Titel, Transfers und Titan: Klartext vom FCB-Präsidenten

Uli Hoeneß: 5 Thesen für ein Halleluja! Über diese Aussagen spricht Fußball-Deutschland

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FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß redete am Sonntag im „Doppelpass“ Klartext.

Am frühen Samstagabend verließ Uli Hoeneß die Arena noch, ohne Fragen zu beantworten. „Ich werde morgen etwas sagen“, ließ der Präsident des FC Bayern lächelnd wissen. Hoeneß hielt Wort!

Am Sonntag war er im „Doppelpass“ bei Sport1 zu Gast – und zeigte sich in der Talkrunde blendend aufgelegt. Von Transfers über die Rolle von Sportdirektor Hasan Salihamidzic bis hin zu den bayerischen Planspielen mit Oliver Kahn. Der FCB-Präsi ließ kaum eine Frage unbeantwortet.

Besonders deutlich wurde Hoeneß, als es um die Verpflichtungen im kommenden Sommer ging. Uli sagte in die Runde: „Wenn Sie wüssten, was wir alles schon sicher haben für nächste Saison…“ Sicher dürfte in erster Linie sein, dass Niko Kovac dann auch noch Trainer in München ist. Hoeneß lobte den Kroaten für seine Entwicklung, meinte: „Anfangs wollte Niko ein Kumpeltyp sein, das hat er geändert. Er ist ein hochintelligenter Trainer.“

In Rage geriet der Präsident nur einmal so richtig, als es um kritische Stimmen zur aktuellen Bayern-Situation ging. Klartext von Hoeneß: „Du hast einen neuen, jungen Trainer, einen neuen, jungen Sportdirektor. In einem solchen Umfeld so eine Krise, wie wir sie im Herbst hatten, so überzeugend gemeistert zu haben, mit 18 Siegen und einem Unentschieden, kann ich nur sagen: Hut ab!“ Der 67-Jährige weiter: „So ein Umbruch kann nicht ohne Schrammen vor sich gehen. Dass wir zehn Punkte Vorsprung haben, will doch auch keiner.“ Ulis wichtigste Aussagen im Überblick:

Video: Was hat Uli Hoeneß getroffen

1 - Im Sommer greift der FCB auf dem Transfermarkt an!

Den Sparkurs im vergangenen Sommer erklärte Hoeneß erneut mit den großen Plänen für die Spielzeit 2019/2020. Namen wollte er nach seiner Transferankündigung zwar nicht nennen, Uli meinte nur: „Wenn wir jetzt schon bekannt geben, wen wir schon alles haben, dann werden alle sauer, die noch da sind. Und die brauchen wir jetzt, denn wir haben noch große Ziele diese Saison.“ Klar ist: Benjamin Pavard (22) kommt vom VfB Stuttgart. Zudem heizte Hoeneß die Gerüchte um Lucas Hernandez (23) an, O-Ton des Präsidenten: „Wenn wir Hernandez kriegen könnten, könnte ich mir vorstellen, 80 Millionen zu bezahlen.“ Die Gerüchte um den französischen Verteidiger bezeichnete er als „lauwarm“. Über einen Kauf von James Rodriguez, der im Mai für 42 Millionen fest von Real Madrid verpflichtet werden müsste, entscheidet Kovac alleine. Ein weiterer heiß gehandelter Name: Nicolas Pepe (23). Während Hoeneß im deutschen TV sprach, gab Lille-Trainer Christoph Galtier bei Telefoot zu Protokoll: „Ich weiß, dass einer der größten Klubs der Welt, ein deutscher, seine beiden Flügelspieler verliert. Nicolas könnte dort spielen – das ist sicher.“

2 - „Wir opfern die Meisterschaft für den Robbery-Abschied“

Titel sind das Einzige, was beim FC Bayern zählt? Von wegen! Hoeneß sagte: „Einen soften Umbruch hinzulegen, das ist die Kunst. Wir wollen Ribéry, Robben und Rafinha nicht noch zwei Leute vor den Kopf knallen. Wir sind bereit, in einem Jahr mal die Meisterschaft zu opfern, um denen einen würdigen Abgang zu bereiten.“ Es folgte ein kurzer Süffisanz-Anfall des FCB-Präsidenten: „Ich habe in meinem Leben mehr als 50 Titel gewonnen, da kommt’s auf den einen mehr oder weniger auch nicht an.“ Hoeneß kündigte außerdem an, dass der Klub ein Abschiedsspiel für seine langjährige Flügelzange plant.

3 - Brazzo macht gute Arbeit!

Sportdirektor Hasan Salihamidzic geriet seit seinem Amtsantritt im Sommer 2017 immer wieder in die Kritik. Das lässt sich Hoeneß nicht bieten. Uli sagte: „Er macht einen super Job! Intern hat Hasan Niko Kovac unheimlich gestützt, auch wenn das nach außen nicht so gewirkt hat. Und dass wir aus der Krise wieder rausgekommen sind, hat auch damit zu tun, dass Hasan intern – nicht für die Medien – einen super Job gemacht hat.“ Auch den Vorwurf, Salihamidzic sei dafür verantwortlich, dass die Bayern-Bank beim Achtelfinal-Hinspiel beim FC Liverpool nicht adäquat besetzt war, schmetterte der Präsident mit Verve ab.

Hoeneß: „Wenn wir zusätzlich zu unserem Kader noch ein paar Top-Spieler hätten, dann hätten wir die Rafinha-Diskussion jeden Sonntag.“ 

4 -  Das 3:3 gegen Düsseldorf war der Wendepunkt

Das blamable Unentschieden gegen Aufsteiger Düsseldorf Ende November steht sinnbildlich für die handfeste Krise, in der der Rekordmeister zwischenzeitlich steckte. Hoeneß erinnert sich: „Nach dem Düsseldorf-Spiel waren wir alle gut beraten, erst Montag oder Dienstag das nächste Gespräch zu haben. Wir haben zwei Tage nicht weitergewusst.“ Von einer damals möglichen Kovac-Entlassung wollte der Präsident allerdings nicht sprechen. Nach dem peinlichen Remis hatte es Krisensitzungen gegeben, erst mit den Bayern-Bossen und ausgewählten Spielern (Neuer, Lewandowski, Müller und Ribéry). Anschließend wurde auch Kovac einbezogen.

Wiedersehen in der Chefetage? Hoeneß berichtete über die Zukunftspläne mit Oliver Kahn

5 - Unser Plan mit Kahn

Oliver Kahn soll zum nächsten Big-Boss beim FCB werden. Hoeneß: „Oliver könnte sich das vorstellen. Wir haben kein Geheimnis daraus gemacht, dass er ein möglicher Nachfolger für Rummenigge wäre. Wir sind im Gespräch. Wir verhandeln auf einer Position nur mit einer Person. Bei uns gibt es nur Eins-a-Lösungen. Oliver Kahn würde ein Jahr lang normales Vorstandsmitglied sein, man hätte die Möglichkeit, sich zu beschnuppern.“ Erst dann wird eine endgültige Entscheidung getroffen. Zu seiner Zukunft als Präsident meinte Hoeneß: „Ende Juni entscheiden wir, ob ich weitermache.“

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