Das Blattgold-Steak steht ganz oben auf der Speisekarte

Zu Besuch im Ribéry-Restaurant: Warum Edel-Metzger Nusret Gökce so gefragt ist

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Lass das Salz regnen: tz-Reporter Manuel Bonke (li.) bekommt sein Filet Mignon von Ober Milos gesalzen

Franck Ribéry ist wegen ihm jetzt ein eher spezieller Goldjunge: Edel-Metzger Nusret Gökce, auch Salt Bae (zu deutsch: Salz-Baby) genannt, betreibt seit 2010 die Steak-Restaurant-Kette Nusr-Et auf der ganzen Welt.

Richtig berühmt wurde er aber erst, als er im Januar 2017 ein Video auf Twitter postete, das seine liebevolle Fleisch-Salz-Technik zeigte. Der Clip ging viral und plötzlich wollte sich jeder vom Türken sein Steak salzen lassen. Das tat vor wenigen Tagen auch Franck Ribéry im „Nusr-Et“ in Dubai. Genauer gesagt salzte sich der Bayern-Star sein mit Blattgold verziertes Steak einfach selbst – die Spätfolgen dieser Aktion sind bekannt.

Kann auch ein Nicht-Promi ein Gold-Steak bestellen?

Aber warum hat neben Ribéry gefühlt jeder Fußball-Star im Dubai-Urlaub das Restaurant von Nusret besucht? Ist das Fleisch wirklich so gut? Und: Kann auch ein Nicht-Promi ein Gold-Steak dort bestellen? Die tz testete den Gold-Metzger in Doha – dort gibt es seit Ende 2017 auch ein Nusret-Lokal.

„Vor zwei Wochen war Nusret für acht Tage hier. Das war eine verrückte Zeit, weil alle Leute hier bei ihm essen und vor allem Fotos und Videos mit Nusret machen wollten“, erzählt Kellner Milos der tz. Teilweise seien bis zu 80 Leute vor der Tür gestanden, weil sämtliche Plätze belegt waren. „Da habe ich gefühlt durchgearbeitet und war schon etwas erleichtert, als der Chef wieder weg war. Aber er schaut immer mal wieder hier vorbei“, verrät der Serbe. Milos ist wie die meisten Kellner im Steak-Restaurant bekennender Schnauzbart-Träger, was getrost als Arbeitskleidung interpretiert werden kann.

Franck Ribéry

In der Speisekarte muss man nicht lange nach besagtem Gold-Steak suchen. Das Stück Fleisch steht ganz oben in der Kategorie „Vom Grill“. Dabei handelt es sich um ein Sirloin-Steak, ein sehr großes, mageres Stück aus der Hüfte des Rinds. 900 Riyal kostet der Edel-Leckerbissen – umgerechnet knapp 220 Euro. Ob das wirklich jemand bestellt? „Klar! Ich habe um 15 Uhr mit meiner Schicht angefangen und alleine bis 18 Uhr haben schon vier Gäste das Gold-Steak bestellt. Es schmeckt wirklich richtig gut“, schwärmt Kellner Milos. Allerdings sind es immer noch knapp 600 bis 700 Euro Unterschied bis zur Preiskategorie des Ribéry-Steaks. „Franck Ribéry hatte ja auch ein Tomahawk-Steak an einem langen Knochen. Das steht aber nicht auf der Speisekarte, sondern muss extra bestellt werden. Das ist dann ungefähr dreimal so groß wie ein Sirloin. Und klar: Je größer das Steak, umso mehr Blattgold braucht man zum Verzieren.“

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Kurz in Versuchung, entscheidet sich der tz-Reporter dann aber doch für die „Spar-Version“ auf der Speisekarte und bestellt ein 200-Gramm-Filet-Mignon für 330 Riyal (ca. 80 Euro). Als das Fleisch auf dem Tisch platziert ist, greift Milos zur Salz-Schüssel. Mindestens genauso elegant wie Chef Nusret lässt er das Salz aus einem halben Meter Höhe zwischen Daumen und Zeigefinger hindurch auf das Steak prasseln. Nachdem die Zeremonie mit dem groben Salz vorbei ist, könnte man meinen, dass ein Hagelsturm über den Tisch hinweggefegt sei. Übrigens: Das Filet-Mignon muss sich der Kunde selber schneiden, bekommt es nicht in Stückchen serviert, wie es bei den großen Steaks der Fall ist. Egal, geschmacklich ist es trotzdem jeden Cent wert – zart und saftig eben. Dass es auch den anderen Gästen schmeckt, versucht Milos an folgendem Beispiel festzumachen: „Wenn bei uns viel los ist, kommen Gäste teilweise auch erst um 23 Uhr oder noch später. Ernsthaft, ich habe keine Ahnung, wie die das viele Fleisch teilweise noch verdauen wollen.“

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Apropos Essgewohnheiten: Aufessen wird bei Nusret groß geschrieben. Wenn zum Beispiel noch etwas des selbst gemachten Kartoffelbreis in der kleinen Silber-Schüssel ist, wird der kurzerhand zusammengekratzt und der Gast gefüttert. Wer nach dem Essen immer noch nicht genug hat, kann sich noch ein T-Shirt oder eine Kappe mit dem Nusret-Konterfei mit nach Hause nehmen. In Doha werden die Gäste übrigens mit einem kleinen Golf-Cart von der Freiluft-Rezeption ins Restaurant gefahren – und wieder zurück. Wobei so ein kleiner Verdauungsspaziergang gar nicht schlecht gewesen wäre…

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