Präsident genießt breite Unterstützung

Hoeneß gut gelaunt beim Audi Cup

+
Uli Hoeneß bei der Ankunft in der Allianz Arena

München - Nein, gehetzt oder gestresst wirkte Bayern-Boss Uli Hoeneß wirklich nicht, als er am Mittwoch Abend zum Audi-Cup in der Allianz Arena erschien. Er lächelte sogar.

Nein, gehetzt oder gestresst wirkte Bayern-Boss Uli Hoeneß wirklich nicht, als er am Mittwoch Abend zum Audi-Cup in der Allianz Arena erschien. Am Tag zuvor war bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft München Anklage erhoben hat gegen den Bayern-Präsidenten. Etwas sagen wollte Hoeneß dazu nicht. „Ich sage nichts dazu, weil es nichts mehr dazu zu sagen gibt“, sagte Hoeneß der Bild. „Es steht alles in der Pressemitteilung des Oberlandesgerichts.“

So viel ist klar: Die monatelangen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft München II müssen viele Erkenntnisse zutage gefördert haben. Angesichts des Umfangs der Ermittlungsakten und der Tatsache, dass der Verteidigung zunächst eine Äußerungsfrist von einem Monat zugebilligt worden sei, sei mit einer Entscheidung über die Zulassung der Anklage und die Eröffnung des Hauptverfahrens voraussichtlich frühestens Ende September zu rechnen.

Uli Hoeneß beim Spiel zwischen ManCity und dem AC Mailand auf der Tribüne.

Nach der Anklageerhebung ist klar: Es wird einen Prozess gegen Hoeneß geben. Dann dürfte sich auch der Bayern-Aufsichtsrat erneut für den Fall seines Vorsitzenden interessieren. Vor knapp drei Monaten hatte das Gremium einstimmig ein Rücktritts­angebot von Hoeneß abgelehnt. Damals hieß es: „Der Aufsichtsrat wird die Angelegenheit weiterhin beobachten und sich bei Vorliegen neuer Erkenntnisse mit dem Thema befassen.“

Doch wann liegen in der Angelegenheit neue Erkenntnisse vor? „Es bleibt weiter abzuwarten, zu welchem Ergebnis die gerichtliche Klärung dieses Steuerfalls und dieser Selbstanzeige kommt“, befand Bayern-Aufsichtsrat Edmund Stoiber im Merkur. Rückendeckung hatte Hoeneß vor gut zwei Wochen von Adidas-Chef Herbert Hainer erhalten. „Ich bin der Meinung, dass es keinen Besseren für diese Position gibt“, sagte Hainer, der stellvertretender Vorsitzender des Bayern-Aufsichtsrates ist. „Wir haben unseren bereits bekannten Aussagen zum Thema aktuell nichts hinzuzufügen“, sagte adidas-Sprecher Oliver Brüggen zur tz. Der Automobilhersteller Audi, dessen Chef Rupert Stadler ebenfalls Stellvertreter von Hoeneß im Bayern-Aufsichtsrat ist und der gestern im Stadion war und neben Hoeneß saß, wollte keine Stellungnahme abgeben.

Gleiches galt auf tz-Nachfrage bei VW. Eric Felber, Konzernsprecher der Wolfsburger Autobauer, sagte: „Wir kommentieren das nicht.“ Und Stephan Althoff, Sprecher von Bayern-Sponsor Telekom, sagte der tz: „Es ist ja noch nicht entschieden, ob das Gericht die Anklage zulässt und ein Hauptverfahren eröffnet wird. So lange dies nicht der Fall ist, hat sich für uns die Situation nicht abschließend verändert. Es bleibt also erstmal alles beim Alten.“

Zurückhaltung war am Tag danach auch in der restlichen Fußballbranche angesagt. „Ich halte es für stilbildend, wenn wir als größter Konkurrent uns dazu nicht äußern“, erklärte Dortmund-Boss Hans-Joachim Watzke bei Sport1.

Jan Janssen

Quelle: tz

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

70 Millionen Euro günstiger? FC Bayern an England-Star dran - und das zum Schnäppchen-Preis
70 Millionen Euro günstiger? FC Bayern an England-Star dran - und das zum Schnäppchen-Preis
Leroy Sané: Plötzlicher Wechsel - Neue Berater-Agentur vertritt auch einen Bayern-Star
Leroy Sané: Plötzlicher Wechsel - Neue Berater-Agentur vertritt auch einen Bayern-Star
„Das ist Irrsinn“ - erster Bundesliga-Trainer poltert wegen aktueller Regeländerung
„Das ist Irrsinn“ - erster Bundesliga-Trainer poltert wegen aktueller Regeländerung
Nübel-Krach beim FC Bayern: Brazzo eiskalt? Neue Details zum Vertrag des Neuzugangs 
Nübel-Krach beim FC Bayern: Brazzo eiskalt? Neue Details zum Vertrag des Neuzugangs 

Kommentare