„Hier sind wir Waisenknaben“

Nach Rummenigges CL-Forderung: Hoeneß plädiert für Bundesliga im Free TV 

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Champions League und Bundesliga im Free TV? Die Bayern-Bosse haben eine klare Meinung.

Vor Kurzem hat Karl-Heinz Rummenigge gefordert, die Champions League müsse zwingend im Free TV zu sehen sein. Ginge es nach Uli Hoeneß, sollte dies auch für die Bundesliga gelten.

Update vom 21. März 2019, 14.48 Uhr: Seit dieser Saison läuft kein einziges Champions-League-Spiel im Free TV. Nachdem in der Vergangenheit zumindest eine Partie pro Spieltag im ZDF gezeigt wurde, teilen sich nun die Bezahlsender Sky und DAZN die Rechte um die Königsklasse. Die Bundesliga ist bereits seit Jahren (nahezu) komplett aus dem Free TV verschwunden. Lediglich eine Partie zu Saison- und Rückrundenbeginn wird im frei empfangbaren Fernsehen übertragen. 

Bei einem öffentlichen Interview auf der Münchner Finanzmesse MMM, zitiert von boerse-online.de, sprach Hoeneß über die Verteilung der TV-Gelder. Der Bayern-Präsident monierte finanzielle Nachteile der Münchner gegenüber ausländischen Spitzenklubs: „Hier sind wir Waisenknaben. Wir bekommen aus Fernsehrechten 100 Millionen Euro, bei den Engländern sind es jeweils 300 Millionen Euro, und bei den Spaniern nur etwas weniger." Hoeneß fordere in diesem Zusammenhang, ein Bundesligaspiel pro Spieltag im Free TV zu zeigen. Hintergrund sei die vergleichsweise hohe Abhängigkeit von Werbeeinnahmen, welche stark von der Zuschauerzahl geprägt werden. 

Champions League wieder im Free TV? Experte attackiert Rummenigge für seine Forderung

Update vom 5. März 2019, 16.37 Uhr: Gegenwind für Karl-Heinz Rummenigge: Medienwissenschaftler Dietrich Leder hat den Vorstandschef des FC Bayern wegen seiner Forderung zur Champions League im frei empfangbaren Fernsehen kritisiert. „Wenn Rummenigge eine Rückkehr ins Free-TV will, werden die Vereine auf Rechteeinnahmen verzichten müssen. Das ist die simple Rechnung“, sagte der Professor der Kunsthochschule Köln. „Karl-Heinz Rummenigge beklagt etwas, was er als Vorstandsvorsitzender von Bayern München mit angestoßen hat.“

Sky verhindert Public Viewing im Audi Dome

Update vom 17. Februar 2019, 19.45 Uhr: Nächster Akt im Zwist zwischen dem FC Bayern und Sky! Die tz erfuhr: Der Verein plante für Dienstagabend ein Public Viewing im Audi Dome für 5000 Leute zu organisieren, nachdem sich zahlreiche Fans mit diesem Wunsch an den Rekordmeister gewandt hatten, da der Kracher gegen Liverpool bekanntlich nicht im Free-TV zu sehen ist. 

Letztlich wurde aber nichts daraus, weil Sky dem FCB die Übertragung untersagte. Begründung: Der Sender vergibt aus Prinzip keine Public-Viewing-Lizenzen und verfolgt in diesem Zusammenhang eine Null-Toleranz-Politik, um das Geschäftsmodell der Sportsbars zu schützen. 

Allerdings: Für ein anderes Event für 400 Leute in der Allianz Arena für geladene Gäste hätte Sky trotzdem eine Ausnahme gemacht. Um das Spiel zeigen zu dürfen, hätte der Sender anfangs 100 Euro pro Person vom FCB verlangt, schraubte den Betrag dann auf 60 Euro runter. Das Bayern-Sky-Verhältnis bleibt weiter angespannt.

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Champions League im Free-TV? Nach Sky kontert nun auch Rettig die Kritik von Rummenigge

Update vom 14. Februar 2019, 16.01 Uhr: Andreas Rettig vom FC St. Pauli hat als Antwort auf den Vorstoß Karl-Heinz Rummenigges zu Champions-League-Spielen im Free-TV einen eigenen Vorschlag. „So wie wir sozialverträgliche Ticketpreise haben, sollten wir uns auch für sozialverträgliche Pay- TV-Kosten einsetzen. Hier könnten Gratis-Abos für kinderreiche Familien ein erster Schritt sein“, sagte Rettig, kaufmännischer Geschäftsleiter beim Fußball-Zweitligisten FC St. Pauli, am Donnerstag.

