Trainer auf Erfolgskurs

Niko Kovac – Der heimliche Gewinner mit zwei Makeln

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Niko Kovac surft aktuell auf einer Erfolgswelle, macht aber kein Aufhebens darum. 

Während Uli Hoeneß wütet, geht Niko Kovac beim FCB seinen Weg. Mit seiner Arbeit stärkt der Bayern-Trainer  zunehmend das Wir-Gefühl unter den Spielern. 

Der FC Bayern dominiert die Schlagzeilen. Nicht nur in München, in ganz Deutschland. Das Dauerthema: Der Frontalangriff vom Uli Hoeneß auf Joachim Löw und den DFB. Im Schatten des medialen Feuerwerks hat es Niko Kovac geschafft, aus einem Haufen Individualisten eine Einheit zu formen. In seiner zweiten Saison als Bayern-Trainer beherrschen keine mäkelnde Bankdrücker oder vermeintlich falsch eingesetzte Stammspieler die Schlagzeilen – sondern eben der Präsident. Für diese Ruhe musste Kovac in der Sommerpause an einigen Stellschrauben drehen.

Mats Hummels, einer der schärfsten Kovac-Kritiker, hat den Verein Richtung Dortmund verlassen. Ein Wechsel, der sportlich nicht sofort Sinn ergab – für die Autorität von Kovac aber immens wichtig ist. Den Namen Hummels nennt Kovac freilich nicht, aber vor dem Spiel am Samstag in Paderborn sagte er unmissverständlich: „Wir haben die passenden Charaktere dazu geholt. Jetzt können wir uns finden. Die Chemie stimmt.“ Ohne Hummels. 

FCB-Team-Abend auf der Wiesn: Ein Treffen unter Freunden

Symbolisch für den neuen Zusammenhalt sieht der Bayern-Trainer den Wiesn-Ausflug der Mannschaft Anfang der Woche. Kein vom Verein oder Sponsor vorgeschriebener Pflichttermin, sondern von Spielern spontan ins Leben gerufen. „Daran erkennt man, dass aus Kollegen und Konkurrenten langsam Freunde werden“, freut sich Kovac über den Teamabend auf der Theresienwiese. Ebenfalls kritisch beäugt wurde zunächst die Verpflichtung von Ivan Perisic. Mit dem Ex-Mailänder hat Kovac aber einen loyalen Landsmann im Kader, der mit Sicherheit nicht so schnell gegen den Bayern-Trainer meutern wird. Selbst wenn er mal ein paar Spiele nicht von Anfang an aufläuft.

Das Star-Ensemble wirkt nach fünf Spieltagen nicht nur im Festzelt harmonischer als noch im letzten Jahr. Edel-Reservisten wie Thomas Müller murren nicht und selbst der oft als Ich-AG beschriebene Top-Torjäger Robert Lewandowski schenkt dem Königstransfer Philippe Coutinho einen Elfmeter und verzichtet auf einen eigenen Startrekord. „So wünschen wir uns das“, lobt Kovac. Taktisch ist der brasilianische Nationalspieler der wichtigste Transfer von Kovac. Mit Coutinho in der Zentralen hat das Bayern-Spiel an Flexibilität gewonnen und der Offensiv-Druck verteilt sich auf mehrere Schultern bzw. Füße. Selbst Chefkritiker Karl-Heinz Rummenigge ringt sich in Interviews Worte für Niko Kovac ab, die entfernt an ein Lob erinnern. 

Kovac bewegt sich unter dem Radar und genießt seinen Erfolg 

Kovac selber ist ein stiller Genießer. Gefühlsausbrüche sind von dem Kroaten nicht zu erwarten. Allerdings wirkt er deutlich entspannter als vor einem Jahr, obwohl er nicht mal Tabellenführer ist. Also alles eitel Sonnenschein für den Bayern-Trainer? Nicht ganz. Zwei Makel hat der bisherige Saisonverlauf des 47-Jährigen: das 2:2 im Auftaktspiel gegen Hertha BSC und die zweite Hälfte gegen Leipzig. Leipzig-Trainer Julian Nagelsmann stellte auf 4-4-2 um, prompt entwickelte sich nach FCB-Dominanz ein offenes Spiel. Kovac vermochte es nicht, mit einer taktischen Gegenoffensive die Überlegenheit zurückzuholen. Eine Halbzeit nicht sofort reagiert – klingt zunächst nicht so tragisch. Aber genau an diesen wenigen Spielen wird Kovac im Frühjahr 2020 gemessen werden. Harmonie, Teamabende und taktische Variationen in allen Ehren. Pokale und Dominanz sind immer noch die härteste Währung beim FC Bayern.

Daniel Müksch
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Der FC Bayern gastiert am Samstag beim SC Paderborn. Vor der Partie sprach Niko Kovac am Donnerstag auf der Pressekonferenz. Der Live-Ticker zum Nachlesen.

In der Personalie Thomas Müller steigt der Druck auf Bayern-Trainer Niko Kovac

Ralf Rangnick ist beim FC Bayern als Nachfolger von Niko Kovac im Gespräch, wie tz.de* berichtet.

*tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes

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