„Wollen wir dort bestehen, müssen wir uns steigern“

Gipfel-Alarm! Vor CL-Kracher bei Tottenham gibt‘s für Bayern noch viele Baustellen

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An das weiße Ballett erinnerten in Paderborn nur die Trikots der Bayern, spielerisch ist noch Luft nach oben

Der FC Bayern hat es in der Bundesliga nach dem Sieg gegen Paderborn zwar wieder an die Tabellenspitze geschafft. Doch vor dem CL-Spiel bei Tottemham muss sich die Kovac-Elf noch deutlich steigern.

Der FC Bayern ist endlich wieder da, wo er – mindestens nach dem eigenen Selbstverständnis zu urteilen – unbedingt hingehört. An der Tabellenspitze der Bundesliga. Zu seinem 64. Geburtstag unter der Woche hatte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge noch den Gipfelsturm der Roten gefordert, Team und Trainer erfüllten ihm diesen Wunsch umgehend. Doch das 3:2 (1:0) bei Aufsteiger SC Paderborn schmeckte weder den Bayern-Stars noch den Verantwortlichen so richtig gut. Der Grund: Drei Tage vor dem Champions-League-Kracher bei Vorjahresfinalist Tottenham Hotspur (Wir berichten im Live-Ticker) offenbarte der deutsche Rekordmeister drei mehr oder weniger große Baustellen. Sportdirektor Hasan Salihamidzic meinte: „Wir haben das Spiel gegen Paderborn gewonnen, aber nicht in der Art und Weise, wie wir spielen wollen. Wir wollen uns steigern, wir werden uns steigern – und wir müssen uns steigern, wenn wir in London bestehen wollen.“ Woran es genau hakt? Die tz-Analyse:

Musste in der Benteler Arena zu Paderborn auch mal laut werden: Bayern-Trainer Niko Kovac

Chancenwucher: Die nackten Zahlen belegen, dass den FCB bisweilen eine Torschuss-Panik überfällt. 18 Versuche in Richtung gegnerisches Gehäuse gaben die Münchner in Ostwestfalen ab. 15 Mal probierten sie es sogar von innerhalb des Strafraums und mit dem Fuß – die vermeintlich einfachste Art, einen Treffer zu landen. Trotzdem sprangen nach 90 Minuten nur drei Tore heraus. Zu wenig für die eigenen Ansprüche! Coach Kovac sagte: „Es ist nicht das erste Spiel, das wir in der ersten Halbzeit dominieren und uns mit nur einem Tor Vorsprung in die Halbzeitpause verabschieden.“ Stattdessen bräuchte es nach derartigen Auftritten eben mal einen beruhigenderen Vorsprung. Zur Erinnerung: Schon in Leipzig spielte der FCB seinen Gegner in Hälfte eins nahezu schwindelig, der ganze Lohn war damals ein 1:1 zur Pause. „Wir müssen konsequenter sein, dann kommt kein Gegner zurück“, sagte Kovac. In Paderborn besonders grotesk: Selbst Tormaschine Robert Lewandowski verballerte eine Riesenchance (7.). Das Chancen-Feuerwerk setzten Philippe Coutinho (8.), Kingsley Coman (13.) und Serge Gnabry (43.) fort. Manuel Neuer meinte: „Wir haben die vielen Torchancen und unsere Dominanz nicht ins Ergebnis umgesetzt. Damit haben wir uns die Probleme selbst gemacht.“ Gibt’s einen Erklärungsansatz? Der Kapitän scherzte: „Der Erklärungsansatz ist, dass wir uns das hoffentlich für Dienstag aufgehoben haben.“

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FC Bayern zeigt diese Saison gute Leistung nur selten über 90 Minuten

Fehlende Spielkontrolle: Eines vorweg: Der FC Bayern spielt bereits früh in der Saison guten und teils auch sehr ansehnlichen Fußball. Das große Problem ist nur, dass der Double-Sieger seine starken Leistungen selten über die vollen 90 Minuten zeigt. In Paderborn offenbarte sich das gleiche Bild wie schon bei den Punktverlusten gegen Hertha (2:2) und Leipzig (1:1). Und sogar beim letztlich souveränen 3:0-Sieg in der Champions League gegen Roter Stern Belgrad wackelte die Münchner Führung zwischendurch bedenklich. Joshua Kimmich, der Mann für Klartext, analysierte nach Schlusspfiff: „Wir sind ein bisschen zu leichtsinnig mit dem Ball umgegangen. Dadurch signalisieren wir dem Gegner immer wieder, dass etwas möglich ist.“ Tatsächlich spielten die Münchner in der zweiten Halbzeit weniger druckvoll nach vorne. „Vielleicht hatten wir nach dem 2:0 im Hinterkopf: Jetzt ist das Ding durch“, meinte Kimmich.

Nach Sieg gegen Paderborn: Gnabry, Kimmich und Kovac mit kritischen Worten

Fehlende Coolness: In den Schlussminuten wurde es in Paderborns 15 000-Zuschauer-Arena noch mal richtig heiß. So sehr, dass Neuer sich bei Abstößen aufreizend lange Zeit ließ. Diese Abgezocktheit ließen andere Bayern-Akteure vermissen. Der Torwart meinte anschließend: „Uns hat die Coolness und Cleverness gefehlt – und ein bisschen die Routine, als Bayern München so aufzutreten wie in den ersten 45 Minuten.“ Ob das womöglich an den vielen, vergleichsweise unerfahrenen Neuzugängen liegt? Kimmich: „Das glaube ich nicht.“ Die große Feuerprobe in dieser Hinsicht steht am Dienstag gegen Tottenham an…

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WegenNiklas Süle musste die Polizei anrücken - der Grund dafür ist kurios. 

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