FC Bayern München vor dem Spiel gegen Hertha BSC Berlin

FC Bayern München: Dünnes Kaderpersonal als große Chance für die Youngsters

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Alphonso Davies im Gespräch mit Hansi Flick über mögliche Positionen im nächsten Pflichtspiel

Beim FC Bayern sind die Ausfälle momentan enorm. Für die Youngsters des FC Bayern könnte das die Möglichkeit sein, ihr Können bei den Profis unter Beweis zu stellen. 

München – Ein Blick auf die Abwehrreihen, die beim FC Bayern im vergangenen Herbst aufs Feld geschickt wurden, lohnt sich. Da wäre zum Beispiel: Joshua Kimmich – Benjamin Pavard – Niklas Süle – David Alaba. Oder auch: Pavard – Süle – Jerome Boateng – Lucas Hernandez. Eine dritte Variante: Kimmich – Süle – Boateng – Pavard. Niko Kovac hatte jede Woche die Qual der Wahl. Der Kader war ja weitsichtig geplant, neben Abwehrchef Süle sowie den Routiniers Alaba und Boateng in Pavard und Hernandez zwei Spieler gekauft worden, die flexibel einsetzbar sind. Dann aber kam alles anders. Kovac ist längst weg – und die Abwehr pfeift vor dem Rückrunden-Auftakt am Sonntag bei der Hertha in Berlin aus dem letzten Loch.

Viele Gedankenspiele nimmt Hansi Flick nicht mit in die letzte Vorbereitungswoche, die gestern mit einem Leistungstest begann und ab heute richtig intensiv wird. Weil neben den Verletzten Süle, Hernandez und Javi Martinez auch noch Kimmich aufgrund einer Gelbsperre beim Start ins neue Fußballjahr zusehen muss, stellt sich die Defensive von selbst auf. Wie in der ersten Halbzeit beim 2:5 in Nürnberg, dem einzigen Testspiel im Winter, werden von rechts nach links Pavard – Boateng – Alaba – Alphonso Davies auflaufen. Eine Reihe, die aus der akuten Not geboren wurde. Zwar fing sich das Quartett in Nürnberg nur einen der fünf Gegentreffer, trotzdem hatte Flick auch von seiner derzeitigen A-Abwehr zahlreiche Aktionen gesehen, die ihm nicht gefallen hatten. „Das gute Trainingslager“, sagte der Bayern-Coach, wolle er sich von der Pleite „nicht kaputt machen lassen“. Die mit Blick auf den dünnen Kader ohnehin schon großen Sorgenfalten jedoch sind nach dem Auftritt nicht unbedingt kleiner geworden.

Alphonso Davies im Gespräch mit Hansi Flick über mögliche Positionen im nächsten Pflichtspiel

Die Analyse des Kaders stand noch diese Woche gemeinsam mit Hasan Salihamidzic an, aber glaubt man alles, was aus den heiligen Hallen der Säbener Straße nach außen dringt, wird Flick nicht erhört. Die Forderungen des Trainers, mindestens einen Defensivspieler sowie einen Mann für die Offensive zu holen, scheitern an der Praktikabilität auf dem Januar-Transfermarkt. Dass sich sogar Ex-Bayer Rafinha via „Sport Bild“ schon für eine Rückkehr anbot („können mich anrufen“), ist wohl eher ein Spaß. Intern beschäftigt man sich daher schon mit dem Plan B aus den eigenen Reihen. Eine zentrale Rolle in diesem spielt Leon Dajaku.

1,5 Millionen haben sich die Bayern den Transfer des 18 Jahre alte Rechtsaußen vom VfB Stuttgart im Sommer kosten lassen, womöglich schlägt in den kommenden Wochen, die man laut Flick „überstehen“ müsse, seine Stunde. Denn sollten Kingsley Coman und Serge Gnabry noch länger ausfallen, soll Dajaku Alphonso Davies hinten links ersetzen können – und der schnelle Kanadier auf dem offensiven Flügel aushelfen. Ein 18-Jähriger als Backup für einen 19-Jährigen. Das ist kreativ. Und riskant.

Dass Mut belohnt wird, zeigt das Beispiel von Joshua Zirkzee, ohne dessen Last-Minute-Tore die Bayern vier Punkte weniger auf dem Konto hätten. Und über den von Kevin Kuranyi beratenen Dajaku sagt man immerhin in Stuttgart, dass er das größte Talent seit Joshua Kimmich sei. In der Dritten Liga kam er für die Bayern bisher 19 Mal zum Einsatz, schoss drei Tore und gab vier Vorlagen. Seit November schnuppert er Profi-Luft, war in Doha dabei und probierte sich in der zweiten Hälfte in Nürnberg bereits als Linksverteidiger. Vier Gegentreffer musste die Bubi-Abwehr um Richards, Mai, Arrey-Mbi, Dajaku hinnehmen. Im Verbund mit Pavard, Alaba und Boateng will Dajaku es besser machen.

Oliver Kahn wird am 17. Januar als Experte beim Bundesliga-Spiel zwischen dem FC Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach tätig sein. Kommt er dadurch in Bredouille, weil er unbequeme Fragen beantworten muss?

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