Rettig zeigte sich verwundert über Rummenigges Vorstoß. „Diese Überlegungen setzen aber auch eine Abkehr von der Zielsetzung voraus, immer höhere Umsätze erlösen zu wollen“, sagte der frühere DFL-Geschäftsführer.

Update vom 14. Februar 2019, 07.02 Uhr: Der Pay-TV-Sender Sky hat Karl-Heinz Rummenigges Forderung nach Fußball-Spielen der Champions League im frei empfangbaren Fernsehen deutlich zurückgewiesen. Sky-Manager Jacques Raynaud sagte der „Bild“: „Die jeweiligen Rechteinhaber sind verantwortlich für die Ausschreibung und die angebotenen Pakete. Die Ausschreibung der Uefa war - auf starken Druck der Spitzenklubs - eindeutig: Das meiste Geld gewinnt - ohne Wenn und Aber. Sky das Ergebnis jetzt vorzuwerfen und die Voraussetzungen dafür selbst geschaffen zu haben, ist abwegig.“

Der beim FC Bayern als Vorstandsvorsitzender arbeitende Rummenigge hatte zuvor kritisiert, dass der wichtigste Europapokal in Deutschland seit dieser Saison nur noch gegen zusätzliche Bezahlung zu sehen ist. „Wir müssen bei der UEFA alles in die Waagschale legen, damit in Deutschland ab der nächsten Rechteperiode wieder mindestens ein Livespiel, idealerweise ein Topspiel, im Free-TV zu sehen ist“, hatte der Boss des Fußball-Rekordmeisters im Magazin „Sport-Bild“ gesagt.

„Der Mix aus Pay- und Free-TV muss stimmen, sonst besteht die Gefahr, dass sich die Champions League mittelfristig selbst einen Schaden beim Sponsoring zufügt“, sagte Rummenigge. Er verwies auf sinkende Zuschauerzahlen, da die Champions League seit dieser Saison nicht mehr frei empfangbar im ZDF zu sehen sei. Noch zweieinhalb Jahre laufen die Spiele bei Sky und beim ebenfalls zahlungspflichtigen Internetanbieter DAZN.

Update vom 13. Februar 2019, 15.39 Uhr: Die meisten Fußballfans werden die Forderung von Karl-Heinz Rummenigge gern gehört haben. Der Bayern-Boss setzte sich via „Sport Bild“ für eine Rückkehr der Champions League ins Free-TV ein. Das hört sich prima an, funktioniert aber nur, wenn die Fußballvereine dafür auf viele Millionen Euro verzichten - vor allem der FC Bayern, der größte deutsche Profiteur der derzeit gültigen Pay-TV-Verträge.

Rummenigge sagte dem Magazin, man müsse bei der UEFA alles in die Waagschale legen, damit in Deutschland ab der nächsten Rechteperiode wieder mindestens ein Livespiel, idealerweise ein Topspiel, im Free-TV zu sehen sei: „Dies ist im Interesse der Fans, und das müssen wir stärker berücksichtigen.“ So war es bisher, zunächst bei RTL, dann bei Sat.1 und zuletzt beim ZDF.

Ähnlich sieht es der Bayern-Trainer. „Ohne die Fans ist unser Sport sowieso hinfällig, unser Sport lebt schon durch die vielen Fans in unseren Stadien und diejenigen, die vor den Fernsehbildschirmen sitzen“, sagte Niko Kovac am Mittwoch: „Der Sport sollte vielen zugänglich gemacht werden.“

Bayern-Boss Rummenigge fordert Änderung der TV-Rechte - Seitenhieb gegen einen Sender

Update vom 13. Februar 2019, 10.30 Uhr: Karl-Heinz Rummenigge kann mit seiner Meinung anecken. Zumindest drückt er sie meistens deutlich aus. Nun hat er aber mit einer klaren Äußerung bei der Sport Bild so gut wie jedem Fußball-Fan aus der Seele gesprochen. 

„Wir müssen bei der Uefa alles in die Waagschale legen, damit in Deutschland ab der nächsten Rechteperiode (von 2021 bis 2014) wieder mindestens ein Livespiel, idealerweise ein Topspiel, im Free-TV zu sehen ist“, so der Bayern-Boss. Dass er mit der Meinung wahrscheinlich nicht alleine dasteht, unterstreicht er ebenfalls. „Das werden die Verantwortlichen in Dortmund, Schalke und Hoffenheim, die in dieser Saison die Bundesliga in der Champions League vertreten, wohl ähnlich sehen“, so der 63-Jährige.

