Hamburgs Sportdirektor schwärmt

Arnesen: Darum ist Bayern dauerhaft spitze

+
Frank Arnesen wünscht sich im HSV-Aufsichtrat ein ähnliches Modell wie beim FC Bayern.

München - HSV-Sportdirektor Frank Arnesen lobt die Führungsspitze des FC Bayern vor dem Nord-Süd-Gipfel am Samstag in Hamburg. Er wünscht sich ähnliche Strukturen in Hamburg.

Lesen Sie immer und überall aktuelle Nachrichten zum FC Bayern München: Jetzt ePaper-Abo + iPad3 ab 22,99 Euro monatlich bestellen.

Am Mittwoch will der FC Bayern mit einem Sieg gegen Kaiserslautern ins Achtelfinale des DFB-Pokals einziehen. Drei Tage später kommt es in Hamburg zum Nord-Süd-Gifpel. Bayern-Präsident Uli Hoeneß bescheinigte den Norddeutschen mehr Potential als dem Deutschen Meister Borussia Dortmund. Das sieht HSV-Sportdirektor Frank Arnesen ähnlich. Im Interview mit der Zeitung Welt sagte er: "Der Uli hat ja Recht. Hamburg ist eine fußballverrückte Stadt mit 1,9 Millionen Einwohnern. Von den Voraussetzungen her müsste der HSV auf Augenhöhe sein."

Diese Spieler wechselten zwischen dem FC Bayern und dem HSV

Armin Eck verließ 1989 den FC Bayern nach 39 Bundesliga-Spielen (zwei Tore) in Richtung Norden. 1995 (nach 129 Bundesliga-Spielen und 19 Toren) ging Eck dann zu Arminia Bielefeld. © AP
Markus Babbel ließ sich 1992 als 20-Jähriger für zwei Jahre zum HSV ausleihen, um Spielpraxis zu sammeln. 1994 kehrte Babbel, nach 60 Bundesliga-Spielen für die Hamburger, als fertiger Spieler nach München zurück. © dpa
Hasan Salihamidzic spielte in der Jugend des Hamburger SV und dann drei Jahre bei den Profis (72 Bundesliga-Spiele, 19 Tore). 1998 schnappten die Bayern zu und verpflichteten „Brazzo“. Das Bürschchen blieb bis 2007 in München (234 Bundesliga-Spiele, 30 Tore). © Schlaf Marcus
Niko Kovac wechselte 2001 vom HSV zu den Bayern. Der Kroate blieb zwei Jahre in München (34 Bundesliga-Spiele, 3 Tore) und wechselte 2003 zu Hertha BSC. © AFP
Stephan Kling spielte bei den Bayern-Amateuren und wechselte ohne Bundesliga-Einsatz im Jahr 2002 zum HSV. Dort kam der Abwehrspieler in zwei Jahren auf 26 Bundesliga-Spiele. Anschließend ging Kling zum 1. FC Saarbrücken. © dpa
Piotr Trochwoski ist gebürtiger Hamburger, spielte aber in der Jugend des FC Bayern. Nach dem Sprung zu den Profis bestritt „Troche“ für die Bayern 13 Bundesliga-Spiele, ehe er 2004 zum HSV wechselte. Dort wurde der Mittelfeldspieler zum Nationalspieler. 2011 wechselte er nach Spanien zum FC Sevilla. © dpa
Daniel van Buyten avancierte seit seinem Wechsel von Manchester City zum HSV im Jahr 2004 zu einem der besten Verteidiger der Bundesliga. Die Bayern schnappten 2006 zu und verpflichteten den Belgier für zehn Millionen Euro. 2014 beendete van Buyten seine Karriere beim FC Bayern nach insgesamt 158 Spielen. © afp
Paolo Guerrero ging den ähnlichen Weg wie Piotr Trochwoski. Nach dem Sprung aus der Jugend zu den Bayern-Profis (27 Spiele, 10 Tore) wechselte der Peruaner 2007 zum HSV. Dort blieb der "Krieger" bis 2012 (134 Spiele, 37 Tore). © picture alliance / dpa
Marcell Jansen spielte nach seinem Wechsel von Borussia Mönchengladbach nur eine Saison beim FC Bayern (Saison 2007/2008: 17 Bundesliga-Spiele) und ging dann für zehn Millionen Euro in den Norden. © picture alliance / dpa
Ivica Olic kam im Sommer 2009 zum Nulltarif von Hamburg nach München. Zwischen Februar 2007 und Juli 2009 bestritt der Kroate 78 Bundesliga-Spiele (29 Tore) für die Hanseaten. Für die Bayern erzielte er zwischen 2009 und 2012 13 Tore in 55 Spielen. © dpa
Ze Roberto spielte zwei Mal bei den Bayern (2002 bis 2006 und 2007 bis 2009). In dieser Zeit absolvierte der filigrane Brasilianer 169 Bundesliga-Spiele (14 Tore). Der HSV bot dem Mittelfeldspieler im Sommer 2009 einen Zwei-Jahresvertrag, die Bayern nur einen über ein Jahr: So wechselte Zé nach Hamburg. Dort blieb der Brasilianer bis 2011. © dpa
Julian Green wurde zu Beginn der Saison 2014/2015 für ein Jahr vom FC Bayern an den Hamburger SV verliehen. © MIS

