Traumatische Erinnerungen

Versagen PSG wieder die Nerven? FC Bayern eröffnet Psycho-Krieg - Müller und die „Alarmglocken“

Bayerns Thomas Müller glaubt an eine psychologische Schwäche bei PSG.
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Bayerns Thomas Müller glaubt an eine psychologische Schwäche bei PSG.

Der FC Bayern setzt vor dem Rückspiel im Viertelfinale der Champions League in Paris auf den psychologischen Vorteil. Versagen PSG ein weiteres Mal die Nerven?

München - Der FC Bayern steht vor dem Rückspiel im Viertelfinale der Champions League enorm unter Druck. Der Titelverteidiger muss gegen Paris Saint-Germain ein 2:3 umbiegen - und das im Pariser Prinzenpark. Man könnte meinen, der Druck liegt voll und ganz bei den Münchnern, doch die Franzosen haben nun einiges zu verlieren.

Die Bayern brauchen mindestens zwei Tore, ein 2:0 oder 3:1 würde beispielsweise zum Weiterkommen reichen, bei einem 3:2 gäbe es Verlängerung. Ein früher Bayern-Treffer könnte PSG zum Zweifeln bringen.

FC Bayern: Thomas Müller vermutet „Angst“ bei PSG

„Wenn wir in Führung sein sollten, wäre es ganz menschlich, wenn beim Gegner die Alarmglocken losgehen“, sagte Thomas Müller am Montag auf der Pressekonferenz. „Jetzt können wir weit zurückgehen in die Evolution. Etwas zu verlieren, ist für den Menschen ganz schlimm. Etwas was man meint, schon sicher zu haben“, erklärte der 31-Jährige, der schon viele Schlachten geschlagen hat und über die nötige Erfahrung in engen Spielen verfügt.

Auch Trainer Hansi Flick baut auf den psychologischen Faktor. „Das ist mit Sicherheit in ihren Köpfen. Wir müssen aber erstmal unsere Aufgabe lösen und versuchen, sie zu Fehlern zu zwingen“, sagte der Bayern-Trainer.

„Aber es ist kein Wunschkonzert, das müssen wir uns erst mal erarbeiten“, forderte Müller. Im Fußball könne alles passieren, es gebe viele kritische Momente in einem Spiel. „Diese Schlüsselmomente wollen wir natürlich auf unserer Seite haben. Es geht um Intensität und eine gute Entscheidungsfindung, da kann die Erfahrung helfen.“

Schafft der FC Bayern die Aufholjagd? PSG mit traumatischen Erinnerungen

PSG verfügt dabei nicht über dieselbe internationale Erfahrung wie der FC Bayern. Seit der Investoren-Übernahme aus Katar überstand der Klub nur einmal das Viertelfinale der Königsklasse. In der letzten Saison endete der Traum vom ersten Henkelpott erst im Finale gegen den aktuellen Gegner, allerdings wurde die K.o.-Phase aufgrund der Corona-Pandemie ohne Hin- und Rückspiel ausgetragen. Die Bayern dagegen schieden in den letzten neun Jahren nur zweimal vor dem Halbfinale aus.

Sollten die Pariser scheitern, wäre es bereits das vierte Mal nach einem Sieg im Hinspiel. Im Achtelfinale vor zwei Jahren hat der Scheich-Klub beim 1:3 im Rückspiel zu Hause gegen Manchester United ein 2:0 verspielt. Unvergessen bleibt das 1:6 im Camp Nou gegen Barcelona, als ein 4:0 aus dem Hinspiel nicht reichte - das ist gerade mal vier Jahre her, allerdings spielte Superstar Neymar damals auf der anderen Seite. Beide Male ereilte PSG in der Nachspielzeit der Nackenschlag. Die traumatischen Erinnerungen schleppen einige Spieler bis heute mit sich herum. Es liegt an den Bayern diese Schwäche zu nutzen. „Wir wollen diesen Moment erzwingen, dass die Pariser Spieler in diese Situation kommen“, kündigt Müller an.

PSG-Präsident sorgt für zusätzlichen Druck - Marquinhos-Einsatz fraglich

Auf Seiten von PSG kehren wie bei den Bayern zwar einige Spieler zurück. Doch während beim Flick-Team aufgrund der sicheren Ausfälle von Robert Lewandowski und Serge Gnabry das Toreschießen schwer fällt, drückt bei den Gastgebern in der Defensive der Schuh. Kapitän Marquinhos, der im Hinspiel sogar als Torschütze in Erscheinung trat, droht auszufallen. Nach seiner verletzungsbedingten Auswechslung im Hinspiel kassierte PSG beide Gegentore, zeigte sich besonders bei ruhenden Bällen anfällig. Trainer Mauricio Pochettino wollte noch keine abschließende Wertung abgeben, der Abwehrchef könne aber „sicher nicht“ von Beginn an spielen.

Beim Abschlusstraining wurden die Stars von einem seltenen Gast begrüßt: Klub-Präsident Nasser Al-Khelaifi wünschte den Spielern Glück, er klatschte mit Kylian Mbappe ab und umarmte Marco Verratti. Noch mehr Druck für die PSG-Spieler. Für das Konsortium aus Katar zählt eben nur der Gewinn der Champions League. Die Partie können Sie auf tz.de im Live-Ticker verfolgen. (ck)

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