Rummenigge: „Ich habe immer gewarnt: Wir sind nicht in England“

Doch warum muss in der aktuellen Phase, in der die Rechte der Königsklasse auf Sky und DAZN aufgeteilt sind, wieder ins frei empfangbare Fernsehen? „Dies ist im Interesse der Fans, und das müssen wir stärker berücksichtigen. Ich habe immer gewarnt: Wir sind nicht in England, wo die Spiele schon seit Jahr und Tag exklusiv im Pay-TV laufen, oder in Spanien. Wir haben eine andere Fußball-Kultur, und der sollte man Rechnung tragen“, sagt Rummenigge. 

Durch die Hoheit der Pay-TV-Sender gehen die Zuschauer zurück und das muss sich aus der Sicht des FCB-Verantwortlichen ändern. „Der Mix aus Pay- und Free-TV muss stimmen, sonst besteht die Gefahr, dass sich die Champions League mittelfristig selbst einen Schaden beim Sponsoring zufügt, fügt er an und sagt: „Wir müssen ein großes Interesse daran haben, wieder einer breiten Öffentlichkeit präsentiert zu werden und nicht exklusiv im Pay-TV zu verschwinden. Das war ursprünglich so auch nicht geplant.“

Rummenigge kann sich Seitenhieb gegen Sky nicht verkneifen

Rummenigge freut sich über Sky als Hauptgeldgeber der Bundesliga (“ein absolutes Premiumprodukt“), kann sich aber einen kleinen Seitenhieb nicht verkneifen. „Die Kunden von Sky haben ihr Abo nicht in erster Linie gekauft, um sich einen James-Bond-Film anzuschauen. Den bekomme ich auch bei Netflix, Amazon und Apple. Sondern wegen der exklusiven Rechte an der Bundesliga und der Champions League“, so der ehemalige Stürmer. Am Hungertuch müsste der FC Bayern wegen der Umverteilung der Rechte nicht nagen: „Ich glaube nicht, dass in Summe weniger Geld für die TV-Vermarktung bezahlt werden würde, wenn auch wieder Spiele im Free-TV zu sehen sind.“

Champions League nur noch im Pay-TV: Jetzt äußert sich Uli Hoeneß

Update vom 8. Oktober 2018: "Ich werde Niko Kovac verteidigen bis aufs Blut.“ Angesichts der Krise beim FC Bayern München stärkt Präsident Uli Hoeneß Trainer Nico Kovac den Rücken.

München - Am letzten Dienstag und Mittwoch hatte der eine oder andere Fußball-Fan sicherlich schon in Richtung ZDF geschaltet. Immerhin stand der erste Spieltag in der Champions League an. Doch von wegen Free-TV! Seit dieser Saison ticken die Uhren der Fernseh-Rechte etwas anders. Vorbei sind die Zeiten, in denen wenigstens eine Partie pro Spieltag im Free-TV gezeigt wurde. Eine Entwicklung, die auch Uli Hoeneß nicht gefällt. 

Uli Hoeneß: Verärgerung über neue Verteilung der TV-Rechte 

Der Präsident des FC Bayern München zeigte sich im Kicker sehr verärgert über die Abschaffung des Königsklassenspiels im frei empfangbaren Fernsehen. „Ich bedaure es sehr, dass es im Free-TV keine Champions League mehr gibt“ , macht Hoeneß keinen Hehl aus seinem Unmut. Und damit steht er nicht alleine da. Zuletzt hatte auch Ex-Bayern-Star Mario Gomez zugegeben, keinen Überblick mehr über den neuen TV-Schlüssel zu haben. Bis zu dieser Saison lief pro Woche eine Partie der Champions League im ZDF, der Rest bei Sky. Seit diesem Jahr jedoch ist der Streaming-Dienst DAZN der neue Chef im Ring, während Sky die Konferenz und ein Einzelspiel pro Tag zeigt. 

Auch diese verwirrende Verteilung stößt Hoeneß übel auf: „Ich hätte mich sehr gefreut, wenn es wie bisher geblieben wäre. Wenn schon Bezahl-Fernsehen, dann wäre es mir lieber, dass alles auf einem Sender zu sehen ist“ , verrät der FCB-Boss. Die aktuelle Situation sei keine Ideallösung. Dennoch betont Hoeneß, dass es bis auf Weiteres nicht zu verhindern sei. Vorerst „müssen wir uns daran gewöhnen“ , sagt der Bayern-Präsident. Doch auch am nächsten Spieltag der Champions League dürfte so mancher Fan aus Macht der Gewohnheit wieder ins ZDF schalten.

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