Und warum er nicht Sportdirektor wurde

Lahm verrät: Deshalb bin ich beim FC Bayern zurückgetreten

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Philipp Lahm trat 2017 beim FC Bayern zurück.

Beim FC Bayern spielte er sich als Kapitän zur Legende, wirbelte jahrelang die Außenbahnen rauf und runter. 2017 trat Philipp Lahm überraschend zurück. Nun erklärt er, weshalb.

München - Nach über 650 Einsätzen im Verein sowie im DFB-Team war Schluss. Philipp Lahm beendete im Sommer des vergangenen Jahres seine Karriere beim FC Bayern. Nach dem Rücktritt aus der Nationalmannschaft im Sommer 2014 bedeutete das: Nie wieder Profifußball.

In einer Bild-Kolumne erklärt Lahm nun noch einmal seinen Schritt. „Wie schon bei meinem Rücktritt aus der Nationalmannschaft habe ich auch bei dieser Entscheidung voll auf mein Gefühl vertraut. Gerade als Kapitän war es für mich immer entscheidend, in jedem Training und jedem Spiel Top-Leistungen abzurufen“, so der 34-Jährige. Ihm sei klar geworden, dass er das über die laufende Saison hinaus keine weitere Spielzeit lang mehr hätte leisten können.

Ein zweiter wichtiger Grund war auch die Familie, wie Lahm nun erzählt: „Ich wollte mir nach der Geburt meiner Tochter im August die Zeit mit meiner Familie endlich frei einteilen können.“

Lahm kann Fan-Fragen verstehen - und erklärt sich

Der 113-malige DFB-Kicker scheint mit sich im Reinen: „Wenn ich dem FC Bayern heute beim Spielen zusehe, dann bin ich überzeugt, dass mein Rücktritt auch für die Mannschaft der richtige Schritt war. So konnte sich das Team erneuern und eine neue Hierarchie entstehen.“

Als Lahm sein Karriereende verkündete, wollten das viele Fans nicht wahrhaben. Schließlich schien der Rechtsverteidiger weiterhin die Konstanz in Person zu sein. Auch diese Menschen kann Lahm verstehen: „Da dies ein sehr subjektives Gefühl war, verstehe ich, dass die meisten Menschen zunächst gar nicht nachempfinden konnten, dass sich für mich etwas geändert hatte. Aber ich bin sicher, hätte ich weitergemacht, wäre der feine Unterschied, den ich schon früh gespürt habe, irgendwann sichtbar geworden“, schreibt er in der Kolumne.

2010 heiratete Philipp Lahm seine Claudia.

Der 34-Jährige gibt zu, „großen Respekt“ vor diesem Schritt gehabt zu haben. Was ihm half? Dass er schon sehr genau vor Augen hatte, wie seine Zukunft als Gesellschafter seiner Unternehmensbeteiligungen nach dem Fußball aussehen könnte.

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Deshalb wollte Lahm nicht sofort Sportdirektor werden

Dankbar ist er den Bayern-Bossen Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß, weil er mit seinem Rücktrittsgesuch auf offene Ohren gestoßen ist. In all seinen Jahren beim FC Bayern habe er stets ein hochgradiges Vertrauen gespürt. „Ich hatte immer ein gutes und konstruktives Arbeitsverhältnis, wir haben uns stets offen ausgetauscht. Auch deshalb wurde mein Entschluss schnell akzeptiert.“

Das nächste „Warum?“: Wieso wurde er nicht sofort Sportdirektor bei den Bayern? „Wer mich kennt, der weiß, dass ich gerne vorbereitet bin“, sagt Lahm. Daher sei es ihm wichtig, erst einmal Abstand zu gewinnen, in aller Ruhe die lange Zeit im Fußball zu reflektieren und sich gemeinsam mit der Familie Gedanken zu machen, wo und in welcher Form er seine Erfahrungen einbringen kann. 

Lahms neuer Job: Botschafter für die Bewerbung des DFB um die Europameisterschaft 2024.

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