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"Schritt zu halten, ist kaum möglich"

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Wolfgang Holzhäuser
Wolfgang Holzhäuser © dpa

Leverkusen - Im Interview spricht Wolfgang Holzhäuser, Geschäftsführer Bayer Leverkusen, über die Saison seines Teams. Er sieht Bayern und den BVB dauerhaft etwas enteilt.

Herr Holzhäuser, Sie hören früher als geplant als Sprecher der Geschäftsführung bei der Bayer 04 Fußball GmbH auf. Was ist der Grund für Ihren Rückzug nach 35 Jahren im Profifußball?

Wolfgang Holzhäuser (Geschäftsführer Bayer Leverkusen): Ich habe mich schon länger mit der Frage beschäftigt, wann der richtige Zeitpunkt ist aufzuhören. Nachdem ich bei Katja Kraus gelesen habe, dass die Bewertung einer Laufbahn von ihrem Ende her beurteilt wird und nicht von der Lebensleistung, habe ich meine Entscheidung getroffen. Die direkte Champions-League-Qualifikation ist für Bayer Leverkusen wie der Gewinn der deutschen Meisterschaft. Das ist nicht zu toppen. Ich fühle mich auch als Dritter wie ein kleiner deutscher Meister, da kann man ruhigen Gewissens gehen. Ich habe auch lange mit meiner Frau und meinem Sohn über dieses Thema gesprochen. Beide haben mich in meiner Entscheidung bestärkt. Zudem bin ich ja auch schon 63.

Wie beurteilen Sie Ihre 15 Jahre bei Bayer Leverkusen und Ihre insgesamt 35 Jahre im deutschen Profifußball?

Holzhäuser: Das waren schöne Jahre. Es werden sehr viel positive Erinnerungen bleiben. Bei Bayer selbst haben wir in den vergangenen Jahren viel bewegt. Als ich 2004 in die Fußstapfen von Reiner Calmund getreten bin, war es nicht einfach. Es ist immer schwer, einem Volkstribun zu folgen. Das war in den ersten zwei, drei Jahren eine schwierige Zeit. Denn wenn es schlecht lief, lag es an mir. Ich glaube aber, dass ich mir anschließend die Anerkennung erarbeitet habe.

Werden Sie sich auf das Altenteil zurückziehen, oder bleibt der Fußball der Mittelpunkt Ihres Lebens?

Holzhäuser: Ich werde sicher nicht nur Golf spielen und mich auch nicht ausschließlich um gute Rotweine kümmern. Ich werde weiter bei den Heimspielen auf der Tribüne sitzen - hoffentlich aber etwas entspannter als in verantwortlicher Position. Und im Gesellschafterausschuss bin ich weiter in die Entscheidungen der Fußball GmbH eingebunden. Zudem werde ich vielleicht noch etwas machen, das nicht so weit vom Sport weg ist. Konkret ist aber noch nichts.

In Michael Schade steht bereits Ihr Nachfolger fest. Wie beurteilen Sie diese Personalentscheidung?

Holzhäuser: Wir kennen uns schon lange, da er Mitglied des Gesellschafterausschusses ist. Er ist ein Fachmann, der sehr nah am Sport ist.

Kann Bayer auf Dauer den beiden Champions-League-Finalisten Bayern München und Borussia Dortmund gefährlich werden?

Holzhäuser: Mit Bayern und Dortmund auf Dauer Schritt zu halten, ist kaum möglich. Deshalb werte ich ja auch den dritten Platz in diesem Jahr wie einen Titelgewinn. Bayer ist sicherlich sehr gut aufgestellt, aber die Möglichkeiten sind dennoch begrenzt. Wir haben aber sicher immer mal die Möglichkeit, die ganz Großen zu ärgern.

aufgezeichnet von Jürgen Zelustek (SID)

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