Langeweile an der Spitze

Große Dominanz: Killt der FC Bayern die Bundesliga?

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Der FC Bayern (im Bild: James Rodriguez und Arturo Vidal) machte in Leverkusen da weiter, wo man im vergangenen Jahr aufgehört hatte.

Die Bundesliga verkommt diese Saison wieder zur „One-Team-Show“: Der FC Bayern marschiert dem sechsten Meistertitel in Folge entgegen. Warum auch Karl-Heinz Rummenigge die Übermacht kritisch sieht.

München - Der Liga-Alltag ist für die Stars des FC Bayern mittlerweile nur noch eine Show. „Das war das Zeichen, das wir aussenden wollten. Dass mit uns nicht zu spaßen ist. Wir haben unseren Auftrag erfüllt, sind sehr zufrieden. Jetzt haben wir eine Woche Zeit, um uns darüber zu freuen. Und dann geht die Show weiter“, strotzte Thomas Müller nach dem 3:1-Auftaktsieg in Leverkusen vor Selbstbewusstsein. Wen wundert’s? Immerhin marschiert der FC Bayern auch im neuen Jahr locker-flockig in der Tabelle vorne weg. Den Vorsprung auf die „Verfolger“ haben die Münchner mal eben von elf auf 13 Zähler hochgeschraubt. Killen die Bayern die Bundesliga? 

Das Solo der Roten an der Tabellenspitze hat nicht nur mit den konstant guten Leistungen unter Jupp Heynckes zu tun. Es liegt auch an der permanent schwächelnden Konkurrenz, die sich gegenseitig die Punkte wegnimmt. Beispiel Schalke: Die Königsblauen waren 13 Spiele in Folge ohne Niederlage und Tabellenzweiter. Am Samstag musste Schalke sich auswärts RB Leipzig mit 1:3 geschlagen geben und der FC Bayern war der lachende Dritte. 

FCB und die Leistungsträger der Konkurrenz: 2017 traf es Hoffenheim

Ausgerechnet der Schalker Leistungsträger Leon Goretzka wird künftig für den Rekordmeister auflaufen. Bayern-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge gibt sich in dieser Personalie optimistisch. „Wir wären im falschen Film, wenn wir uns mit einem deutschen Nationalspieler, der noch dazu ablösefrei ist, nicht auseinandersetzen würden. Jetzt muss der Spieler entscheiden. Es wäre schön, wenn er sich am Ende des Tages für den FC Bayern entscheiden würde. Ich erwarte in wenigen Tagen eine Entscheidung“, sagte Rummenigge am Sonntag bei „Wontorra - der Fußball-Talk“ auf Sky. Auf die Frage, ob sich der FCB mit Leon Goretzka nicht längst einig sei, sagte der Klubchef: „Einig ist man sich erst, wenn der Vertrag unterschrieben ist.“ 

Zuletzt traf es Hoffenheim: Julian Nagelsmann musste zuletzt drei Leistungsträger an den FC Bayern abtreten.

In der Vergangenheit verpflichtete der FCB häufig die Leistungsträger anderer Bundesliga-Klubs, um sich zu personell zu verstärken und die Konkurrenz gleichzeitig zu schwächen. 2017 wilderten die Münchner vorzugsweise bei der TSG Hoffenheim, die vergangene Saison furios aufspielte und so erstmals im internationalen Wettbewerb vertreten war. Den Anfang machten im Sommer die Transfers von Niklas Süle und Sebastian Rudy. In der Winterpause zog Sandro Wagner nach. Innerhalb eines halben Jahres verloren die Hoffenheimer drei Leistungsträger. Zum Rückrundenstart kam die Mannschaft von Julian Nagelsmann nicht über ein 1:1-Remis gegen Werder Bremen hinaus. Die Konsequenz: Liga-Mittelmaß. 

Bleibt nur noch darauf zu hoffen, dass sich Borussia Dortmund weiter stabilisiert und im neuen Fußballjahr wieder zum Bayern-Angriff startet. Sieht auch Karl-Heinz Rummenigge so: „Fußball ist Emotion - wenn ein Klub zu weit enteilt, leiden die Emotionen.“ Immerhin nimmt der BVB schon Geld in die Hand, um dem FCB die Stirn zu bieten: Mit Innenverteidiger Manuel Akanji steht ein Schweizer Nationalspieler unmittelbar vor einem Wechsel vom FC Basel zum Revierklub. Kostenpunkt: 18 Millionen Euro. 

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Manuel Bonke

Immer FC Bayern: langweilig!

Video: Glomex

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