Nachträgliche Sperre?

Wegen Modeste: Köln-Fans stänkern gegen Ribéry

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Links: Franck Ribéry im Zweikampf mit Dortmunds Felix Passlack, rechts der Schlag von Anthony Modeste gegen Darmstadts Sulu.

München - Nach seinem Schlag gegen Aytac Sulu blieb Anthony Modeste zunächst straffrei. Nun hat der DFB aber ein Verfahren gegen Kölns Torjäger eröffnet. Das bringt die FC-Fans auf die Barrikaden. Sie verweisen auf Franck Ribéry.

Es war DIE Aufregerszene des vergangenen Bundesliga-Wochenendes: Kölns Stürmer Anthony Modeste schlägt - Absicht oder nicht? - Darmstadts Kapitän Aytac Sulu während eines Laufduells ins Gesicht. Schiedsrichter Robert Kampka ahndete die Szene nicht, gab hinterher an, nichts gesehen zu haben.

Aufgrund der Fernsehbilder hat der DFB-Kontrollausschuss nachträglich ein Verfahren gegen den FC-Torjäger eröffnet. Modeste soll eine Stellungnahme abgeben wegen seines „krass sportwidrigen Verhaltens in Form einer Tätlichkeit“. Sollte der Franzose verurteilt werden, droht ihm eine mehrwöchige Sperre.

Für einige FC-Fans ist das Verhalten des DFB nicht nachvollziehbar. Im Internet lassen sie ihrem Frust freien Lauf und ziehen als Gegenbeispiel Franck Ribéry heran. Der Franzose in Diensten des FC Bayern fiel in der Vergangenheit auch schon durch einige Unbeherrschtheiten auf dem Platz auf, mal ein (angedeuteter) Ellbogenschlag hier, mal ein ins Gesicht des Gegners Fassen da. Bislang blieb er aber von nachträglichen Sperren verschont.

Ein Umstand, der einige Anhänger des Geißbock-Klubs schäumen lässt.  „Ribéry ist bereits mehrfach auffällig geworden und Wiederholungstäter was solche Unsportlichkeiten anbetrifft. Kurioserweise wird dort allerdings nicht im Nachhinein ermittelt“, schimpft User Markus F. auf der Facebook-Seite des Kölner ExpressKlaus G. findet, dass „der Herr Ribéry längst gesperrt gehört. Im Fall Modeste ist es eine Tatsachenentscheidung vom Schiedsrichter, der das nicht als Rot gesehen hat und in der Regel, wenn der Schiri es nicht ahndet, dann ist es so. Aber ich sage ja, Bayern Bonus. Was der Ribéry sich alles geleistet hat, war weit mehr als dunkelrot.“

FC-Coach Peter Stöger wechselte Modeste als Vorsichtsmaßnahme in Durchgang zwei aus.

Rene B. vermutet dahinter gar System: „Das ist doch voll der Witz, wenn es ein Bayern-Spieler gewesen wäre, würde das keine Sau interessieren und es gäbe auch kein Verfahren. Der DFB ist doch einfach nur lächerlich.“

Volker L. haut in die gleiche Kerbe: „Ribery und die Bayern können sich alles erlauben,Steuerhinterzieher im Vorstand, Schläger auf dem Platz, bravourös dass da noch nichts passiert ist.“ Und auch Userin Lari T. vermutet eine Verschwörung: „Herr Ribéry ist Bayern-München-Spieler, unser Modeste halt nicht. War schon immer so, dass Bayern nahezu alles machen kann, was sonst überall geahndet wird. Man kann sagen, was man will, aber Geld spielt doch eine entscheidende Rolle.“

Zehn Gründe, den FCB zu lieben - und ihn zu hassen

"111 Gründe, den FC Bayern zu lieben" (ISBN 978-3-86265-261-7, Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, Berlin 2013) und "111 Gründe, Bayern München zu hassen" (ISBN 978-3-86265-375-1, Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, Berlin 2014) - das hat der Schwarzkopf & Schwarzkopf  Verlag in zwei Büchern gesammelt. Wir zeigen je zehn der Gründe aus den Büchern. © Schwarzkopf & Schwarzkopf
GRÜNDE, DEN FC BAYERN ZU LIEBEN: Weil der FC Bayern einen Flughafen bauen könnte, und Griechenland retten. © dpa
Weil München das neue Barcelona ist. © AFP
Weil man Uli Hoeneß einfach lieben muss. © MIS
Weil die Allianz Arena das schönste Stadion der Welt ist. © MIS
Weil die Biene Maja eine Eintagsfliege ist und weil kleine Kinder Angst vor Jürgen Klopp haben. © dpa
Weil Müller-Wohlfahrt der schnellste und schönste Arzt der Welt ist. © M.I.S.
Weil Katsche Schwarzenbeck das geilste Tor aller Zeiten geschossen hat. © dpa
Weil beim FC Bayern auch der folgende Eckball etwas einbringt. © picture alliance / dpa
Weil Franz Beckenbauer lustiger ist als Mario Barth. © dpa
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UND NUN DIE ZEHN GRÜNDE, DEN FC BAYERN ZU HASSEN: Weil es Bayern München ist. © M.I.S.
Weil der FC Bayern (mindestens) einmal im Jahr den Marienplatz verunstaltet. © M.I.S.
Weil die Bayern die Weltherrschaft erringen wollen. © dpa/NASA
Weil der FC Bayern keinen Anstand hat. © M.I.S.
Weil die Bayern noch nicht mal wissen, wie man sich schämt. © dpa
Weil der FC Bayern nie verliert. © AFP
Weil die Bayern unverschämte Spielerdiebe sind. © AFP
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Weil Lukas Podolski in München den Spaß am Fußballspielen verlor. © M.I.S.
Weil in München die teuersten Bratwürste der Liga serviert werden. © M.I.S.

Verständnis für die Wut der FC-Fans gibt es auch, sogar von Seiten eines Users, der sich selbst als Bayern-Anhänger bezeichnet. „Ich bin FCB-Fan. Ich kann nachvollziehen, dass alle Köln-Anhänger stocksauer sind. Bei Bayern, siehe Ribéry, wird immer mindestens ein Auge zugedrückt! Hier wird mit zweierlei Maß gemessen. Traurig, so kann man auch die Tabelle ‚frisieren‘. Ich finde es ehrlich gesagt lächerlich. Da müssen irgendwo Menschen sein, die sich profilieren müssen. Ich kann nur ‚sorry‘ sagen!“, entschuldigt sich Oliver B. sogar für die angebliche Ungerechtigkeit.

Sobald Modeste, der sich in der Torjägerliste mit 14 Treffern gemeinsam mit Stürmer Robert Lewandowski vom FC Bayern auf Platz zwei befindet, seine Stellungnahme abgegeben hat, wird der Kontrollausschuss über den weiteren Fortgang des Verfahrens entscheiden.

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