Für den großen Abstand zwischen dem FC Bayern und dem HSV hat Arnesen eine plausible Erklärung: "Wir haben seit 25 Jahren keinen Titel mehr geholt, während die Bayern Jahr für Jahr um die ganz großen Erfolge kämpfen", lobt der Däne den Rekordmeister. "Seit rund 30 Jahren sind Uli Hoeneß, Karl-Heinz Rummenigge und Franz Beckenbauer die wichtigsten Entscheider, hinzu kommt noch Finanzvorstand Karl Hopfner, der nun im kommenden April aufhört. Eine derartige Führungsstruktur gibt es in der Welt kein zweites Mal."

Uli Hoeneß: Seine Meinung zu Merkel, Papst, Obama und Co.

Bayern-Präsident Uli Hoeneß schaut gerne über den Tellerrand hinaus und äußert sich immer öfters zu Bereichen, die nichts mit Fußball zu tun haben. Wir haben die Themen, die nichts mit dem FC Bayern oder dem Fußballgeschehen zu tun haben, zu denen Hoeneß aber eine öffentliche Meinung vertritt, für Sie zusammengestellt: © Sampics
... über die Transaktionssteuer: "Ich bin für die Transaktionssteuer. Es kann einfach nicht sein, dass mit Spekulationen auf Öl und Lebensmittel Geld verdient wird und jede Krankenschwester mehr tut für die Volkswirtschaft als unsere Banker." © Sampics
... über Christian Udes Kandidatur als bayerischer Ministerpräsident: "Ich bin mir sicher, dass Christian Ude es als Seehofer-Herausforderer schafft, die SPD in Bayern unter 20 Prozent zu bekommen.“ © Sampics
... über Kanzler-Kanidat Peer Steinbrück: "Wer gegen Angela Merkel verliert, ist mir ziemlich egal." © Sampics
... über sein soziales Engagement: "Wenn du in der Sonne stehst, so wie ich, dann musst du der Gesellschaft etwas zurückgeben. Wenn jemand um Hilfe ruft, muss jemand wie ich, der es sich leisten kann, da sein." © Sampics
... über die Bezahlung von Politikern: „Frau Merkel ist Chefin von einem 80-Millionen-Mitarbeiter-Unternehmen und bekommt 300 000 Euro. Das ist ein Bruchteil dessen, was ein 18-jähriger Fußball-Fuzzi verdient. Das ist doch ein Witz." © Sampics
... über das Krisengerede: „Es gibt in Deutschland keine Krise. In sechs Monaten (also etwa im April 2013) wird die Weltwirtschaft boomen wie noch nie. Merkel und Schäuble sind die Garanten für das, was da kommen wird." © Sampics
... über den Papst: "Ich sehe den Papst nicht als Popstar. Ich sehe ihn als relativ weltfremd. Er ist ein Problem für die Kirche. Vielleicht sollte man mal über eine Altersbegrenzung nachdenken." © Sampics
... über US-Präsident Barack Obama (im April 2012): "Ursprünglich war er natürlich der große Hoffnungsträger der Amerikaner, weil er heiße Eisen angepackt hat. Inzwischen ist es so, dass die ganzen Republikaner ihn weghaben wollen. Wider besseren Wissens das Land lieber in die ´Scheiße´ fahren wollen, damit sie ihn weghaben, obwohl viele Ideen, die er hat – Gesundheitsreform zu machen, die Amerikaner alle gut zu versichern – das sind viele gute Ansätze." © Sampics
... über Sigmar Gabriel: "Mit dem Verlierer kann ich nicht viel anfangen." © Sampics
... über Wirtschaftsminister Philipp Rösler: "Der kann im nächsten Jahr (2013) höchstens beim FC Bayern als Arzt in der Presseabteilung anfangen, weil er dann nicht mehr Bundes-Wirtschaftsminister sein wird." © Sampics
... über Oskar Lafontaine: "Der Lafontaine hat ein Schloss im Saarland stehen, dagegen ist mein Haus am Tegernsee sozialer Wohnungsbau." © Sampics
... über Bänker: „Ich würde mich freuen, wenn diese Leute endlich mal wieder schlaflose Nächte wegen ihrer Kunden und nicht wegen ihrer Boni haben.“ © Sampics
