HSV-Boss attackiert Hoeneß: „Respektlos“

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Uli Hoeneß: “Piotr Trochowski kann normalerweise keine zwei Sätze geradeaus sprechen, und jetzt spricht er über Fußballpolitik.“

München/Hamburg - Der FC Bayern kommt nicht zur Ruhe: Nach den internen Querelen mit Philipp Lahm und Luca Toni attackiert nun HSV-Boss Hoffmann Bayern-Manager Uli Hoeneß wegen eines Interviews.

Trainer Louis van Gaal hat seinen Spielern ein freies Wochenende geschenkt, doch der FC Bayern München kommt nicht zur Ruhe. Nach den Querelen um Philipp Lahm und der Web- Attacke von Fußball-Weltmeister Luca Toni gegen van Gaal hat Manager Uli Hoeneß nun Ärger mit dem Hamburger SV. “Die Aussagen von Hoeneß über Piotr sind respektlos und in der Sache falsch. Ich glaube, hier will der Manager von Bayern München von seinen Baustellen ablenken“, sagte HSV-Boss Bernd Hoffmann in der “Bild“- Zeitung (Samstag). Hoeneß hatte in unter der Woche in einem Interview über den HSV- Nationalspieler Piotr Trochowski gelästert.

Die Strafakte des FC Bayern

Die Strafakte des FC Bayern: Wer wofür blechen musste

Philipp Lahm (l.) und Luca Toni werden für ihre Verfehlungen vom FC Bayern zur Kasse geben
Philipp Lahm (l.) und Luca Toni wurden 2009 für ihre Verfehlungen vom FC Bayern zur Kasse geben © dpa
Lahm Toni Geldstrafe
Lahm kritisierte die Bayern-Bosse und deren Transferpolitik vor dem wichtigen Spiel gegen den FC Schalke in einem Interview mit der SZ. © Getty
Lahm Toni Geldstrafe
Prompt verhängte der FC Bayern eine Rekordgeldstrafe für den Nationalspieler. Etwa 50.000 Euro sollen es gewesen sein, die Lahm löhnen musste
Lahm Toni Geldstrafe
Luca Toni verließ in der erwähnten Partie gegen den FC Schalke die Allianz Arena, nachdem er von Trainer Louis van Gaal in der Pause ausgewechselt worden war © dpa
Die verfrühte Heimfahrt mit dem Privat-Pkw kostete Toni eine Strafe in unbekannter Höhe
Luca Toni wurde im November 2009 von Trainer Louis van Gaal suspendiert. Toni hatte in einem Interview über van Gaal gesagt: “Seit vier Monaten habe ich Probleme mit ihm. Alles hat seine Grenzen. Unser Verhältnis ist so gut wie am Ende.“ © dpa
Doch das sind nicht die ersten Fälle, in denen der FC Bayern seine Spieler bestraft hat. Die prominentesten (und bekannten) Fälle: © Getty
Stefan Effenberg ist für sein ungezügeltes Temperament bekannt. 10.000 Mark musste der Heißsporn 1998 jedoch zahlen, weil er angetrunken mit dem Auto unterwegs war. Der Führerschein war vorübergehend futsch © Getty
Mario Basler hat die dickste Akte beim FC Bayern. 1997 warf das „Enfant terrible“ dem damaligen Trainer Giovanni Trapattoni eine angeblich falsche Taktik vor. Seine öffentlichen Aussagen kosteten ihn angeblich 10.000 Mark © Getty
Im Oktober 1998 war Basler eigentlich krank geschrieben, hatte aber noch genügend Kraft, um bis vier Uhr morgens in einem Münchner Klub zu feiern © Getty
Auch von einer Schlägerei war bei diesem Disco-Besuch die Rede. Wieder zahlte Basler 10.000 Mark © Getty
Im August 1999 feierte Basler den Geburtstag von Mitspieler Didi Hamann bis um drei Uhr in der Früh - also viel länger, als der offizielle Zapfenstreich (elf Uhr) vorgesehen hatte. 20.000 Mark Strafe - damals Vereinsrekord! © Getty
Im Oktober 1999 lieferte sich Basler in einer Regensburger Pizzeria eine Schlägerei. Dem FC Bayern reichte es vorerst © Getty
Basler und Ersatztorwart Sven Scheuer (Foto), der ebenfalls zugelangt haben soll, wurden intern gesperrt © Getty
Was hier so einträchtig und harmonisch aussieht, ging auch mal ganz anders: Zwischen Lothar Matthäus und Bixente Lizarazu kam es 1999 im Training zu einer heftigen Auseinandersetzung, bei der der Franzose dem Lothar eine Watschn verpasste. © Getty
Harald Schmidt spottete damals über Lizarazus Ausrutscher: "Bixente Lizarazu hat Lothar Matthäus eine geknallt. Auf dem Video hört man ein Klatschen, und man weiß nicht: War es die Ohrfeige oder der Applaus von Effenberg?" © Getty
Für das letzte Spiel der Hinrunde 2007 suspendierte Ottmar Hitzfeld (l.) Oliver Kahn, weil dieser die Weihnachtsfeier des FC Bayern zu früh verlassen hatte © Getty
Fast zeitgleich hatte Kahn die Bayern-Mannschaft in einem Interview hart kritisiert. Kahn musste neben seiner Sperre 25.000 Euro Strafe zahlen © Getty

“Piotr Trochowski kann normalerweise keine zwei Sätze geradeaus sprechen, und jetzt spricht er über Fußballpolitik“, hatte Hoeneß am Donnerstag in der Wochenzeitung “Die Zeit“ gesagt. Der HSV-Profi nahm dazu keine Stellung. Er gebe erst nach dem Länderspiel am kommenden Mittwoch wieder Interviews, sagte er dem “Hamburger Abendblatt“ (Samstag).

Dagegen machte Hoffmann keinen Hehl aus seiner Empörung. “Ich habe für die Bemerkungen gar kein Verständnis. Piotr ist ein ernsthafter Mensch, intelligent und mit viele Engagement in sozialen Fragen“, sagte Hamburgs Vorstandsvorsitzender. In einem Telefonat am Freitagvormittag habe er Hoeneß gefragt, “ob er das so wirklich so gesagt und gemeint hat. Leider antwortete er, dass er es so gesagt und so gemeint hat“.

dpa

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