"Haben vieles gemacht, um die Bayern zu reizen"

Dortmund - Dortmunds Himmelsstürmer gehen mit Respekt, aber ohne Furcht in den XXL-Schlager beim FC Bayern. BVB-Trainer Jürgen Klopp hat gute Gründe, um auf Provokationen zu verzichten.

Lange Jahre schauten sie ehrfürchtig zum Branchenführer auf, begegnen ihm aber neuerdings zumindest im sportlichen Bereich auf Augenhöhe. Dortmunds Himmelsstürmer gehen mit Respekt, aber ohne Furcht in den XXL-Schlager beim FC Bayern. Vor der ultimativen Meisterprüfung des Spitzenreiters am Samstag (18.30 Uhr) gegen den Tabellendritten verzichtete BVB-Trainer Jürgen Klopp auf kesse Sprüche, sah aber keinen Grund zur Bescheidenheit. “Wir haben schon viele Dinge gemacht, um die Bayern zu reizen, ohne etwas zu sagen - viele Punkte geholt und sie im Hinspiel geschlagen.“

"Blutrache von Bayern": Mehr Presse-Stimmen zum Bayern

"Blutrache von Bayern": Mehr Presse-Stimmen zum Bayern-Sieg

tz: "Mia san Siro! Gomez trifft bei Inter / Rummenigge: Bitte wenig feiern" © AP
AS: „Mario Gomez bestraft vorsichtigen Fußball. Blutrache von Bayern, das zweimal Aluminium traf. Das verrostete Inter ging gegen das industrielle Bayern von Robben, Müller, Gomez und Ribery ein.“ © AP
Bild: "Riesen-Sieg! Riesen-Kraft! Riesen-Spiel! Gomez schießt Bayern ins Glück!" © AP
Kicker: "Gomez schlägt eiskalt zu! - Revanche, Teil 1, geglückt: Bayern mit besten Chancen aufs Viertelfinale" © AP
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Focus online
Corriere dello Sport online: "Gomez verlädt Inter! Schlag von Bayern München"
Deutsche Welle online
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Gazzetta dello Sport online: "Inters bitteres Finale. Gomez trifft, 0:1"
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spiegel.de
sportschau.de
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stern.de
sueddeutsche.de
tuttosport online: "Finsternis im San Siro"
Welt online
derstandard.at
Gazzetta dello Sport: „Inter K.o.! Arrivederci Europa, oder vielleicht Adieu. Inter folgt dem schlechten Beispiel vom AC Mailand und AS Rom, die im Champions-League-Achtelfinale zu Hause verloren hatten, und wird von Bayern besiegt. Jetzt bleibt Inter Mailand nur wenig Hoffnung auf eine Revanche bei den Bayern. Der italienische Fußball muss eine weitere Blamage hinnehmen. Doch der Erfolg der Bayern ist verdient. Die Mannschaft ist fitter und geschlossener als Inter.“ © Getty
Corriere dello Sport: „Inter stürzt gegen Bayern. Ein frostiges Klima herrscht in San Siro. Jetzt muss Inter ein Wunder gelingen. Der Champions-League-Sieger bricht vor den Bayern zusammen, den großen Besiegten von Madrid. Inter hat kein Glück gehabt, doch der Erfolg der Bayern ist absolut verdient. Van Gaals Mannschaft ist schneller und gefährlicher und hat die Mailänder zu einem hohen Tempo gezwungen.“ © Getty
Tuttosport: „Ein Euroflop für Inter. Nach dem AC Mailand und AS Rom müssen auch die Blauschwarzen im Hinspiel des Achtelfinales eine Niederlage hinnehmen. Die Bilanz der italienischen Mannschaften ist verheerend: Drei Matches und drei Niederlagen. Die Niederlage in Mailand ist fair, Inter hat mehrere Torgelegenheiten ausgelassen. Bayern hat trotz einer wackeligen Abwehr das Speil bestimmt. Robben beweist wieder einmal sein einmaliges Talent.“ © Getty
El Mundo Deportivo: „Mit dem Tor von Mario Gomez haben die Deutschen die Qualifikation für das Viertelfinale schon auf dem Tablett.“ © Getty
Marca: „Die Rache, die am meisten weh tut. Mario Gomez trifft in San Siro in der letzten Minute. Die Deutschen töteten im Konterspiel ein wenig ambitioniertes Inter.“ © Getty
Marca weiter: „Vorsicht vor den Bayern, sie sind gefährlich. Sie sind mit Sicherheit ein Geheimfavorit.“ © Getty
Sport: „Bayern revanchiert sich in extremster Weise. Das Spiel war sehr ausgeglichen, aber die größere Ballkontrolle war bei den Bayern.“ © Getty

