"Die werden über Bayern nicht glücklich sein"

Herr Tremmel, wie schlägt man Arsenal?

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Gerhard Tremmel im Swansea-Trikot

Swansea/München - Bayern trifft in der Champions League auf Arsenal. Gerhard Tremmel hat mit Swansea City vor wenigen Wochen gegen die Gunners gewonnen. Die tz sprach mit dem Keeper.

Gerhard Tremmel (34) hat viele Jahre für Unterhaching gespielt, in der Jugend hielt er auch für den FCB und 1860 seinen Kasten sauber. Seit 2011 ist der Keeper bei Swansea City, dem ersten walisischen Verein, der es in die Premier League geschafft hat. Vor knapp vier Wochen spielte Tremmel mit seinem Klub bei Arsenal – und gewann sensationell mit 2:0. Im Achtelfinale der Champions League trifft nun Bayern auf die Gunners. Die tz fragte bei Tremmel nach, wie man Arsenal schlägt:

Herr Tremmel, Sie haben jetzt die Chance, Ihrem Ex-Klub zu helfen: Erklären Sie mal, wie man bei Arsenal siegt!

Tremmel: Na ja, wir hatten da wohl eine etwas andere Situation. Arsenal wird Bayern nun als Favoriten ansehen.

Und Sie wurden knallhart unterschätzt.

Tremmel: Auch, ja. Wir haben sie aber auch am richtigen Tag erwischt! Es gab da ein paar Probleme rund um die Mannschaft, es rumorte doch sehr von außen. Obwohl sie in der Champions League und dem FA Cup noch dabei waren, schienen alle etwas unzufrieden. Und danach sind sie ja auch noch im Liga-Pokal gegen einen Viertligisten rausgeflogen.

Mit welcher Taktik sind Sie bei Ihrem Sieg ins Spiel gegangen? Abwartend und auf Konter lauernd?

Tremmel: Nein, das ist nicht unser Spiel. Hinten reinstellen und die Bälle nach vorne bolzen, das können wir gar nicht! Wir haben eine spielstarke Mannschaft, und wenn man sich im Mittelfeld gut bewegt, bekommt man gegen Arsenal seine Räume. Und wenn du gut mithälst und dir Chancen erspielst, wird auch das Publikum dort unruhig. Arsenal spielt gerade eine Zick-Zack-Saison, sie haben ein paar Probleme!

Dann mal raus damit!

Tremmel: Worüber man derzeit redet, ist, dass sie vorne nicht genug Durchschlagskraft haben – gerade seit sie van Persie verkauft haben. Und er ist nicht der Einzige. In den letzten Jahren haben sie ihre Besten abgegeben, es sind auf der anderen Seite aber nur ein paar wenige Gute neu dazu gekommen.

Wer ist denn besonders zu fürchten?

Tremmel: Dieser Cazorla ist ein super Spieler, der schießt rechts wie links und ist richtig gut in Form! Dann kommt Jack Wil­shere gerade zurück. Ein Klasse-Fußballer, der ewig lang verletzt war. Er ist ein ganz wichtiger Dreh- und Angelpunkt im Mittelfeld. Sicherlich ein Schlüsselspieler – ihn und Cazorla muss man ausschalten! Über Poldi muss ich ja nicht viel sagen, Mertesacker kennt man auch ganz gut bei euch.

Haben Sie mit den beiden über die Lage bei Arsenal gesprochen?

Tremmel: Nicht direkt. Aber ich habe nach dem Spiel schon gemerkt, dass die Situation ein wenig angespannt ist.

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In den Medien wird schon spekuliert, dass es zu Ende gehen könnte mit der Beziehung Arsenal und Arsene Wenger…

Tremmel: Wie schon gesagt, die Situation ist schwierig: Arsenal hat seit Jahren nichts mehr gewonnen, nun auch noch diese Blamage im Liga-Pokal. Jetzt startet bald der FA-Cup, da spielen sie witziger Weise gegen uns (lacht), in der Tabelle sieht es auch nicht so gut aus.

Und in der Champions-League nun gegen Bayern, das dürfte nicht das Wunsch-Los sein.

Tremmel: Die werden nicht glücklich sein! Wer war denn sonst noch drin? Klar ist doch: Wenn du Barcelona kriegst, musst du immer denken, du fliegst raus. Aber dann kommt doch schon Bayern! Viel schlimmer hätten sie es also nicht treffen können.

Wie ist denn das Ansehen des FC Bayern auf der Insel?

Tremmel: Bayern ist europaweit mit diesem Kader, den sie haben, als ganz stark einzuschätzen. Das wissen die hier auch. Zudem hat man Dortmund gesehen gegen Manchester City, die wurden ja teilweise vorgeführt. Alle wissen, dass die Bundesliga stark geworden ist. Wenn Bayern nicht weiterkommt, würde mich das sehr wundern. Arsenal bräuchte einen sehr guten Tag. Also zwei.

