1. kreisbote-de
  2. Sport
  3. FC Bayern

Draxler-Wirbel: Steht er auf geheimer Liste?

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Armin Linder

Kommentare

null
Im Visier der Bayern oder nicht? Julian Draxler. © dpa

München - Der FC Bayern hat die Gerüchte um Julian Draxler unisono dementiert. Doch jetzt gibt es einen neuen Bericht, wonach Matthias Sammer angeblich im Januar zum Telefon gegriffen hat.

Der Wirbel um Schalke-Jungstar Julian Draxler (20) und das angebliche Interesse des FC Bayern reißt einfach nicht ab. Dabei hatten sich die Verantwortlichen der Roten in dieser Woche nach Kräften bemüht, die Gerüchte zu dementieren.

Doch jetzt facht die Sport Bild alles noch einmal an. Das Magazin schreibt am Mittwoch, dass Bayern-Sportvorstand Matthias Sammer Ende Januar zum Hörer gegriffen und die Nummer von Draxler-Berater Roger Wittmann gewählt habe. Dem Bericht zufolge habe er das grundsätzliche Interesse des Rekordmeisters an Draxler bekundet. Worum es Sammer in dem Gespräch offenbar ging: Er will dem Bericht zufolge vom Agenten informiert werden, sobald ein Klub bereit ist, die festgeschriebene Ablösesumme in Höhe von 45,5 Millionen Euro für Draxler (Vertrag bis 2018) auf den Tisch zu legen. Damit der Triple-Sieger die Option hat, auch ein Angebot zu unterbreiten.

Das Magazin schreibt, dass Draxler auf einer Liste von 40 Namen von Talenten steht, die Sammer bei seinem Dienstantritt 2012 mit nach München gebracht hat. Es handele sich um Youngster, die für den FC Bayern in Frage kommen könnten. Die Namen hat Sammer schon zu DFB-Zeiten gesammelt.

Doch natürlich wird der FC Bayern nicht plötzlich 40 Spieler verpflichten - aber sie eben im Auge haben. Und den Kontakt halten? Wie bei Draxler? Am Wochenende hatte Ex-Profi Jan Aage Fjörtoft mit seinen Sätzen bei Sky für Aufsehen gesorgt: "Ich glaube, dass Arsenal ein großes Interesse an Draxler hatte. Bayern hat ihm dann aber wohl zu verstehen gegeben: Warte mal bis zum Sommer, dann sehen wir, was passiert", behauptete er.

Nachdem viele Medien das Zitate aufgriffen, reagierten die Bayern. "Ich muss ehrlich sagen, ich muss schon fast lachen, wenn ich da jeden zweiten Tag irgendein Gerücht lese", stellte Karl-Heinz Rummenigge gegenüber dem Münchner Merkur klar. "Ich weiß manchmal gar nicht, wie die Gerüchte entstehen oder wie die Leute darauf kommen. Die müssen schlecht schlafen und nachts schlechte Träume haben."

Sammer klang am Dienstag bei Sky Sport News HD ähnlich: "An der Personalie Draxler ist nichts dran. Wir sind in überhaupt keiner Entscheidungsphase. Deshalb gibt es dazu nur zu sagen, dass an dieser Geschichte nichts dran ist", so der Bayern-Sportvorstand. "Im Moment wird sehr viel spekuliert. Vielleicht wird auch strategisch versucht, in unsere eigenen Reihen Unruhe reinzubringen."

Doch klar ist auch: Die Bayern wären geradezu fahrlässig, wenn sie sich nicht mit einem der größten Talente Deutschlands beschäftigen und eine Verpflichtung nicht wenigstens in Erwägung ziehen würden.

Manuel Neuer, der bei Schalke mit Draxler zusammenspielte, rät dem Youngster, auf sein Gefühl zu hören. "Julian ist gut beraten, aus dem Bauch heraus die richtige Entscheidung zu treffen", so der Nationaltorhüter zur Sport Bild. Dass der Offensivmann nicht bis zum Karriereende Königsblau tragen wird, schwant wohl auch Clemens Tönnies. "Ich hoffe weiterhin, dass Julian über den Sommer hinaus auf Schalke spielt", so der Schalke-Boss zur Sport Bild. "Klar ist, dass Top-Klubs wie Bayern solche Spieler beobachten. Ausschließen kann ich nichts." Er wisse trotz des guten Drahtes nach München nichts von einem Bayern-Interesse, erklärt Tönnies.

Viele widersprüchliche Aussagen im Fall Draxler - und die Wahrheit liegt mutmaßlich irgendwo dazwischen: Die Bayern werden den Werdegang des 20-Jährigen zunächst einfach aufmerksam beobachten. Und haben sich schon mal in Position gebracht für den Moment, in dem Bedarf besteht und Draxler ihnen 45,5 Millionen Euro wert ist.

lin

Auch interessant

Kommentare