Im Bundesliga-Trainingslager der Münchner

Verstoß gegen Corona-Regeln: Spielerfrauen des FC Bayern müssen Hotel sofort verlassen - „Nicht erlaubt“

Mit dem FC Bayern im Corona-Trainingslager in Grassau: Thomas Müller, Serge Gnabry, Joshua Kimmich, David Alaba und Manuel Neuer (v.li.).
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Mit dem FC Bayern im Corona-Trainingslager in Grassau: Thomas Müller, Serge Gnabry, Joshua Kimmich, David Alaba und Manuel Neuer (v.li.).

Der FC Bayern München ist derzeit im vorgeschriebenen Trainingslager zum Bundesliga-Endspurt - samt Spielerfrauen. Doch diese müssen nun das Hotel verlassen - wegen der Corona-Regeln.

München/Traunstein - Coronavirus-Wirbel um den deutschen Rekordmeister: Der FC Bayern München ist nach tz-Informationen vom Landratsamt Traunstein ermahnt worden. Der Hintergrund: Der Bundesliga-Gigant weilt derzeit im von der Deutschen Fußball Liga (DFL) vorgeschriebenen Trainingslager für den Saison-Endspurt. Dazu sind die Bayern nach Grassau im Landkreis Traunstein nahe dem Chiemsee gereist.

FC Bayern im Trainingslager in Grassau: Spielerfrauen müssen umgehend abreisen - wegen Corona-Regeln

Mit dabei sind: Teilweise die Familien und die Spielerfrauen der Bayern-Stars. Und damit verstoßen die Münchner offenbar gegen aktuelle Corona-Regeln.

In einer Stellungnahme der Behörde auf Nachfrage der tz heißt es weiter: „Das Landratsamt Traunstein hat heute Hinweise erhalten, dass im Rahmen des Trainingslagers des FC Bayern München e. V. in Grassau auch Familienangehörige und Partner der Spieler angereist sind. Zwar ist die Durchführung derartiger Trainingslager für Berufssportler nach den aktuellen Bestimmungen grundsätzlich möglich. Nicht erlaubt ist aber, dass dabei Angehörige im Hotel untergebracht sind, die mit der Durchführung des Trainingsbetriebs nichts zu tun haben.“

Unter anderem hatte Lina Meyer, Lebensgefährtin von Joshua Kimmich, Fotos aus dem Spa-Bereich gepostet. „Auch die Nutzung des Spa-Bereichs ist nur in Zusammenhang mit dem Sportbetrieb erlaubt“, erklärte das Landratsamt Traunstein weiter.

FC Bayern mit Familien im Bundesliga-Trainingslager - Landkreis Traunstein ermahnt den Rekordmeister

Die Behörde stellte nun gegenüber dem FC Bayern und dem Hotel klar, dass „alle Personen, die nicht zwingend zur Durchführung des Trainingsbetriebs notwendig sind, das Hotel noch heute verlassen müssen“. Heißt: Die Spielerfrauen müssen umgehend wieder abreisen. Denn: Privatpersonen dürfen in der gegenwärtigen Corona-Situation nicht einfach so in Hotels übernachten. Das gilt freilich auch für das Umfeld des Bundesliga-Meisters.

Derzeit befinden sich alle Klubs auf Initiative der DFL an verschiedenen Orten in einer Art Covid-19-Blase, um das Risiko zu minimieren, dass im Saisonendspurt noch Spiele wegen positiver Corona-Tests verlegt werden müssen.

Grassau liegt zwischen der Autobahn A8 und der österreichischen Grenze etwa 86 Kilometer südlich der Säbener Straße in München inmitten der bayerischen Alpen. Von hier aus reist der FC Bayern zum Bundesliga-Spiel beim SC Freiburg (Samstag, 15.30 Uhr, bei tz.de im Live-Ticker).

Die DFL hatte auf tz-Anfrage, ob die Bayern nicht gegen das Hygienekonzept verstoßen, mitgeteilt: „Zielsetzung ist es grundsätzlich, den Spielbetrieb bis zum Ende der Saison abzusichern. Voraussetzung dafür ist, den Kader bestmöglich vor Infektionen zu schützen. Die tatsächliche Ausgestaltung der Quarantäne-Trainingslager (unter anderem in Bezug auf Räumlichkeiten, Ablauf und Personenkreis) liegt jedoch in der Verantwortung der Klubs.“

FC Bayern mit Familien im Quarantäne-Trainingslager: Landkreis Traunstein will „umfassend prüfen“

Unmissverständlich äußerte sich dagegen das Landratsamt Traunstein. Im Schreiben der Behörde heißt es weiter: „Alle Angebote des Hotels, die nicht der Übernachtung, Verpflegung oder dem Trainingsbetrieb der Berufssportler dienen, sind einzustellen.“ Das Landratsamt werde den Sachverhalt „umfassend prüfen. Sollten dabei Verstöße festgestellt werden, werden diese konsequent geahndet“. So gerne sie den FC Bayern zu Gast hätten, erklärte die Behörde weiter, „klar ist: Regeln gelten für alle gleich“. (jau/pm)

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