tz-Interview

Für Elber ist klar: "Schweini muss auf die Sechs!"

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Kollegen aus alten Zeiten: Giovane Elber (l.) und Bastian Schweinsteiger.

München - Giovane Elber fliegt zum Audi Cup mal wieder nach München ein. In der tz spricht der ehemalige FCB-Star über die Stürmerfrage, Luiz Gustavo und die Schweinsteiger-Rolle.

Ab Dienstag ist Giovane Elber (41) mal wieder in Deutschland. Nach dem Confed Cup in Brasilien, bei dem er als TV-Experte die Spiele analysierte, schaut er sich beim Audi-Cup seinen Ex-Verein an – und ist sehr gespannt! Denn der FC Bayern hat ihn auch schon vor dem Fernseher in Brasilien verblüfft. In der tz spricht der ehemalige FCB-Star über die Stürmerfrage, Luiz Gustavo und die Schweinsteiger-Rolle.

Herr Elber, haben Sie zuletzt den deutschen Supercup verfolgt?

Elber: Oh ja, das haben wir hier gesehen. Dortmund ist unglaublich! Was Jürgen Klopp mit seiner Mannschaft macht, das verdient Hochachtung! Letzte Saison das Finale in der Champions League, nun gleich im ersten Spiel gegen Bayern so eine Leistung. Man sieht, dass die Mannschaft wieder sehr stark ist. Obwohl sie Götze verloren haben…

In Deutschland wurde geschwärmt, dieses Spiel war Werbung für die Bundesliga. Blicken wir da durch eine rosarote Brille, oder nimmt man das in Brasilien auch so wahr?

Elber: Das ist tatsächlich so. Für den deutschen Fußball ist so ein Spiel optimal! Der Ruf der Bundesliga ist hier ohnehin sehr gut durch das Champions-League-Finale. Nun riefen mich vor dem Supercup plötzlich viele Bekannte an und sagten: „Giovane, da spielt wieder Bayern gegen Dortmund, das müssen wir uns ansehen!“ Und dann haben wir es getan, und dann haben wir so ein Spiel zu sehen bekommen. Super!

Sie meinen, gerade das Finale in Wembley hat einen Schub gegeben?

Elber: Man sieht jetzt zumindest viel häufiger Leute mit Trikots von Lahm, von Schweinsteiger, von Lewandowski!

Das sind die Chef-Kritiker des FC Bayern

Das sind die Chef-Kritiker des FC Bayern
FC-Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge hat sich darüber echauffiert, dass zu viele Ex-Spieler des FC Bayern ihre Meinung zu den Geschehnissen beim deutschen Rekordmeister äußern. © Getty
Das sind die Chef-Kritiker des FC Bayern
"Grundvoraussetzung für so einen Job ist ja: Man muss einmal im Leben beim FC Bayern München gespielt haben", schimpft Rummenigge im Stadionheft des FCB, "dann ist man qualifiziert als Experte. Borussia Dortmund reicht da nicht". Manchmal habe er das Gefühl, dass viele Fußballer sofort bei ihrem Wechsel zum FC Bayern einen Vorvertrag als Experte unterschreiben. Wir zeigen, welche Ex-Spieler als FC-Bayern-Experten gelten. Nicht alle sind dabei gleich kritisch. © Getty
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Kein Blatt vor den Mund nehmen Stefan Effenberg, ... © Getty
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... Thomas Helmer, ... © Getty
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... Thomas Strunz und ... © Getty
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... Thomas Berthold, wenn es um den eigenen Ex-Verein geht. © Getty
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Für viel Verdruss an der Säbener Straße sorgte Mehmet Scholl, denn der ARD-Experte war vorübergehend zeitgleich Trainer der FC-Bayern-Reserve. © Getty
Das sind die Chef-Kritiker des FC Bayern
Legendär sind die verbalen Vorstöße des Ehrenpräsidenten Franz Beckenbauer. Der ist allerdings Kaiser und Lichgestalt in Person und muss das quasi dürfen. © Getty
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Eigentlich dürfen müsste das auch Rekordnationalspieler Lothar Matthäus. © Getty
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Wie Torwart-Titan Oliver Kahn ist Loddar in seinen Einschätzungen zum FCB aber eher moderat. © Getty
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Wie Kahn kommt auch Sepp Maier gerne bei Torwartthemen zu Wort. Die beiden müssen's schießlich wissen. © Getty
Auch Erfolgscoach Ottmar Hitzfeld ist als FC-Bayern-Experte unumstritten. Seinem Ex-Verein ist er dabei immer noch wohlgesonnen. © Getty
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Sporadisch äußern sich Klaus Augenthaler, ... © Getty
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... Bixente Lizarazu (r.) und ... © Getty
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Giovane Elber zum FC Bayern © Getty
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Olaf Thon spricht sehr wohlwollend über seinen Ex-Verein © Getty
Bis Mitte 2013 arbeitete Felix Magath bei Liga total und ließ es sich dabei nicht nehmen, die Geschehnisse bei seinem Ex-Klub zu kommentieren. Auch nach diesem Engagement meldet er sich noch oft zu Wort © getty
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Am unkritischsten von allen FC-Bayern-Experten ist Paul Breitner. Muss er ja sein, als Markenbotschafter des deutschen Rekordmeisters. © Getty

Was haben Sie als Experte denn nun für einen Eindruck von der Spiel­idee des neuen Bayern-Trainers?