... über die Vermögenssteuer: "Wir haben eine prosperierende Wirtschaft wie noch nie. Aber der Staat und die Wirtschaft müssen endlich lernen, wie Unternehmen zu arbeiten – und die Ausgaben zu reduzieren. Es kann nicht sein, dass wir immer noch und immer mehr Schulden machen. Die Ausgaben müssen gekürzt werden. Am Ende nutzt die Vermögensteuer doch gar nichts, dann gehen die Unternehmer nach Österreich oder in die Schweiz. Wir müssen die Unternehmer hier halten.“ © Sampics
... über eine Reichensteuer: "Über eine Reichensteuer, beispielsweise für Fußball-Millionäre: „Unsere Spieler spielen eine Halbzeit fürs Finanzamt. Deshalb spielen sie manchmal auch eine Halbzeit schlecht. Unsere Spieler zahlen 50 Prozent Steuer. Aber wir kommen nicht weiter, wenn wir 60 oder 70 Prozent verlangen. Unsere Spieler, aber auch ein Dr. Winterkorn von Audi tragen viel mehr für das Bruttosozialprodukt bei.“ © Sampics
... über die nächsten Bundestagswahlen: „Wenn eine Große Koalition nicht zu verhindern wäre, wäre mir eine Kombination Angela Merkel/Hannelore Kraft ganz recht.“ © M.I.S.
... über das Verhalten der Münchner Staatsanwaltschaft, kurz nachdem Breno wegen Verdachts der Brandstiftung festgenommen wurde: „Was die Münchener Staatsanwaltschaft macht, ist eine absolute Katastrophe! Einen Haftbefehl zu erlassen gegen einen jungen Mann, der am Boden ist, der völlig fertig ist! Mit der albernen Begründung einer Verdunklungsgefahr – der kann gar kein Deutsch! Gute Nacht, Deutschland, wenn das unser Land ist.“ © M.I.S.
... über das Breno-Urteil: „Ich weiß nicht, ob man hier differenzieren muss zwischen einem Maurer, der seinen Beruf weiter ausüben kann, wenn er wieder rauskommt, und einem jungen Fußballspieler – der absolut nichts anderes kann als Fußball spielen. Wenn man dem damit seinen Beruf für alle Zeiten wegnimmt, dann ist das aus meiner Sicht für dieses Vergehen, sollte es stattgefunden haben, was für mich überhaupt nicht bewiesen ist, absolut nicht nachvollziehbar.“ © M.I.S.
... über Lebensmittel: "Ich kann das nicht verstehen, wenn gewisse Menschen immer behaupten, das mit den Lebensmitteln sei so schlimm wie noch nie. Ich behaupte, dass die Lebensmittel früher meist schlechter waren als heute. Ich stamme aus einer Metzgerei. Ich weiß, wie früher Wurst gemacht wurde und wie wir sie heute in Nürnberg machen. Wir sind ständig unter Kontrolle. Und das ist ja auch gut so. Die Leute, die tatsächlich schlechtes Fleisch verkaufen, müssen an den Pranger gestellt und bestraft werden. Das steht außer Frage. Aber eins ist klar: Wenn Sie ein Kilo Käse für drei Euro kaufen wollen, dann können Sie nicht die Qualität erwarten, die ein Kilo Käse für 9,80 Euro hat." © M.I.S.
... über das Rauchverbot: "Was wir in Bayern damit wieder angestellt haben, das darf doch nicht wahr sein. Das sage ich, obwohl ich selbst nur alle vier bis sechs Wochen mal eine Zigarre rauche. Diese Intoleranz, dieses Entweder-ganz-oder gar-nicht – das gefällt mir gar nicht. Franz Josef Strauß würde sagen: Ihr habt sie doch nicht mehr alle." © M.I.S.
... über das Buch von Thilo Sarrazin: "Ich halte es für ein Unding, dass ein Vorstand der Bundesbank so ein Buch schreibt und damit Geld verdient. Ich unterstelle ihm nämlich, dass es ihm gar nicht darum ging, die Welt zu verbessern, nein, er wollte damit Geld verdienen. Wenn dieses Buch ihm so wichtig war, hätte er zuvor als Bundesbankvorstand zurücktreten müssen. Oder er hätte von vornherein sagen müssen: Alles, was ich damit verdiene, spende ich für einen guten Zweck." © M.I.S.
... über Franck Ribéry, der in Verdacht stand, mit einer minderjährigen Prostituierten Sex gehabt zu haben: "Ribéry hat nichts, nichts gemacht, was verboten ist, absolut. Oder hätte er die Dame fragen sollen, wie alt sie ist?" © M.I.S.