Interview: Michael Knippenkötter

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Bayern muss gegen Poldi ran: Der FC Arsenal im Porträt

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Der FC Bayern bekommt es im CL-Achtelfinale mit dem FC Arsenal zu tun. Trainer Arsene Wenger ist dort seit 1996 im Amt. © dpa
Seit diesem Sommer spielt Nationalkicker Lukas Podolski bei den Gunners. Für den ehemaligen Bayern-Profi kommt es zu einem Wiedersehen mit seinem Ex-Verein, bei dem er von 2006 bis 2009 spielte, aber nicht richtig glücklich wurde. Bei den Gunners besangen sie ihn bereits: "He scores when he wants". © dpa
Auch Abwehrspieler Per Mertesacker ist bei Arsenal unter Vertrag. Er wechselte im August 2011 von Werder Bremen nach London, wo er ebenfalls absoluter Stammspieler ist. © ap
Ein Verein mit großer Historie: Arsenal hat 13 Mal die englische Meisterschaft gewonnen. Zehnmal sicherten sich die Gunners den FA-Cup und zweimal den englischen Ligapokal. © dpa
1994 gelang mit dem Sieg im Europapokal der Pokalsieger der bislang größte internationle Erfolg. © dpa
Die letzte Meisterschaft feierte das Team von Arsene Wenger allerdings 2004. In der vergangenen Jahren hatten die Gunners mit der Titelvergabe in der Premier League nichts zu tun. Die Gunners können im finanzellen Wettbieten der englischen Spitzenklus nicht mehr mithalten und setzen noch mehr auf junge Spieler, die unter Arsene Wenger zur Weltklasse reifen sollen. © dpa
In der diesjährigen Gruppenphase setzte sich der FC Arsenal als Gruppenzweiter hinter Schalke 04 durch und zog ins Achtelfinale ein. © ap
Gegen Olympiakos Piräus gewann das Wenger-Team zuhause mit 3:1. Auswärts setzte es eine 1:2-Schlappe. © dpa
Im Heimspiel gegen den FC Schalke mussten sich Poldi und Co. mit 0:2 geschlagen geben. Das Rückspiel in Gelsenkirchen endete 2:2. © dpa
Gegen Montpellier siegten die Gunners in beiden Duellen. Auswärts mit 2:1, zuhause gelang ein 2:0. © dpa
Mit dem FC Arsenal (Platz 5 in der Liga) hatten es die Münchner auf europäischer Ebene viermal zu tun (zwei Siege, ein Remis, eine Niederlage) – zuletzt setzte sich der FCB im CL-Achtelfinale 2005 durch (3:1-Heimsieg, 0:1-Auswärtsniederlage). Gegen englische Teams hat Bayern im Europapokal eine positive Bilanz: 13 Siege, 13 Remis, 10 Niederlagen (das im Elfmeterschießen verlorene CL-Finale 2012 gegen Chelsea wird hierbei als Remis gewertet) © getty
Am Wochenende vor dem Hinspiel gegen den FC Bayern hat sich Arsenal im FA-Cup mit 0:1 gegen den Zweitligisten Blackburn Rovers blamiert. Auch in der Premier League hinken die Gunners als Tabellenfünfter nach dem 26. Spieltag den Erwartungen hinterher. Im Moment würde es nicht für eine erneute Champions-League-Qualifikation reichen © dpa
Wir stellen Ihnen neben Podolski und Mertesacker die größten Stars vor. Santi Cazorla (re.) ist spanischer Nationalspieler und ist im offensiven Mittelfeld zuhause. Er wechselte im Sommer vom FC Malaga nach London. © getty
Stürmer Olivier Giroud war auch ein Kandidat beim FC Bayern. Der Stürmer kam im Sommer von Montpellier in die englische Hauptstadt. © ap
Tomas Rosicky zieht im Mittelfeld die Fäden. Der Tscheche kam 2006 von Borussia Dortmund. © getty
Theo Walcott gilt als eines der größten Talente im englischen Fußball. Der 23-Jährige ist pfeilschnell und debütierte 2006 in der Nationalmannschaft unter Sven-Göran Eriksson. Er ist Englands jüngster Nationalspieler aller Zeiten. © ap
Der Russe Andrei Arschawin wechselte 2009 im Winter von Zenit Sankt Petersburg zu Arsenal London. Inzwischen ist er bei Arsene Wenger allerings nicht mehr erste Wahl. Von Februar 2012 bis Saisonende war er an seinen alten Klub ausgeliehen. © getty

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