Kapitän gegen Brasilien

Jerome Boateng im Boss-Modus: Löw lobt kritische Worte

Deutschland - Spanien
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Bayern-Verteidiger Jerome Boateng monierte nach der Partie gegen Spanien, dass es noch großes Verbesserungspotenziel gebe.
  • Manuel Bonke
    VonManuel Bonke
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Jerome Boateng macht seinem Namen aktuell beim DFB alle Ehre. Der Boss schlug nach der Partie gegen Spanien Alarm und monierte, dass es noch großes Verbesserungspotenziel gebe.

Berlin - Jerome Boateng macht seinem Namen aktuell beim DFB alle Ehre: Der Boss watschte nach dem Spanien-Test mit seinen kritischen Aussagen die komplette Nationalmannschaft ab. Gestern verteidigte er seinen verbalen Rundumschlag knallhart: „Was ich gesagt habe, fand ich gar nicht so schlimm. Es ist vielleicht ein bisschen negativer wahrgenommen worden.“

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Kam die Kritik intern nicht gut an? Der Abwehrspieler glaubt das nicht. „Wir tauschen uns immer nach Spielen aus. Ich finde, man kann sagen, wie man das Spiel sieht“, sagt Boateng und begründet seine harten Worte: „Wir wollen im Sommer erfolgreich sein, und da müssen wir solche Dinge ganz klar ansprechen. Ich finde es besser, wenn man die Sachen klar anspricht, statt sie verlaufen zu lassen und uns dann blöd anzugucken, wenn es so weit ist.“ 

Boateng nimmt seit EM 2016 kein Blatt vor den Mund

Was auffällt: Seit der EM 2016 nimmt der sonst zurückhaltende Abwehrspieler kein Blatt mehr vor den Mund, wenn ihm die sportliche Leistung seiner Mannschaft missfällt – auch beim FC Bayern nicht. Seit seinen vergangenen beiden Seuchen-Jahren mit zahlreichen Verletzungen wirkt Jerome auf dem Platz noch fokussierter, will Kollegen mit seinem enormen Ehrgeiz auf dem Platz mitreißen. Boateng ist beim DFB und beim FCB absoluter Führungsspieler, gegen Brasilien wird der 29-Jährige voraussichtlich als Kapitän auflaufen. Ein besonderer Moment für ihn, immerhin ist er gebürtiger Berliner. „Davon habe ich als Kind geträumt,im Olympiastadion gegen Brasilien zu spielen“, verriet er.Wenn seine Mitspieler in seiner Heimat nicht mit genügend Feuer an die Sache gehen,wird ihnen Boss Boateng einheizen. 

Löw begrüßt den KlartextModusseinesSchützling: „Natürlich ist das wünschenswert. DerSpielersollnachdemSpiel das äußern, wie sein Gefühl war. Es ist gut fürden Trainer, wenn Spieler trotz einer guten Partie selbstkritisch sind. Wir wollenja injedem Detailsbesser werden. Von daher geht das absolut in Ordnung,klar!“ Löw weiß: Wenn seine Mannschaft in Russland den Titel verteidigen möchte, ist die selbstkritischeEinstellungvon Boateng genau das, was gebraucht wird. Bei der hohen individuellen Qualität innerhalb des DFB-Teams kommt es nämlich auf Kleinigkeiten an – und das hat Boateng erkannt.

Manuel Bonke

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