Frankreichs EM-Rückschlag analysiert

Heftige Kritik für Bayern-Franzose bei Skandal-Spiel in Ungarn - FCB-Legende teilt aus

Benjamin Pavard und Lucas Hernandez
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Benjamin Pavard (l.) und Lucas Hernandez sind zwei von vier Bayern-Spielern im EM-Kader der Franzosen. (Archivfoto)

EM 2021: Frankreich erreichte gegen Ungarn nur ein 1:1. Ein Bayern-Spieler lieferte ein eher schwächeres Spiel - und wurde dafür in seiner Heimat kritisiert. Dabei war er verletzt.

Budapest - Die französische Fußballnationalmannschaft kam am zweiten Spieltag der Europameisterschaft nicht über ein 1:1 gegen Ungarn hinaus. In der ausverkauften Puskas-Arena in Budapest tat sich der Weltmeister lange schwer. Gegen Ungarn kamen mit Benjamin Pavard und Corentin Tolisso auch zwei Profis des FC Bayern zum Einsatz. Ersterer lieferte eines seiner schlechteren Spiele im Dress von Les Bleus.

FC Bayern München: Sorgen um Pavard? Rechtsverteidiger „schlimm gestürzt“

Die Ungarn kamen mit der Hitze und dem Heim-Publikum, von dem ein Teil mehrere französische Spieler übel beschimpfte, deutlich besser klar als der haushohe Favorit. Im Skandal-Spiel wirkte Frankreich zuweilen etwas behäbig. Pavard etwa kam ein ums andere Mal ins Straucheln. Dem Rechtsverteidiger entwischte zum Beispiel kurz vor der Halbzeit Attila Fiola - woraus die ungarische Halbzeitführung resultierte.

Pavard sei jedoch gleich zu Beginn „schlimm gestürzt“, berichtete Nationaltrainer Didier Deschamps dem Sender TF1: „Das hat sich bemerkbar gemacht. Aber die Spieler wollen auf dem Platz bleiben. Selbst wenn sie nur noch auf einem Bein stehen“, sagte der Coach weiter, der Pavard „im Nachhinein“ eigentlich hätte auswechseln wollen. „Aber da Benjamin seinen Zustand nicht mitgeteilt hat, hatte ich keine Information“. Wie schlimm die Verletzung Pavards sei, sagte Deschamps nicht. Es habe allerdings nichts zu tun mit der Verletzung aus dem Deutschland-Spiel (1:0), in dem Pavard nach eigener Auskunft nach einem Zusammenprall mit Robin Gosens „kurz ausgeknockt“ war.

FC Bayern München: Sagnol kritisiert Pavard - „hatte in allen Bereichen große Schwierigkeiten“

Der ehemalige Münchner und ebenfalls frühere Rechtsverteidiger Willy Sagnol kritisierte in der L'Equipe den aktuellen Bayern-Profi jedoch, von den Beschwerden Pavards wusste er vermutlich jedoch nicht. Sagnol unterstellte den Franzosen indes ein Einstellungsproblem. „Man hat von Beginn an gesehen, dass sie zu selbstgefällig waren“, befand er: „Vielleicht haben die Spieler nach dem Deutschland-Spiel in der Presse zu viel gelesen und gehört. Wenn man denkt, dass Talent alleine den Unterschied machen kann, ist das selbstgefällig.“

Insbesondere von Pavard sei nach seinem starken Auftritt gegen Deutschland zu wenig gekommen. „Pavard hat mich enttäuscht“, meinte Sagnol. „Er ist ein Spieler, der normalerweise nie schlecht ist, ohne sehr gut zu sein. Diesmal hatte er in allen Bereichen große Schwierigkeiten.“ 

FC Bayern München: Griezmann verteidigt Pavard - „die Hitze“

Antoine Griezmann verteidigte derweil seinen Kollegen. „Benjamin hatte in der ersten Halbzeit einige Probleme. Und dafür gibt es dieselbe Entschuldigung wie bei mir: Die Hitze“, sagte der Stürmer des FC Barcelona am Sonntag: „Aber gegen Deutschland hat er sehr gut gespielt. Gestern wurde er viel alleine gelassen. Dann wird es schwer, vor allem auf einer solch komplizierten Position. Aber wir sind froh, dass wir ihn haben.“

Vor dem letzten Gruppenspiel hat Frankreich vier Punkte auf dem Konto und ist vor Deutschland und Portugal (je 3) sowie Ungarn (1 Punkte) Tabellenführer. Damit ein Duell mit wahrscheinlich England vermieden werden soll, braucht es gegen Portugal aber noch ein Erfolgserlebnis. Die robuste Spielart der Ungarn könnte den Portugiesen für das entscheidende letzte Gruppenspiel als Vorbild dienen, fürchtet Sagnol: „Das wird ihnen Anregungen geben.“ (as/dpa)

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