Außerdem macht er einen weiteren, gravierenden Unterschied in der Vereinsführung zwischen den Bayern und dem HSV aus: "Es ist kein Geheimnis, dass der Aufsichtsrat beim HSV eine sehr präsente Rolle einnimmt. Bei den Bayern sitzen Vertreter von Telekom, Adidas und Audi im Aufsichtsrat, die sich im Hintergrund halten", sagt der 56-Jährige. Bei den nächsten Wahlen hofft er auf Veränderungen: "Natürlich würde ich es begrüßen, wenn sich bei den Aufsichtsratswahlen im Januar auch der eine oder andere Vertreter aus Wirtschaftskreisen engagieren würde."

jb

Auch interessant

Meistgelesen

Outfit-Patzer auf Oktoberfest: Manuel Neuer zeigt sich auf der Wiesn nicht stilecht - schon wieder
Outfit-Patzer auf Oktoberfest: Manuel Neuer zeigt sich auf der Wiesn nicht stilecht - schon wieder
FC Bayern heiß auf Gladbach-Star - doch auch der BVB mischt gehörig mit
FC Bayern heiß auf Gladbach-Star - doch auch der BVB mischt gehörig mit
Korb für den FC Bayern? Begehrter Bundesliga-Star denkt an Wechsel ins Ausland
Korb für den FC Bayern? Begehrter Bundesliga-Star denkt an Wechsel ins Ausland
Jetzt macht Jerome Boateng Ernst! Abschied vom FC Bayern? Pläne offenbar durchgesickert
Jetzt macht Jerome Boateng Ernst! Abschied vom FC Bayern? Pläne offenbar durchgesickert

Kommentare