Elber: Ich denke, Bayern ist nach wie vor das Nonplusultra im deutschen Fußball. Aber sie müssen noch richtig hart arbeiten, um wieder den Titel in der Meisterschaft zu holen, um weit zu kommen in der Champions League. Das wird nicht einfach, auch wenn Bayern einen starken Kader hat.

Es zeichnet sich ab, dass Guardiola den echten Stürmer abschaffen will. Was sagt der ehemalige echte Stürmer Giovane Elber dazu?

Elber: Der findet das nicht gut (lacht)! Ganz ehrlich, das ist doch nix! Du brauchst eine richtige Spitze da vorne drin, ich habe sogar lieber mit zwei gespielt – mit Jancker, Zickler oder Sergio. Früher natürlich auch mit Fredi Bobic! Dann weißt du als Mittelstürmer, dass du noch einen neben dir hast, kennst seinen Laufweg, weißt, was der andere macht. Ein System ohne Stürmer, das ist nichts für mich. Aber das ist die neue Mode, gerade in Spanien sieht man das immer wieder. Ich finde es nicht schön.

Was raten Sie dann einem Angreifer wie Mario Mandzukic?

Elber: Wenn der Trainer ohne Stürmer spielen will, dann ist das schade für einen Mann wie Mandzukic. Gomez ist ja auch gegangen, jetzt ist noch Claudio Pizarro da. Es wird schwer für Mandzukic, aber vielleicht kann er da reinkommen.

Eng wird es auch im Mittelfeld: Was wird aus Luiz Gustavo? Es sieht aus, als würde man ihn nicht mehr brauchen.

Elber: Das ist eben so bei diesem Verein, da gibt es jedes Jahr ein neues Fragezeichen! Da passen Spieler plötzlich nicht mehr rein. Beim Confed Cup war er zuletzt gesetzt, da hatte ich selbst nicht mit gerechnet. Er hat ein sehr gutes Turnier gespielt, nun muss man sehen, wie es für ihn weitergeht. Denn klar ist, wir haben nicht mal mehr ein Jahr bis zur WM. Wenn man da nicht regelmäßig spielt, wird es schwer, einen Stammplatz in der Nationalmannschaft zu bekommen!

Sollte er den Verein wechseln?

Elber: Ja, vielleicht ist es besser! Wenn die Chance, zu spielen, bei einem anderen Verein größer ist, sollte man darüber nachdenken. Eine Saison auf der Bank zu sitzen, oder vielleicht nicht einmal da, ist schwierig! Gerade für einen Mann, der schon so eine wichtige Rolle bei der Nationalmannschaft gespielt hat.

Mit Thiago ist einer gekommen, der wohl die Rolle des Sechsers bekommen soll. Was wird dann aus Bastian Schweinsteiger?

Elber: Das ist die Frage. Aber so ist das eben: Da kommt ein neuer Trainer, der hat neue Methoden und frische Ideen, der stellt erst mal alles um. Damit muss man sich abfinden und dem Trainer folgen. Dann wird es schon irgendwie passen. Vielleicht ist seine neue Rolle dann etwas weiter vorn. Aber wenn Sie mich fragen: Schweini hat eine tolle Saison hinter sich – und seine beste Position ist da, wo er gespielt hat, auf der Sechs. Ich denke, Schweinsteiger muss auf die Sechs!

Noch mal zum Confed Cup: Wie ist nun die Lage in Brasilien nach dem Turnier, bei dem es viele Proteste gab?

Elber: Im Moment ist davon wenig zu spüren. Aber klar, die Leute haben protestiert, und das ist auch ihr gutes Recht! Die Politiker müssen erklären, was mit dem vielen Geld passiert, ob es nicht falsch angelegt ist. Denn wir haben genug Probleme mit Schulen, mit der Gesundheitspolitik – und dann muss man schauen: So eine WM ist toll für das Land, aber danach geht das Leben weiter! Deshalb ist die Frage, ist das viele Geld gut investiert?

Interview: Michael Knippenkötter

Quelle: tz

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