Klare Meinungen zum alles beherrschenden Thema

Was sagen die Fans zum Zwist zwischen Flick und Brazzo? Hier kommen drei von ihnen zu Wort

Beim FC Bayern wird derzeit mehr über den Streit zwischen Hansi Flick und Hasan Salihamidzic diskutiert als über sportliche Resultate. Wie denken die Fans darüber?

München - Die Streitigkeiten zwischen Trainer Hansi Flick und Sportvorstand Hasan Salihamidzic halten den FC Bayern in diesen Wochen in Atem. Derzeit deutet einiges darauf hin, dass Flick den Klub im Sommer verlassen könnte. Zu seiner Zukunft und einem möglichen Engagement als Bundestrainer wollte sich der Trainer am Freitag nicht äußern. Er sagte nur: „Ich habe kurz mit Oliver Kahn gesprochen, da ging es um andere Dinge. Es ist nicht so, dass wir jetzt Druck haben.“ Gleichwohl erklärte Flick vielsagend, dass die Chancen auf Erfolg größer seien, wenn es „harmonisch zugeht“.

Wie sehen die Bayern-Fans den Zwist zwischen Flick und Salihamidzic? Wen würden die treuen Anhänger im Sommer eher verabschieden? Die tz hat nachgefragt.

Fan-Legende Hias Hammerl: „Hansi darf nicht gehen!“

„Der Hansi muss bleiben, diese Meinung vertrete ich felsenfest. Er ist ein super Trainer und hat das während seiner gesamten Zeit beim FC Bayern eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Natürlich sind wir jetzt ausgeschieden, aber es ist eben nicht einfach gegen solch starke Pariser, wenn in Robert Lewandowski der beste Torschütze ausfällt. So oder so wäre es aber der größte Fehler, wenn der Verein den Hansi jetzt gehen lassen würde. Das darf nicht passieren!

Glaubt an eine gemeinsame Bayern-Zukunft für Hansi Flick und Hasan Salihamidzic: Hias Hammerl gilt als FCB-Original.

Meiner Meinung nach gibt es aktuell keinen ebenbürtigen Ersatz für so einen Welttrainer, zu dem sich der Hansi in München entwickelt hat. Da sollte auch der Hasan ein bisschen mehr zum Wohle des Klubs handeln und den Zwist beenden. Der FC Bayern ist eine Familie, da haben solche Streitigkeiten nichts verloren. Und dass dieses Duo auch funktionieren kann, haben wir doch vergangene Saison gesehen, als sie zusammen alle Titel geholt haben, die es zu holen gab.“ Hias Hammerl, Fan-Legende (Der mit der mit Kuhglocke)

Alejandro Garcia aus Kuba: „Der Leidtragende ist der FC Bayern“

„Ich denke nicht, dass sich der Streit zwischen Hansi Flick und Hasan Salihamidzic beilegen lässt. Und was noch viel schlimmer ist: Die so gut wie unvermeidbaren Folgen, die besagter Zwist mit sich bringt, gefallen den Mitgliedern unseres Fanclubs hier in Kuba überhaupt nicht. Hansi Flick wird wohl nach der Saison gehen, und das ist schlichtweg schlecht. Nicht nur, dass jemand den Klub verlässt, der von Fans und Spielern gleichermaßen geschätzt wird - mit Flick geht auch der Trainer, der den FC Bayern wieder zu einer Übermannschaft geformt und mit ihr als erster Trainer der Klubgeschichte sechs Titel in einer Spielzeit gewonnen hat.

Leidet Tausende Kilometer entfernt mit: Alejandro Garcia gehört dem FCB-Fanclub CUBAyern im kubanischen Havanna an.

Salihamidzic muss man zugutehalten, dass der coronabelastete Transfermarkt nicht einfach und folglich kaum mit Flicks Spielerwünschen in Einklang zu bringen war. Dass der Konflikt nun aber vor allem auf persönlicher Ebene ausgetragen wird, ist dagegen gänzlich unverständlich. Anders erschließt sich mir auch die Entscheidung nicht, den Vertrag eines derart verdienten und auch weiterhin unverzichtbaren Spielers wie Jerome Boateng nicht zu verlängern. Hansi hat das Herz der Fans, Brazzo scheinbar das der dicken Fische in der Chefetage erobert. Und der Leidtragende ist: der FC Bayern.“ Alejandro García (FCB-Fanclub CUBAyern, Havanna)

Verschiedene Blickwinkel: Beim FC Bayern ziehen Hasan Salihamidzic (l.) und Hansi Flick (M.) nicht an einem Strang.

Bernd Hofmann aus Oberpfalz: "Ich wundere mich, dass es kein Machtwort gibt“

„Der Zwist zwischen Hansi Flick und Hasan Salihamidzic ist eine ganz ungute Sache. Wenn ich mit den Mitgliedern des Fanclubs darüber diskutiere, herrscht großes Kopfschütteln. Der Verein hat eine der erfolgreichsten Spielzeiten aller Zeiten erlebt - mit einem fantastischen Trainer, der die Mannschaft zu diesen Erfolgen geführt hat. Dass es bei Flick und Salihamidzic offenbar keine Basis mehr für eine weitere Zusammenarbeit gibt, nervt viele Fans. Und ich meine auch zu spüren, dass die Situation nicht vollkommen spurlos an der Mannschaft vorbeigeht. Es kann nicht sein, dass man so einen tollen, engagierten und erfolgreichen Trainer im Sommer gehen lässt, nur weil es mit dem Sportvorstand nicht stimmt.

Wünscht sich ein Machtwort aus der Chefetage: Bernd Hofmann ist Präsident des FC Bayern Fanclub Nabburg/Oberpfalz.

Flick muss bei der Kaderplanung unbedingt eingebunden werden. Er sieht die Spieler im Training, er weiß, wo etwas fehlt. Man darf den Trainer nicht zu weit hinten anstellen. In der nächsten Woche steht ein Online-Dialog der Mitglieder an. Ich kann mir gut vorstellen, dass Herbert Hainer und Oliver Kahn dort die Frage nach Flicks Zukunft sehr klar gestellt wird. Ich wundere mich schon, dass die beiden sich bisher nicht einbringen und ein Machtwort sprechen. Schon meine Großmutter hat gesagt: Im Reden macht man’s aus. Das sollte schnell passieren. Wir haben noch sechs Spieltage und einen guten Vorsprung. Aber wenn die Unruhe bleibt, sind fünf Punkte auch mal schnell weg.“ Bernd Hofmann (Präsident FC Bayern Fanclub Nabburg/Oberpfalz)

(jau, lop)

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa

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