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Adios Finale und Triple - Bayern verpassen große Chance gegen Real Madrid

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Von: José Carlos Menzel López, Manuel Bonke

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Der Moment nach dem Aus: Franck Ribery (l.) tröstet Robert Lewandowski.
Der Moment nach dem Aus: Franck Ribery (l.) tröstet Robert Lewandowski. © dpa / Andreas Gebert

Trotz einer erneut starken Leistung scheitert der FC Bayern an Real Madrid. Dabei starten die Roten perfekt in die Partie.

Madrid - Bitter für Bayern und besonders bitter für Jupp Heynckes! Der FCB liefert im Halbfinale in Madrid einen großen Kampf ab, kommt aber nicht über ein 2:2-Remis (Hinspiel 1:2) hinaus. Ausgerechnet ein Doppel-Patzer von Sven Ulreich und Corentin Tolisso begräbt sämtliche Triple-Träume von „Don Jupp“ und seinen Bayern. Aber der Reihe nach...

Für die größte Überraschung sorgte Heynckes höchstpersönlich vor dem Spiel. Der van Gaal’sche Satz „Müller spielt immer“ lässt sich bei „Don Jupp“ eigentlich auf Javi Martinez übertragen. In Madrid verzichtete der Bayern-Coach plötzlich auf den Spanier. Stattdessen spielte Thiago auf der Sechs, Corentin Tolisso rückte in die Anfangsformation. „Wir wollen schnell von hinten nach vorne spielen, Tore machen. Thiago kann mit seinen Pässen James einsetzen und auch Tolisso“, erklärte Sportdirektor Hasan Salihamidzic vor dem Spiel die personelle Umstrukturierung des Trainers.

Bayern wie von der Triple-Tarantel gestochen

Und die Taktik ging vor allem in der Anfangsphase auf. Wie von der Triple-Tarantel gestochen, legten die Münchner mit ihrem Angriffsfußball los. Die Belohnung für so viel Mut ließ knapp drei Minuten auf sich warten: Thomas Müller flankt den Ball von rechts in den Strafraum, über Sergio Ramos und Tolisso gelangt der Ping-Pong-Ball vor die Füße von Joshua Kimmich. Und was macht der Youngster? Sieht die Lücke, fackelt nicht lange und haut die Kugel aus kurzer Distanz zur frühen 1:0-Führung ins Tor.

Doch die Königlichen sind eben die Königlichen. Also schüttelten sich Cristiano Ronaldo und Co. kurz und sorgten für den 1:1-Ausgleich. Eine Seitenverlagerung saugte Marcelo millimetergenau vor seine Füße, ließ Kimmich mit einer Körpertäuschung stehen und flankte punktgenau auf den Kopf vom ungedeckten Karim Benzema. Der Franzose musste nur noch einnicken, die Bayern-Defensive pennte in dieser Situation im Kollektiv.

Hummels wie einst Beckenbauer

Der deutsche Rekordmeister versuchte es weiter mit Angriffen über die Außen - ein erklärter Schwachpunkt des weißen Ballettes. Die größte Chance zur erneuten Führung der Roten ergab sich aber durch das Zentrum. Mats Hummels setzte nach einer guten halben Stunde im Stile des jungen Franz Beckenbauer zum Solo über die gesamte Platzlänge an. Kurz vorm gegnerischen Strafraum steckte der Verteidiger klug auf Robert Lewandowski durch. Frei vorm königlichen Gehäuse schoss der Pole aus spitzem Winkel Navas an, den Nachschuss ballerte James in den spanischen Nachthimmel. Nach einer halben Stunde griff Madrid aktiver ins Spielgeschehen ein.

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Kurz vor der Halbzeit machten die Münchner erneut Bekanntschaft mit den fragwürdigen Entscheidungen so mancher Schiedsrichter im Bernabeu-Stadion. Marcelo blockte eine Flanke von Kimmich im Strafraum deutlich sichtbar mit der Hand. Ein klarer Elfmeter, doch die Pfeife von Cüneyt Cakir bliebt stumm. Mit Wut im Bauch kam der Jupp-Trupp aus der Kabine und wurden von Madrid eiskalt auf dem falschen Fuß erwischt. Nach einem zu kurzen Rückpass vom bis dahin starken Tolisso rutscht Sven Ulreich unglücklich am Ball vorbei und für Benzema ist die Bahn zum 2:1 frei (46.).

Weil Heynckes aber ein erfahrener Mann ist, peitschte er seine Männer weiter nach vorne – mit Erfolg! Niklas Süle flankte von rechts in den Strafraum, dort nahm James den Ball volley. Varane blockte die Direktabnahme zwar, doch im Nachsetzen versenkte der Kolumbianer die Kugel zum 2:2 im Netz (63.). Am Ende half aber auch dieses Tor den Bayern nicht mehr, um ins Finale einzuziehen.

bok, lop

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