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Hoeneß wollte Klopp - Jetzt ist er Jupp dankbar

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Jupp Heynckes (l.) und Uli Hoeneß sind dick befreundet © Getty

Düsseldorf - Vor gut vier Jahren wollte Uli Hoeneß den Gegner vom Samstag, Shootingstar Jürgen Klopp, zum FC Bayern holen. Jetzt hat er mit Jupp Heynckes einen Trainer-Dino - und ist glücklicher denn je.

Gut vier Jahre liegt der Anruf von Uli Hoeneß inzwischen zurück. Der damalige Bayern-Manager wollte Jürgen Klopp als Nachfolger von Ottmar Hitzfeld nach München holen. Klopp, damals in Mainz tätig, soll auch bereits zugesagt haben, so die offizielle Version von Hoeneß. Am Ende setzte sich aber Karl-Heinz Rummenigge mit seinem Wunschkandidaten Jürgen Klinsmann durch. Ein Fehler, wie alle Bayern-Verantwortlichen heute zugeben.

Die Bayern-Trainer der vergangenen zehn Jahre - und in welcher Situation sie gehen mussten

Der Telefonkontakt zwischen Hoeneß und Klopp ist inzwischen abgerissen, was nicht heißt, dass der Bayern-Präsident den Meistertrainer von Borussia Dortmund nicht mehr für geeignet hält. Vielmehr ist Hoeneß mit dem aktuellen Bayern-Coach Jupp Heynckes wunschlos glücklich. “Wir müssen Jupp dankbar sein, wie er den Fußball in den letzten Wochen zu einer Kunst erhoben hat“, schwärmt Hoeneß in höchsten Tönen von seinem langjährigen Freund.

Wenn am Samstag (18.30 Uhr) im Bundesliga-Topspiel der aktuelle Tabellenführer aus München und Meister Dortmund aufeinandertreffen, kommt es auch zum Generationen-Duell zwischen Heynckes und Klopp. Zwei Männer, die auf den ersten Blick unterschiedlicher kaum sein könnten. Auf der einen Seite der 66-jährige Heynckes, der Gentleman unter der Trainer-Gilde. Ein Weltmann, der es mit seiner väterlichen Art, mit seiner Erfahrung und Gelassenheit geschafft hat, den Bayern-Spielern zu alter Stärke zu verhelfen. Auf der anderen Seite der 22 Jahre jüngere Klopp, ein Motivator mit Konzept und Spielidee. Impulsiv an der Seitenlinie und immer für einen Spruch zu haben.

Die Unterschiede zeigen sich auch im Spiel. Klopps System basiert auf Pressing und Gegenpressing, auf Leidenschaft, Einsatz und Willen. Bei Heynckes muss die Balance, die Ordnung zwischen Offensive und Defensive stimmen. Harakiri-Fußball ist nicht seine Welt.

Wie 2010/11: Klopp und Heynckes kämpfen um den Titel

In ihrer Art, ihrem Auftreten und ihrer Philosophie verschieden, eint Klopp und Heynckes eine Sache: der Erfolg. Seit gut anderthalb Jahren kämpfen beide Trainer mit ihren Mannschaften - Heynckes in der vergangenen Saison noch mit Leverkusen - um die Meisterschaft. Im Mai 2011 hatte Klopp die Nase vorn. Der gebürtige Stuttgarter holte mit dem BVB die Schale, sein erster Titel als Trainer.

Heynckes' Titelsammlung ist da schon weitaus größer. Bereits 1989 und 1990 - Klopp spielte zu der Zeit für Rot-Weiß Frankfurt - gewann er in seiner ersten Amtszeit bei den Bayern die Meisterschaft. Höhepunkt seiner Karriere war aber der Champions-League-Sieg 1998 mit Real Madrid. “Don Jupp“ wurde er in Spanien gerufen.

In Deutschland war dies freilich anders. Heynckes galt längst als Relikt vergangener Tage. “Der Jupp ist ein Fußballer der alten Schule, aber wir haben 2004“, sagte einst Rudi Assauer, nachdem der Weltmeister von 1974 bei Schalke auf ganzer Linie gescheitert war. Zu antiquiert sei seine Art. Ähnliches war zuvor auch aus Frankfurt zu hören, wo er mit den Stars Anthony Yeboah, Jay Jay Okocha und Maurizio Gaudino aneinandergeraten war. 2006 versuchte es Heynckes noch einmal bei seiner alten Liebe Gladbach, doch nach nur 215 Tagen war die Zusammenarbeit beendet, und damit das Kapitel Bundesliga.

Hoeneß holte Heynckes zurück auf die Bank

Nach 30 Jahren im Trainergeschäft hatte sich Heynckes eigentlich mit dem Rentnerdasein angefreundet, bis Uli Hoeneß wieder ins Spiel kam. Als Klinsmann auf ganzer Linie gescheitert war, erinnerte er sich an seinen alten Freund und in wenigen Wochen war das Feuer bei Heynckes wieder entfacht. Der gebürtige Gladbacher ging danach zu Leverkusen - die Bayern hatten sich bereits für Louis van Gaal entschieden - und plötzlich erlebte die Bundesliga einen rundum veränderten Heynckes, viel gelassener und souveräner als in früheren Tagen.

Bis 2013 läuft Heynckes' Vertrag bei den Bayern. Er könne sich aber auch vorstellen, noch fünf Jahre zu arbeiten. Klopp ist bis 2014 an Dortmund gebunden. Dass Hoeneß und Klopp dann irgendwann noch einmal telefonieren, ist gut möglich. Das Fußball-Geschäft sei ja sehr schnelllebig und Klopp mache einen guten Job, betonte jüngst Hoeneß.

dapd

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