Trainer nicht unumstritten

„Wie bei Ancelotti!“ Bayern-Star übt heftige Kritik an Trainer Niko Kovac

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Ist beim FC Bayern offensichtlich nicht unumstritten: Trainer Niko Kovac.

Niko Kovac scheint beim FC Bayern nicht alle Spieler hinter sich stehen zu haben. Ein Bayern-Star zog nun den nicht positiv gemeinten Ancelotti-Vergleich.

München - Der FC Bayern ist nach dem furiosen 5:0-Sieg gegen Borussia Dortmund wieder Tabellenführer und steht zudem im Halbfinale des DFB-Pokals - dennoch könnte man beim FCB in der von Höhen und Tiefen geprägten Saison zufriedener sein. Ein personeller Umbruch im Sommer ist unausweichlich - dieser wurde mit den Verpflichtungen der französischen Verteidiger Benjamin Pavard und Lucas Hernández auch bereits eingeleitet. Doch auch die Trainerposition könnte hinterfragt werden. 

Nach dem Ausrufezeichen gegen Dortmund stellte Karl-Heinz-Rummenigge zur Zukunft von Trainer Niko Kovac klar: „Es gibt keine Jobgarantie beim FC Bayern München. Für niemanden. Jeder muss liefern. Das ist unser Prinzip. Mit dem Druck muss jeder umgehen können.“ Präsident Uli Hoeneß sprang Kovac zwar zur Seite, ob dieser jedoch auch in der kommenden Saison fix an der Seitenlinie des FCB stehen wird, ist im Moment zumindest fraglich. Jetzt geht es aber erstmal um einen erfolgreichen Abschluss dieser Saison. Zwei Titel können bzw. müssen die Bayern noch holen. Auf den wichtigen Endspurt schwor Kovac sein Team nun ein und nahm seine Spieler dabei in die Pflicht, wie tz.de* berichtet.   

Ancelotti-Vergleich: Kovac beim FCB nicht unumstritten

Niko Kovac hat in seinem ersten Jahr als Trainer beim Rekordmeister offensichtlich nicht jeden auf seiner Seite. Spaltet der ehemalige Bayern-Spieler den FC Bayern womöglich sogar? Es soll Spieler geben, die von Kovac nicht hundertprozentig überzeugt sind. Ein Bayern-Star zog nun sogar den Vergleich mit Ex-Coach Carlo Ancelotti - dessen Zeit beim FC Bayern trotz Meistertitel wahrlich keine glückliche war. Gegenüber ESPN, für die der renommierte Münchner Journalist Raphael Honigstein schreibt, kritisierte „ein hochrangiger Bayern-Spieler“ Trainer Niko Kovac. Dessen Spielvorbereitung sei „wie bei Ancelotti“ - was in Anbetracht dessen Bayern-Amtszeit nicht als Kompliment zu verstehen ist. Dass sichRobert Lewandowski und Kingsley Coman nun im Training unter Niko Kovac geprügelt haben, wirft ebenfalls kein gutes Licht auf seine Trainingssteuerung.

Carlo Ancelotti und der FC Bayern: Nach Klatsche bei PSG ist Schluss

Zur Saison 2016/17 beerbte Ancelotti Pep Guardiola als Trainer beim Rekordmeister. In seiner Prämierensaison holte der Italiener zwar die Meisterschaft, scheiterte jedoch im DFB-Pokal (im Halbfinale gegen Dortmund) und der Champions League (im Viertelfinale gegen Real Madrid) auf dem Weg zum Titel. Nach einem nicht den Bayern-Ansprüchen entsprechenden Start in die Saison 2017/18 und der herben 3:0-Pleite in der Champions League gegen Paris Saint-Germain zogen die FCB-Verantwortlichen die Reißleine - Ancelotti musste bereits im September gehen. Auf ihn folgte Fanliebling Jupp Heynckes.

Carlo Ancelotti und der FC Bayern: Deshalb scheiterte die Zusammenarbeit

Der Italiener hatte beim FCB den Draht zur Mannschaft verloren. Der Kicker berichtete damals gar über ein „vergiftetes Klima“ zwischen den beiden Parteien. Ancelotti sah sich in mehreren Punkten heftiger Kritik ausgesetzt. So sei etwa das Trainingspensum viel zu lasch gewesen, was einige Spieler ganz und gar nicht gefallen haben soll. So soll Arjen Robben geätzt haben, in der D-Jugend seines Sohnes in Grünwald werde intensiver trainiert als beim FC Bayern. Ein zusätzliches Privattraining habe Ancelotti verboten. Zudem sei es zu Grüppchenbildungen innerhalb des Teams gekommen. Insbesondere die Spanien-Fraktion um Thiago, James und Javi Martinez soll bevorzugt worden sein. Außerdem sollen die Ansprachen des Trainerstabs wenig innovativ und motivierend gewesen sein. Unterm Strich war das Tischtuch zwischen Spielern und Trainer am Ende wohl völlig zerschnitten. Ancelotti bei den Bayern - eine kurze, äußerst unglückliche Zeit. 

Carlo Ancelotti über Bayern-Zeit: eine „einzig bittere Erfahrung“

Dass Carlo Ancelotti kein schlechter Trainer ist, steht zweifelsohne außer Frage. Der Italiener, zweimaliger Klubtrainer des Jahres, konnte in allen fünf großen Ligen Titel gewinnen - darunter dreimal die Champions League. Seine Bayern-Zeit bezeichnet der mittlerweile 59-Jährige rückblickend als eine „einzig bittere Erfahrung“. Ancelotti ist aktuell Trainer in seiner Heimat beim SSC Neapel. Im Oktober erklärte er im Zuge der Champions-League-Partie in Paris, der Ort, der das Aus beim FCB besiegelte: „Letztes Jahr, als ich hier ankam, haben mich bei Bayern nur fünf Spieler unterstützt. Jetzt habe ich das Vertrauen der Spieler und des ganzen Vereins in Neapel.“ Dieses Vertrauen erhält er unter anderem auch vom deutschen Offensivspieler Amin Younes, der im Moment bei Neapel spielt: „Zu behaupten, er und seine Kollegen würden nicht professionell genug arbeiten, ist totaler Quatsch. Ich bin hier vom ersten Tag an auf ein Trainerteam getroffen, das unglaublich akribisch und detailliert zu Werke geht.“

FC Bayern: Das bedeutet der Ancelotti-Vergleich für Niko Kovac

Alles in allem ist die Aussage, bei Kovac sei die Spielvorbereitung „wie bei Ancelotti“, als deutliche Kritik am Bayern-Trainer zu verstehen. In Anbetracht der Äußerungen Rummenigges scheint es nicht ausgeschlossen, dass der FC Bayern die Personalie Niko Kovac nach der Saison hinterfragen wird. Noch hat der Kroate allerdings Zeit, Argumente für sich zu sammeln - im Idealfall mit zwei Titeln. Was denken Sie: Ist Kovac noch der Richtige für den FC Bayern? Stimmen Sie ab:

Ein anderer FCB-Stammspieler hatte unter Carlo Ancelotti übrigens auch zu leiden: Joshua Kimmich. Der packte nun über seine Gedanken von damals aus.

*tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

as

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