Zwei Zaubertreffer von Magier Franck Ribéry

Francktastisch!

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Der FC Bayern gewann 4:1 gegen Stuttgart.

München - Franz Beckenbauer hatte es mal wieder geahnt. „Der Sagnol“, analysierte der Kaiser mit sanft-spöttischem Lächeln im Premiere-Studio „der ist ja nicht mehr der Laufstärkste. Wenn der im Mittelfeld spielen muss, dann kann es gut sein, dass er vorzeitig mit dem Taschentuch winkt.“

Genauso kam’s. In der 57. Minute erkannte Ottmar Hitzfeld dieses nur für Experten sichtbare Taschentuch-Winken und tauschte den Franzosen gegen seinen anderen Franzosen. Gegen Franck Ribéry. Doch was dann kam, das konnte nicht mal der Kaiser ahnen. Aus einem eher bedingt unterhaltsamen 2:1 machte Ribéry ein Spiel, das im Saisonrückblick unter der Rubrik „magisch“ eingeordnet werden dürfte.

Zwei Traumtore in zwei Minuten, ein ansatzloser Bogenlampen-ins-Kreuzeck-Knaller in der 75. und ein Abwehr-Vernasch-Flachschuss-Treffer in der 76. Minute – da riss es das Arena-Publikum zu Standing Ovations von den Sitzschalen. Diese Demonstration: einfach Francktastisch!

„So ein Tor sieht man nicht alle Tage“, staunte Ribéry über sich selbst und erklärte den erstmals aufgeführten vertauschten Torjubel: „Als Luca Toni mit dem Finger gewedelt hat, da habe ich seinen Ohrschrauber gemacht.“ Schon ein Schelm, der Franck.

Chefgourmet Hitzfeld fand’s zum Zungeschnalzen: „Mit Ribéry kam Klasse rein, er ist einfach ein Ballkünstler und heute sind ihm zwei Traumtore gelungen“, schwärmte der Trainer – und freute sich auch mit Blick auf das schwere Uefa-Cup-Spiel am Donnerstag um 18.30 Uhr in St. Petersburg. „Ich bin froh, dass ich Franck und Zé Roberto etwas schonen konnte. Wir haben nicht nur einen guten Teamgeist, sondern auch frische Spieler für St. Petersburg.“ Bayern-Herz, was willst du mehr?

Einen treffsicheren Luca Toni zum Beispiel? Bitte sehr! Der Italiener, beim 1:1 im Halbfinal-Hinspiel gelbgesperrt und schwer vermisst, bewies gestern schon nach acht Minuten seine Qualitäten. Nach missglücktem Klärungsversuch von Delpierre stand Toni alias „der Baum“ (Prädikat Uli Hoeneß) am richtigen Fleck und staubte zum 1:0 ab. So spielt die Hoffnung.

Und die Meisterschaft, der zweite große Wunsch? Da kann der DFB schon mal die Salatschüssel zum Gravieren bringen. Bei zwölf Punkten Vorsprung und noch vier ausstehenden Spielen müssten schon die Gesetze der Mathematik geändert werden, um Bayern den 21. Titel noch zu entreißen. Oder wie es Ottmar Hitzfeld formulierte: „Uns kann nichts mehr passieren, außer die Meisterschaft wird eingestellt.“

Locker, flockig, Bayern – die Stimmung ist blendend vor dem wichtigen St.-Petersburg-Match. Aber unvorsichtig werden sie beim Rekordmeister deshalb noch lange nicht, symbolisch abzulesen an Mark van Bommel. Der Holländer ließ sich nach seinem Freistoßtor zum 2:1 (Da Silvas 1:1 hatte er per Kopf unhaltbar ins Tor abgefälscht) überall tätscheln, nur dort nicht, an dieser empfindlichsten aller Stellen: der frisch gebrochenen Nase. Immer wieder deutete der Holländer auf seinen lädierten Riechkolben und winkte lachend ab, als sich wieder ein Gratulationswilliger näherte. Nur gut, dass Oliver Kahn zur Schonung auf der Tribüne saß. Hätte schlimm enden können für Herrn van Bommel.

jj, mv

Quelle: tz

Quelle: tz

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