Nach Sandro Wagners Abgang

Riskanter Mut zur Lücke: FC Bayern vorne dünn besetzt

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Da fehlt doch einer neben mir: Robert Lewandowski scheint das hier anzuzeigen.

Sandro Wagner sagt beim FC Bayern servus und Robert Lewandowski steht als Stürmer alleine da. Einen Ersatz gibt es nicht. Ist das nicht zu riskant?

München - Jupp Heynckes ist ein weiser Mann. Nicht nur seine Erfolge belegen das, sondern vor allem sein Gespür für die Nöte einer Mannschaft. 2012 holte Don Jupp Javi Martínez, der die Bayern ein Jahr später als Bodyguard von Bastian Schweinsteiger auf der Doppelsechs zum Triple führte. Fünf Jahre später, als Heynckes den geschassten Carlo Ancelotti beerbte, erinnerte er sich an den CL-K.o. im selben Jahr gegen Real Madrid. Robert Lewandowski war verletzt, angesichts mangelnder Alternativen musste der Pole aber spielen. Heynckes handelte, holte Sandro Wagner als Back-up – und führte die Roten 2018 am BVB vorbei noch zum Meistertitel.

FC Bayern plant nur mit Lewandowski

„Vorne in der Mitte haben wir nur den Lewy“, so der 73-Jährige damals. „Deswegen ist Sandro herzlich willkommen.“ Eine Meinung, die Niko Kovac nicht teilt. Denn 13 Monate nach dem Wechsel an die Isar befindet sich Wagner auf dem Weg nach China – und Bayern steht erneut mit nur einem echten Neuner da. Riskant? Nicht, wenn es nach Kovac geht. „Wir haben mit Thomas (Müller) und Serge (Gnabry) Spieler, die diese Position spielen können und auch schon gespielt haben“, so der FCB-Trainer gestern. „Wir haben dem Transfer auch nur zugestimmt, weil wir wussten, dass wir mit Thomas und Serge zwei Spieler haben, die diese Position bekleiden können.“

Wirft man einen Blick auf die europäische Konkurrenz, wird schnell klar: Der Kroate steht mit seiner Ansicht alleine da. Erst vor zwei Wochen vermeldete der FC Barcelona den Transfer von Kevin-Prince Boateng, der einzig und allein getätigt wurde, um Stammknipser Luis Suárez die ein oder andere Pause zu gönnen. Auch Juve & Co. gehen angesichts eventueller Ausfälle auf Nummer sicher (siehe unten). Eine Theorie, die man in München anders sieht.

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Geht der FC Bayern auf Nummer sicher?

Bei Bayern sieht es nämlich folgendermaßen aus: Mit Thiago, Franck Ribéry, Arjen Robben, James, Leon Goretzka, Alphonso Davies, Kingsley Coman, Renato Sanches, Gnabry und Müller zählt Bayern zehn offensive Mittelfeldspieler, das Angebot an Mittelstürmern beschränkt sich allerdings auf – Lewy. Heißt im Umkehrschluss: Sollte es beim Polen wider Erwarten mal irgendwo zwicken, dürfen sich Müller oder Gnabry gegen die Innenverteidiger dieser Welt behaupten. Und dass die beiden in dieser Rolle nur bedingt aufgehen, dürfte bereits aus vergangenen Saisons bekannt sein. Frag nach bei Jupp Heynckes...

Europas Fußball-Elite baut auf zwei Stürmer

Lieber einer zu viel als einer zu wenig! Der Blick auf Europas Topklubs zeigt: Zwei Stürmer sind ein Muss. Die tz listet auf:

  • Real Madrid: Karim Benzema, Mariano Díaz. 
  • Barcelona: Luis Suárez, Kevin Prince Boateng. 
  • Atlético: Antoine Griezmann, Álvaro Morata, Diego Costa, Nikola Kalinic.
  • Juve: Cristiano Ronaldo, Mario Mandzukic.
  • Chelsea: Gonzalo Higuaín, Olivier Giroud.
  • Man Cit y: Sergio Agüero, Gabriel Jesús.
  • Arsenal: Pierre-Emerick Aubameyang, Alexandre Lacazette.
  • ManUnited: Marcus Rashford, Romelu Lukaku.
  • PSG: Edinson Cavani, Eric Maxim Choupo Moting.
  • Borussia Dortmund: Paco Alcácer, Mario Götze.

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José Carlos Menzel López

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