Fink: "Man sollte den FC Zürich ernst nehmen"

München - Die Bayern spielen in der Champions-League-Qualifikation gegen den FC Zürich. Die Fans fragen sich: Wie stark ist dieser Gegner? Können sie die Bayern ernsthaft gefährden? Die tz sprach mit Thorsten Fink.

Thorsten Fink ist seit 2009 Trainer beim FC Basel und damit ein Kenner des Schweizer Fußballs.

Herr Fink, die Bayern müssen gegen den FC Zürich ran. Ein Glücklos?

Fink: Das würde ich nicht unbedingt sagen. Der FCZ ist eine spielstarke Mannschaft, die haben noch nicht richtig in die Saison gefunden, drei Spiele – drei Niederlagen. Doch sie haben auch ein paar gute, junge Talente in ihren Reihen.

Wenn der FC Basel der FC Bayern der Schweiz ist – mit welcher Bundesliga-Mannschaft könnte man den FCZ vergleichen?

Fink: Sie landen eigentlich immer unter den Top Drei, haben in der vergangenen Saison den Titel nur ganz knapp verfehlt – weil wir ihn ihnen weggeschnappt haben. Normalerweise gehören sie gemeinsam mit uns und Young Boys Bern immer zu den Titelfavoriten.

Der FC Zürich im Porträt

Bayern-Gegner Zürich im Porträt: Gomez freut sich auf alten Bekannten

Erstmals in seiner 115-jährigen Vereinsgeschichte bestreitet der FC Zürich ein Pflichtspiel gegen den deutschen Rekordmeister Bayern München. © Getty
Die Eidgenossen errangen in ihrer Klubhistorie zwölf Schweizer Meisterschaften, sieben Triumphe wurden im nationalen Pokal gefeiert. Die größten internationalen Erfolge waren bislang das zweimalige Erreichen des Halbfinales im Europapokal der Landesmeister (1964 und 1977) sowie die Qualifikation für die Gruppenphase der Champions League 2009. © Getty
Zuletzt allerdings hat die Mannschaft von Trainer Urs Fischer, Chefcoach seit 2010, einen Fehlstart in der Liga hingelegt - in den ersten drei Spielen gab es drei Niederlagen. © Getty
Für die Champions-League-Play-offs qualifizierte sich der Schweizer Vize-Meister gegen Standard Lüttich (1:1, 1:0). © Getty
Seine Heimspiele trägt der FC Zürich im Letzigrundstadion aus. © Getty
Dieses bietet 26.500 Zuschauern Platz. © Getty
Der zumindest in Deutschland bekannteste Spieler ist Ludovic Magnin. Mario Gomez freut sich auf seinen Ex-Kollegen. Nach der Auslosung sagte er: "Ich habe in den vergangenen Tagen noch mit meinem ehemaligen Stuttgarter Teamkollegen Ludovic Magnin gesimst. Ich freue mich sehr, dass ich ihn wiedersehe. Aber wir sind klarer Favorit." © Getty
Der Verteidiger war von 2001 bis 2009 für Werder Bremen und den VfB Stuttgart in der Bundesliga aktiv und erzielte in 148 Spielen sechs Tore. Seine Nationalmannschafts-Karriere beendete der 31-Jährige nach der WM-Endrunde 2010 in Südafrika und insgesamt 61 Einsätzen (3 Tore). © Getty
Pflichtspiel gab's noch keines, aber ein Freundschaftsspiel 2006: Michael Ballack fehlte damals verletzt © Getty
Das Spiel fand ihm Rahmen des Trainingslagers in Dubai im Januar 2006 statt. © Getty
Julio Dos Santos (r.) gegen Daniel Stucki (l.) und Clederson de Souza Cesar im Spiel 2006 © Getty
Owen Hargreaves (r.) wird bei dem Testspiel 2006 von Blerim Dzemaili bedrängt. © Getty
Nach dem Heimspiel in der Allianz Arena will sich der FC Bayern im Rückspiel in diesem Stadion den Champions-League-Einzug sichern. © Getty
Wie könnte man ihren Spielstil beschreiben?

Fink: Sie sind eine sehr offensivstarke Mannschaft, mit sehr schnellen, dribbelstarken Spielern, die ein modernes offensives System spielt.

Und sie haben schon Champions-League-Erfahrung…

Fink: Ja. Vor zwei Jahren haben sie in der Gruppenphase sogar beim AC Milan gewonnen. Sie sind also immer für eine Überraschung gut.

Wo sind ihre Schwächen?

Fink: Ihr Problem ist ganz klar die Defensive. Nach vorne sind sie immer gefährlich, aber hinten sind sie oft unsicher.

Auf welche Spieler müssen die Bayern aufpassen?

Fink: Im Sturm sind sie wirklich gut besetzt: Alphonse zum Beispiel, oder Chermiti, der ja auch schon Hertha BSC gespielt hat. Und sie haben ein echtes Juwel: Admir Mehmiti. Der ist ein Riesentalent. Den Namen sollte man sich merken. Am gefährlichsten sind sie aber mit Sicherheit bei Kontern, weil sie Spieler haben, die sehr schnell und wendig sind.

Wenn Sie FCZ-Trainer wären, wie würden sie das Team gegen Bayern einstellen?

Fink: Ich würde nicht unbedingt versuchen, mich in München hinten rein zu stellen. Das können sie nicht so gut, das würde schiefgehen. Ich würde also eher offensiv spielen.

Die bekanntesten Namen sind Ludovic Magnin und Mathieu Beda, ein Ex-Löwe.

Fink: Ja, aber das sind nicht ihre Top-Spieler. Beda war jetzt verletzt und Magnin hat gerade seinen Stammplatz verloren.

Wird der Schweizer Fußball unterschätzt?
Fink: Absolut. Schauen sie mal, was wir mit dem FC Basel in den letzten zwei Jahren erreicht haben. Wir haben den AS Rom zweimal geschlagen. Das ist ja dann kein Glück mehr. Auch Real hatten wir am Rande einer Niederlage, und Bayern hatte im Hinspiel viel Glück. Man sollte die Schweizer also ernst nehmen.

Thorsten Fink ist seit 2009 Trainer beim FC Basel.
Also kein Selbstläufer…

Fink: Nein, das nicht. Aber eigentlich müsste es für die Bayern schon klappen. Ich sage mal so: Man sollte sie nicht unterschätzen, doch wenn die Bayern mit einer 100prozentigen Einstellung in die Spiele gehen, hat der FCZ keine Chance. Aber wenn sie nur 10 Prozent nachlassen, kann das in die Hose gehen.

Interview: jj

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Sgfrec

Rubriklistenbild: © Getty

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