10.000 Club-Supporter erwartet

Zoff vor Derby: Bayern verbietet harmlose Aktion der Nürnberg-Fans - aus kuriosem Grund

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Zahlreiche Gegenstände sind in der Allianz Arena verboten - für die FCN-Fans nun sogar noch mehr.

Die Ultras des 1. FC Nürnberg wollten beim Gastspiel ihres Vereins beim FC Bayern am Samstag einen optischen Akzent setzen, doch der Rekordmeister verbietet das. Die Entscheidung wird auch erklärt.

Update vom 7. Dezember, 12.47 Uhr: Kommt Isco von Real Madrid zum FC Bayern? Die Roten sollen sich laut dem italienischen Transferexperten Tancredi Palmeri beim Buhlen um den Spanier in der Pole Position befinden.

10.000 Nürnberger zum Derby in Allianz Arena erwartet

München - Am Samstagnachmittag kommt es erstmals seit über viereinhalb Jahren mal wieder zum traditionsreichen bayerischen Derby zwischen dem FC Bayern München und dem 1. FC Nürnberg (Sa, 15.30 Uhr, wir berichten im Live-Ticker). 75.000 Zuschauer werden dabei in der Allianz Arena erwartet, darunter auch an die 10.000 Nürnberger Anhänger. Für die Fans aus Franken ist das Gastspiel beim Rekordmeister nach dem Aufstieg in die Bundesliga ein Highlight, entsprechend hatten sie eine spezielle Aktion geplant. Doch daraus wird nun nichts, der FC Bayern hat diese verboten. Was ist passiert?

Die Ultraszene des 1. FC Nürnberg wollte den mit nach München reisenden Anhängern 5.000 rot-schwarze Mützen zur Verfügung stellen, um den Gästeblock in der Arena farblich anspruchsvoll zu gestalten. „Damit auch jeder Auswärtsfahrer eine bekommt, hätten wir sie am Samstag gegen eine Spende vor dem Gästeeingang verteilt“, heißt es in einer Erklärung der Ultras auf ihrem Blog. Das Problem: Der Eingang befindet sich auf dem Gelände der Allianz Arena, somit greift dort das Hausrecht und von dem machte der FC Bayern Gebrauch. Der Rekordmeister verbietet das Verteilen der Wollmützen. Die Fanbetreuung des 1. FC Nürnberg teilte den Anhängern dieses Verbot mit.

Bedenken wegen Baustelle im Bereich des Gästeblocks

Wie der FC Bayern auf tz-Nachfrage mitteilte, ist das Verteilen der Wollmützen aufgrund einer Baustelle im Bereich des Gästeblocks der Allianz Arena verboten worden. Weil weder vor dem Block noch innerhalb des Stadions genug Platz für das Verteilen sein soll, gibt es Sicherheitsbedenken. Die Baustelle führt auch dazu, dass die Fanbusse lediglich an der Arena vorfahren und die Gäste-Anhänger ausladen dürfen. Anschließend werden die Busse am Bayern-Campus geparkt. Nach der Partie bringen Shuttlebusse die Nürnberger Fans wieder zu ihren Reisebussen, die am FCB-Nachwuchszentrum in der Ingolstädter Straße stehen.

Nürnberger Ultras wollen sich dem Verbot nicht widersetzen

Zuvor hattedie Fanszene des FCN ironische Vermutungen aufgestellt: „Fürchten sie etwa einen Paul Breitner, der sich getarnt als Nürnberger in die Allianz Arena schummelt? Oder haben Sie Angst vor einem Investigativ-Team des SPIEGEL, dem wir undercover im Gästeblock die nächsten Football Leaks stecken?“ Die Anhänger spielen damit auf die Brandherde beim FC Bayern in den vergangenen Wochen an.

Widersetzen wollen sich die Anhänger aus Franken dem Verbot nicht, denn „wir werden die Glubbfamilie nicht der Gefahr aussetzen, in eine Konfrontation mit hochgeschnupften Knüppelkommandos zu geraten.“ Das Derby zwischen dem FC Bayern und dem 1. FC Nürnberg gilt als Risikospiel, entsprechend werden zahlreiche Einsatzkräfte der Polizei vor Ort sein.

Nürnberger Ultras mit Spitze gegen Bosse des FC Bayern

Allerdings fordern die Ultras des 1. FC Nürnberg stattdessen alle Anhänger auf, sich beim FC Bayern zu melden und explizit zu der Thematik Fragen zu stellen. Die Kontaktdaten des FC Bayern veröffentlichten sie direkt dazu. Man könne dabei auch gleich fragen, ob Trikots und Schals erlaubt wären. Zudem regen sie an, man könne sich ja auch noch einmal erkundigen, „wie genau es denn der FC Bayern nun mit der Würde des Menschen nimmt – haben ja kürzlich erst der Ulli und der Kalle drüber schwadroniert …“ Ein klarer Seitenhieb auf die Wut-Pressekonferenz der Bayern-Bosse vor einigen Wochen.

Bayern-Fans sollen auf der A9 nur bestimmte Raststätten nutzen

Mittlerweile gibt es auch Anreise-Hinweise seitens der Fanbetreuung des FC Bayern. Alle Anhänger des Rekordmeisters, die aus Norden (also über die Autobahn A9 aus Richtung Nürnberg) zum Spiel in der Allianz Arena anreisen, sollen nur die Raststätten Feucht, Köschinger Forst und Fürholzen anfahren. Alle anderen seien für Fans des 1. FC Nürnberg reserviert, so sollen Zusammenstöße der rivalisierenden Fangruppen verhindert werden.

Im Mai 2007 hatten Mitglieder der Bayern-Ultra-Gruppierung „Schickeria“ auf einer Autobahnraststätte bei Würzburg einen Bus mit Nürnberger Fans attackiert. Dabei wurde eine Frau so schwer mit einer Bierflasche verletzt, dass sie auf einem Auge die Sehkraft verlor.

fw, jau

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