehnt die Mannschaft des FC Bayern geschlossen die Verpflichtung von Trainer Max Merkel ab. Daraufhin tritt Präsident Wilhelm Neudecker zurück. © Getty
Im Jahr 1983 kommt es auf der Asien-Reise zum großen Knall zwischen den Spielern Uli Hoeneß und Paul Breitner. Deren enge Freundschaft zerbricht auf Jahre hin. Mittlerweile ist das Verhältnis aber längst gekittet. © Getty
Im Krisenjahr 1991 will Stefan Effenberg Trainer Jupp Heynckes an die Gurgel. "Wollen wir vor die Tür gehen?", fragt er seinen Coach provozierend. © Getty
Erich Ribbeck hat 1992 Ärger mit Thomas Berthold und teilt dem Weltmeister mit, dass er nicht auf ihn zähle. Berthold setzt sich daraufhin ein Jahr lang auf die Tribüne. © dpa
Erich Ribbeck wird während seines Skiurlaubs im Winter 1993/94 entlassen. Dafür übernimmt Franz Beckenbauer das Traineramt. Der "Kaiser" führt die Bayern trotz eines Mega-Rückstands noch zum Titel. © Getty
Sturkopf Otto Rehhagel wird von den Bayern im Frühjahr 1996 entlassen, wieder übernimmt Franz Beckenbauer. Wieder springt ein Titel heraus, dieses Mal ist es der UEFA-Cup. © Getty
Jürgen Klinsmann sorgt 1997 dafür, dass sein Intimfeind Lothar Matthäus bei den Bayern als Kapitän abgesetzt wird. Der Ärger des Rekordnationalspielers ist riesig - und öffentlich. © Getty
Die Wut-Rede von Giovanni Trapattoni im März 1998 - legendär. Der Italiener geht offen auf die Mannschaft los, und schließt mit den Worten: "Ich habe fertig!" © Getty
In der Saison 1999/2000 geraten im Bayern-Training Bixente Lizarazu und Lothar Matthäus aneinander. Der Franzose verpasst "Loddar" eine gesalzene Watschn. © dpa
Nach dem Champions-League-Finale in der selben Saison macht Thomas Helmer eine abfällige Geste in Richtung Trainer Ottmar Hitzfeld. Der Abwehrchef wird suspendiert. © Getty
Pizzeria-Affäre: Mario Basler und Ersatzkeeper Sven Scheuer werden im Oktober 1999 rausgeworfen. © Getty
Franz Beckenbauer hält nach der peinlichen 0:3-Pleite in der Champions League bei Olympique Lyon im Frühjahr 2001 seine legendäre Wutrede. Wieder hatte ein Skandälchen heilende Wirkung: Bayern holte sich am Saisonende den Europapokal. © Getty
Im November 2005 erklärt Karl-Heinz Rummenigge auf der Hauptversammlunug, dass man das Vertragsangebot an den zaudernden Michael Ballack zurückgezogen habe. Der Jubel ist groß, der Aufschrei riesig. Ballack verlässt die Bayern zum Saisonende ablösefrei in Richtung FC Chelsea. © Getty
Herbst 2007: Nach einer schwachen Leistung in der Europa League kritisiert Karl-Heinz Rummenigge Trainer Ottmar Hitzfeld ("Fußball ist keine Mathematik, das man berechnen kann"). Auf der kurz darauf stattfindenden Hauptversammlung gibt es einen frostigen Handschlag. Bayern wird am Ende Meister und zieht ins Europapokal-Halbfinale ein - mit Hitzfeld. © Getty
Auf der Hauptversammlung 2007 kommt es auch zum Ausraster von Uli Hoeneß, der auf einige Fans losgeht ("Für eure Scheißstimmung seid Ihr doch selbst verantwortlich"!). © AP
November 2009: Philipp Lahm kritisiert in einem Interview die Vereinsbosse sowie die Philosophie des Klubs. Das Medienecho ist gewaltig, Uli Hoeneß ist stinksauer. Philipp Lahm erhält eine Geldstrafe. Am Saisonende gewinnen die Bayern das Double und stehen im Champions-League-Finale. © Getty
November 2010: Präsident Uli Hoeneß kritisiert den Stil von Trainer Louis van Gaal. Der zeigt sich in seiner öffentlichen Reaktion sehr enttäuscht. Kurz darauf gibt der Verein aber bekannt, dass sich die Streihähne zum Wohle des Vereins zusammengesetzt und alle Probleme gelöst hätten. © Sampics
April 2012: Im Hinspiel des Champions-League-Halbfinales gegen Real Madrid (2:1) soll Franck Ribéry seinem Kollegen Arjen Robben ein Veilchen verpasst haben. Grund dafür war, dass Ribéry gegen Ende der ersten Halbzeit unbedingt einen Freistoß treten wollte, Robben aber darauf beharrte, Kroos schießen zu lassen. Angeblich wurde Ribéry daraufhin mit einer Geldstrafe von 50.000 Euro belegt. © dpa

Als Gegenbeispiel nennt er die Vorkommnisse bei der französischen Nationalmannschaft während der WM: „Franck Ribéry hat das ja mit Frankreich und Domenech erlebt – deswegen ist auch er inzwischen voll von Louis überzeugt.“

Van Gaal, der harte Hund. Direkt, aber ehrlich: Wer keine Chance mehr hat, bekommt dies schonungslos mitgeteilt. Auch Jörg Butt offenbarte er vor Beginn des Trainingslagers seine Pläne. Unverschuldet war der Routinier raus. Die Reaktion des Oldenburgers imponiert Rummenigge: „Er hat das mit seinem wunderbaren Charakter akzeptiert. Er war ein leuchtendes Beispiel dafür, wie man auch mit persönlichen Empfindungen umgehen kann, er hat keinen Zirkus gemacht.“

Deswegen ist „die Tür für ihn ist sperrangelweit offen. Wenn er seine Karriere bei Bayern beendet, bekommt er sofort den Job hier, den er haben möchte.“

ta

Quelle: tz

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