Trotz aller Versuche der Medien, die Stimmung mit martialischen Tönen anzuheizen, hielten sich beide Seiten vor der Partie bisher vergleichsweise zurück. Auch die selbstbewusste Aussage von Bayern-Sportchef Christian Nerlinger, dass der FC Bayern in Deutschland ungeachtet des üppigen 13-Punkte-Rückstands die Nummer 1 bleibe, deutete Klopp nicht als Kampfansage: “Das würde ich ohne mit der Wimper zu zucken sofort unterschreiben. Es macht keinen Sinn, uns mit den Bayern auf eine Waage zu stellen. Aber in einem Spiel können wir uns mit ihnen messen.“

Der starke Auftritt der Münchner beim 1:0 am Mittwoch im Champions-League-Duell mit Inter Mailand hat auch in Dortmund Eindruck hinterlassen. “Das war nicht schlecht. Aber wir fliegen dennoch hin“, scherzte Klopp. Vermeintliche Nachteile bei der individuellen Klasse will der BVB mit seiner Qualität als Kollektiv kompensieren.  

"Er ist sehr klar in der Birne" - Stimmen zum Triumph in Mailand

"Er ist sehr klar in der Birne" - Stimmen zum Triumph in Mailand

“Es hätte sicherlich 4:4 ausgehen können.“ (Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge nach dem 1:0 gegen Inter Mailand) © Getty
“Ein sensationelles Stadion mit einer tollen Atmosphäre. Aber jeder Spieler weiß, dass wir noch nicht 'ne Runde weiter sind.“ (Bayern-Kapitän Philipp Lahm) © Getty
“Ich weiß nicht, ob so 'was Glück ist oder Talent oder Können, die Reflexe, drei Stück, sehr, sehr gut - ich freue mich unheimlich für ihn. Es ist nicht einfach, bei Bayern München Torwart Nummer eins zu sein nach der Ära Oliver Kahn.“ (Bayern-Stürmer Mario Gomez über Torwart Thomas Kraft) © Getty
“Ich denke, dass Dortmund schwerer wird, weil wir dieses Spiel in den Beinen haben und wir müssen schon Samstag spielen, das könnte auch Sonntag sein, wenn der DFB etwas Gefühl gehabt hätte für Bayern in der Champions League.“ (Bayern-Trainer Louis van Gaal) © Getty
“Ich bin nicht nervös und ich habe auch keinen Druck. Ich habe meine Anspannung, die habe ich in der 3. Liga vor jedem Spiel gehabt, die habe ich auch hier. Die ist nie anders.“ (Thomas Kraft über den Druck im San-Siro-Stadion) © Getty
“Ich habe das ganz ordentlich gemacht, denke ich.“ (Bayern-Torwart Thomas Kraft über seine starke Leistung gegen Inter Mailand) © Getty
“Wir sollten ihn jetzt in Ruhe lassen, dass er weiter seine Arbeit machen und weiter gut halten kann. Er ist sehr klar in der Birne. Er hat alle Fähigkeiten, die man braucht für unser Spiel.“ (Bayern-Stürmer Mario Gomez über Thomas Kraft) © Getty

Bisher profitierte die Borussia vor allem von ihrer Auswärtsstärke. Nur noch einen Sieg ist sie von der Bestmarke der Bremer (2003/04) und Hamburger (2005/06) mit jeweils elf Saisonerfolgen in der Fremde entfernt. Allerdings gelang der letzte Triumph in München am 12. Oktober 1991. Zudem stellt der FC Bayern in dieser Saison die beste Heimmannschaft.

Besonders stolz ist Klopp auf die Defensivabteilung seines Teams, die in bisher 23 Partien erst 13 Gegentreffer zuließ. Einer der Stabilitätsgaranten droht am Samstag jedoch auszufallen. Über den Einsatz von Torhüter Roman Weidenfeller, der sich im Training eine Bänderdehnung und einen kleinen Kapseleinriss im linken Knie zugezogen hat, soll erst kurz vor dem Spiel entschieden werden.

Fehlt Weidenfeller zum ersten Mal in dieser Saison, rückt Mitchell Langerak ins Tor. Es passt ins Bild von einer selbstbewussten Borussia, dass Klopp einem möglichen Bundesliga-Debüt des 22 Jahre alten Neuzugangs gelassen entgegensieht. “Für einen der besten deutschen Torhüter steht dann eben einer der besten Australier im Tor. Dann sagen wir 'Welcome Mitch'.“

dpa

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