Neue Spieler-Generation zeigt schon den richtigen Spirit

Für Titel braucht’s Kohle & Kontinuität: Was der FC Bayern von den CL-Finalisten lernen kann

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Die Könige Europas

Dank Jürgen Klopp hat der Henkelpott wenigstens einen kleinen schwarz-rot-goldenen Anstrich. Ansonsten war die abgelaufene Champions-League-Saison aus deutscher Sicht schlichtweg zum Vergessen.

München - Die Königsklassen-Spielzeit 2018/2019 war nicht mehr als ein Bundesliga-Quickie. Kein deutsches Team überstand das Achtelfinale (Bayern, Dortmund, Schalke) und für die TSG Hoffenheim war bereits nach der Gruppenphase Schluss.

Die Ausrede, dass sowohl Bayern als auch Dortmund gegen die finanziell privilegierteren späteren Finalisten ausgeschieden sind, zählt in dem Fall nicht. Dafür gab es in den K.o.-Runden ein paar Überraschungen, die das Verhältnis David gegen Goliath komplett auf den Kopf stellten. Allen voran Ajax Amsterdam, das mit Real Madrid und Juventus Turin haushohe Favoriten deutlich besiegte – und gegen Tottenham im Halbfinale erst im letzten Moment wegen seiner Unerfahrenheit scheiterte. Selbst die Milliarden-Truppe Paris Saint-Germain scheiterte am kriselnden Manchester United.

FC Bayern: Klopp hat die Reds zu einem Top-Verein gemacht

Freilich, finanzielle Sorglosigkeit ist im Kampf um den europäischen Thron kein Nachteil. Genauso wichtig wie Geld ist allerdings Kontinuität – auch wenn das im ersten Moment merkwürdig klingt. Die beiden CL-Final-Kontrahenten in der Coaching-Zone stützen diese These allerdings.

Mauricio Pochettino übernahm 2014 in Tottenham: In seiner ersten Saison wurde Pochettino mit den Spurs Fünfter, danach qualifizierte sich der Verein jedes Jahr für die Champions League. Statt wild einzukaufen, verstärkte Pochettino sein Team in den vergangenen Jahren punktuell und verzichtete vor dieser Saison angesichts des teuren Stadionbaus sogar komplett auf Transfers.

Jürgen Klopp ist seit 2015 Teammanager in Liverpool. Auch wenn er nun vier Jahre auf seinen ersten Titel mit der englischen Traditionsmannschaft warten musste, hat er die Reds seitdem national und international zu einem Top-Verein gemacht – dabei aber tiefer in die Tasche gegriffen: Vor dieser Saison waren es Ausgaben von 182,2 Millionen Euro. Und der Trainer hat es seit seinem Amtsantritt geschafft, all die begnadeten Einzelkönner zu einem eingeschworenen Haufen zu formen – mit dem uneingeschränkten Vertrauen der Klub-Bosse.

Video: Liverpool steht Kopf -  500.000 Fans feiern Henkelpott

Erst kürzlich erklärte Karl-Heinz Rummenigge, dass der FC Bayern die größten Erfolge feierte, wenn Kontinuität auf der Trainerposition herrschte. Das ist in München seit Sommer 2016 (Ancelotti, Heynckes, Kovac) nicht mehr der Fall. Allerdings: Die neue Bayern-Generation um Süle, Gnabry, Goretzka & Co. legt schon mal den richtigen Teamspirit an den Tag. Vielleicht stehen in ein paar Jahren die Münchner in Europa wieder ganz oben. Aktuell braut sich beim FCB auf alle Fälle etwas zusammen.

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