Haaland spielte eine Rolle

Lewandowski-Berater Zahavi mit schweren Vorwürfen: „Bayern hat den Menschen Robert verloren“

  • Christoph Klaucke
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Lewandowski-Berater Pini Zahavi macht brisante Enthüllungen zu Gesprächen mit den FCB-Bossen. Der FC Bayern wollte den Vertrag offenbar nicht verlängern.

München – Es war fast zu befürchten: Der Vertragspoker um Robert Lewandowski wird in der Öffentlichkeit ausgetragen. Der FC Bayern und Lewandowskis Berater Pini Zahavi liefern in den Medien widersprüchliche Aussagen und machen sich gegenseitig Vorwürfe.

Lewandowski will die Bayern trotz laufenden Vertrags bis 2023 verlassen, am liebsten schon diesen Sommer. Der Pole behauptete kein neues Vertragsangebot bekommen zu haben, die FCB-Bosse um Hasan Salihamidzic sind vom Gegenteil überzeugt. Zahavi bekräftigte, kein Angebot erhalten zu haben. Der 78-jährige Spielerberater enthüllt nun, wie sich die Gespräche aus seiner Sicht tatsächlich zugetragen haben.

Name: Robert Lewandowski
Alter: 21. August 1988 (Alter 33 Jahre), Warschau, Polen
Position: Sturm
Verein: FC Bayern (Vertrag bis 2023)
Marktwert: 50 Millionen Euro

FC Bayern: Lewandowski-Berater enthüllt pikante Vertragsgespräche

Laut Zahavi geht es nicht um Geld, sondern Respekt. Den hätten die Bayern Lewandowski in den letzten Monaten jedoch nicht entgegengebracht, erklärt der Israeli bei Bild: „Der FC Bayern hat nicht den Spieler Lewandowski verloren, sondern den Menschen Robert.“ Passend dazu erzählt Zahavi eine Anekdote, die sich im vergangenen Jahr abgespielt haben soll.

„Ich kam für ein Meeting mit Oliver Kahn, Hasan Salihamidzic und Marco Neppe nach München. Ich habe ihnen gesagt: ‚Was haltet ihr von einer Vertragsverlängerung mit Robert?‘ Die Antwort: Stille. Kein Ja, kein Nein, kein Vielleicht, einfach nichts“, erklärte Zahavi. „Daraufhin habe ich dann gegen Ende des Meetings gesagt: ‚Wenn es so ist, dann verkauft ihn doch im nächsten Sommer.‘“

Einen Verkauf Lewandowskis lehnt der FC Bayern München bekanntermaßen strikt ab. Laut Zahavi wären die FCB-Bosse dazu jedoch unter gewissen Umständen bereit gewesen. „Wir wollen ihn eigentlich nicht verkaufen, aber wenn du uns ein Angebot über 120 Millionen Euro bringst, dann können wir reden“, hieß die Antwort von Brazzo & Co. Zahavi zufolge. „Also ungefähr die Summe, die eine Haaland-Verpflichtung im Sommer gekostet hätte inklusive aller Honorare“, so Zahavi.

Robert Lewandowski will seinen Vertrag beim FC Bayern nicht verlängern.

Robert Lewandowski: Haaland-Interesse wurde dem FC Bayern laut Zahavi zum Verhängnis

Erling Haaland wechselt in diesem Sommer für eine Ausstiegsklausel in Höhe von 75 Millionen Euro von Borussia Dortmund zu Manchester City. Die Bayern sollen ebenfalls ihr Interesse beim norwegischen Stürmer hinterlegt haben, was bei Lewandowski offenbar nicht besonders gut ankam.

„Robert wusste also die ganze Zeit, dass Bayern ihn durch Haaland ersetzen wollte. Der Vater von Erling hat es ihm sogar bestätigt, sagte ihm vor einiger Zeit in einem persönlichen Gespräch: ‚Zu 50 Prozent kommt mein Sohn zum FC Bayern.‘ Die Fußballwelt ist groß, aber es gibt keine Geheimnisse...“, sagte Zahavi. Das Werben um Haaland könnte den Bayern somit in der Causa Lewandowski um die Ohren fliegen.

Lewandowski könnte auf Alaba folgen: Berater Zahavi sieht sich als „Feindbild“

Das letzte Wort in dieser Angelegenheit ist aus Sicht Zahavis noch längst nicht gesprochen. „Ich hoffe jedenfalls, dass die Verantwortlichen und auch der Aufsichtsrat erneut darüber nachdenken. Natürlich können sie Robert noch ein Jahr behalten, fairerweise hat er Vertrag bis 2023, aber das würde ich ihnen nicht empfehlen. Für Robert Lewandowski ist der FC Bayern Geschichte“, kündigte Zahavi an.

Das Tischtuch zwischen den Bayern und Zahavi scheint jedenfalls seit der gescheiterten Vertragsverlängerung von David Alaba, der im Vorjahr ablösefrei zu Real Madrid gewechselt war, zerschnitten. „Ich wurde zum Feindbild auserkoren, weil David Alaba vor einem Jahr für sich die Entscheidung getroffen hatte, den Verein zu verlassen. Nicht weil ich ihn beeinflusst habe, sondern weil die Verantwortlichen in den Verhandlungen ihm gegenüber selbstgefällig waren“, sagte Zahavi. Dasselbe Szenario droht nun auch bei Lewandowski. Ein Bundesliga-Keeper erlaubte sich derweil einen provokanten Lewandowski-Scherz in Barcelona. (ck)

Rubriklistenbild: © Tobias Hase

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