"Ich will mich für Bayern aufopfern"

Wenn er spielt, dann mit vollem Einsatz: Bayerns Mittelfeldmann Andreas Ottl
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Wenn er spielt, dann mit vollem Einsatz: Bayerns Mittelfeldmann Andreas Ottl

Andreas Ottl spricht im Interview über seine Ziele, über die Konkurrenz durch mögliche Neuverpflichtungen – und Jens Jeremies…

Herr Ottl, eine Vorbereitung neigt sich wieder mal dem Ende zu, wieder mal haben Sie Vollgas gegeben. Wie nah sind Sie nun wirklich der Stammelf?

Andreas Ottl: Die Vorbereitung lief gut, ich bin fit aus dem Urlaub zurückgekommen. Während der Pause habe ich meine Einheiten gemacht, ich bin topfit.

Wie kontrolliert Jürgen Klinsmann die Fitness seiner Spieler?

Ottl: Er hat seine Art, wie er die Einheiten der Mannschaft nahe bringt. Bei den sehr intensiven Einheiten sieht er, ob ein Spieler fit ist. Dazu werden wir regelmäßig gewogen und das Körperfett wird gemessen.

Was kostet ein Kilo zuviel auf den Rippen?

Ottl: Bis jetzt mussten wir keinen Betrag festlegen… Außerdem wird so etwas nicht an Strafen gemessen, wir haben Eigenverantwortung.

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Konkret gefragt: Werden Sie in der Rückrunde Stammspieler?

Ottl: Der Saisonverlauf hat gezeigt, dass ich sehr nah dran bin an der ersten Elf. Als ich ran durfte, habe ich meine Leistung gebracht – das haben mir der Trainer und das Team attestiert. Ich arbeite weiter daran, diese Wertschätzung zu steigern, dass der Trainer nicht mehr an mir vorbei kommt. Ich will mich festbeißen in der ersten Mannschaft. Und ich würde nicht sagen, dass ich weit weg bin davon. Man sieht eine stetige Verbesserung in den letzten ein, zwei Jahren – ich glaube, dass kann man auch an den Aussagen von Uli Hoeneß ablesen.

Wie schaffen Sie es, trotz vieler Enttäuschungen ruhig zu bleiben?

Ottl: Natürlich fährst du dann mal mit dem Auto heim und bist richtig sauer. Aber wenn man eine Nacht darüber geschlafen hat, sieht man die Dinge meist gelassener.

Verfluchen Sie es manchmal, ein Eigengewächs und nicht ein teurer Einkauf zu sein?

Ottl: Nein, überhaupt nicht. Ich identifiziere mich 100-prozentig mit dem FC Bayern. Es dauert vielleicht ein, zwei Jahre länger, bis meine Entwicklung im Verein gesehen wird. Aber ich merke, dass meine Entwicklung anerkannt wird. Vielleicht kann man bei mir einen Vergleich zu Jens Jeremies ziehen: Er hat sich über Jahre erarbeitet, ein enorm wichtiger Bestandteil des FC Bayern zu werden. Er hat für den Verein extreme Leistungen gebracht. Das wurde anerkannt. Seine Karriere ist gewissermaßen vorbildlich für mich.

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Zé und van Bommel gesetzt, Baumjohann und Timoschtschuk im Anflug, Schweini drängt in die Mitte. Ist Ihnen nicht bange vor der Zukunft?

Ottl: Nein, mir ist überhaupt nicht bange. Es werden immer wieder Namen durch die Stadt gejagt, aber vor der Zukunft habe ich nicht im Ansatz Angst. Ich dränge mich auf und reagiere nicht beleidigt. Auch über eine Ausleihe habe ich mir nie Gedanken gemacht. Das Feedback vom Verein zeigt: Ich bin nahe an der ersten Elf.

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Ist diese Einstellung vielleicht einer der Gründe, warum Sie Uli Hoeneß als „perfekten Spieler für den FC Bayern“ bezeichnet hat – ganz im Gegensatz zu Podolski?

Ottl: Es ist schön, eine solche Aussage zu hören. Aber ich kenne ja meinen Stellenwert im Verein. Solche Sätze treiben mich auch an, weiter Druck zu machen. Eben so wie Jens Jeremies, der sich extrem für den Verein aufgeopfert hat. Das will ich auch. Das mit Lukas ist eine andere Situation, er hat sich das ganze Umfeld anders vorgestellt.

Können Sie sich vorstellen, für immer hier zu bleiben?

Ottl: So weit kann man im Fußball nie planen. Ich will mich hier als Sechser etablieren. München ist meine Heimat. Hier habe ich meine Freunde, meine Familie, meine Freundin. München, der FC Bayern, Andi Ottl – das gehört einfach zusammen.

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Quelle: tz

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