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Heynckes: "Weiter mit dieser Drehzahl!"

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Jupp Heynckes hält die Zügel beim FC Bayern straff © Getty

München - Der FC Bayern lässt sich von den Aussagen Jürgen Klopps vom Meisterschaftsrivalen Borussia Dortmund nicht locken. Ganz im Gegenteil: Jupp Heynckes lässt nicht locker.

Nach einer Machtdemonstration zum Abschluss des Trainingslagers konnten sich die Stars von Bayern München wenigstens für einige Stunden entspannt und zufrieden in ihren Luxussitzen zurücklehnen. Der deutsche Rekordmeister flog am Mittwoch nach einem 5:0 (4:0) im Test gegen Schalke 04 mit der Gewissheit aus Katar in die Heimat zurück, für die Titeljagd schon jetzt bestens gerüstet zu sein.

„Chapeau. Die Mannschaft hat das großartig umgesetzt. Sie ist jeden Tag mit einer super Einstellung ins Training gegangen. Von Umfang, Einstellung, Qualität und Intensität des Trainings war das überragend“, lobte Trainer Jupp Heynckes nach einer „extrem harten“ Vorbereitungswoche mit 14 Einheiten und zwei Spielen im sommerlichen Doha. Viel Zeit zum Verschnaufen gönnt der 67-Jährige seiner Mannschaft nach der Rückkehr im winterlichen München aber nicht.

Zwar gibt Heynckes am Donnerstag frei, „aber dann werden wir uns weiter mit dieser Drehzahl vorbereiten“, sagte er, „Doha war nur eine Teiletappe.“ Heißt: Freitag zweimal Training, Samstag in Basel und Sonntag in Unterhaching jeweils ein Spiel. „Wir können uns weiter verbessern, Dinge perfektionieren. Wir haben noch einiges zu arbeiten“, unterstrich Heynckes, der bei der Titel-Mission 2013 nichts dem Zufall überlassen will.

Wenn die Bayern am 19. Januar gegen die SpVgg Greuther Fürth in die Rückrunde starten, soll und darf sich die Geschichte unter keinen Umständen wiederholen. Diesmal wollen sich die Münchner nach zwei titellosen Jahren nicht mehr abfangen lassen. Dortmunds Trainer Jürgen Klopp hat angesichts der aktuellen Dominanz des Konkurrenten schon einmal die Meisterschaft an die Bayern vergeben.

Dass sich Klopp so äußern würde, sei legitim, meinte Heynckes: „Aber wir wissen genau, dass wir uns von nichts beeinflussen lassen dürfen. Das machen wir auf keinen Fall.“ Wichtig sei vielmehr, dass der FC Bayern wie in der Partie am Dienstagabend im Al-Sadd-Stadion gegen die bemitleidenswerten Schalker weiter konzentriert bleibe und möglichst oft zu Null spiele: „Dann gewinnst du nicht nur deine Spiele, sondern auch Meisterschaften.“

Die Zuversicht ist groß, dass es in diesem Jahr damit klappt. Doch wie Heynckes nimmt keiner trotz der beachtlichen Frühform den Mund zu voll. „Wir sind noch nicht bei hundert Prozent, aber wir sind schon wieder sehr gut. Es macht Spaß“, sagte Franck Ribery. Und auch Arjen Robben klang nicht zu euphorisch, als er die Bayern „auf einem guten Weg“ wähnte.

Den klaren Sieg gegen die erschreckend schwachen Schalker nach Toren von Thomas Müller (9./Foulelfmeter und 20.), Mario Mandzukic (33. und 43.) und Mario Gomez (63.) wollte auch Heynckes angesichts der königsblauen Probleme „nicht überbewerten“. Immerhin sei das Spiel aber „ein Spiegelbild unseres Aufenthalts in Katar“ gewesen. Zudem habe man gesehen, „dass wir nicht nur elf Spieler zur Verfügung haben“.

Dieser große Konkurrenzkampf soll aber keineswegs zu Unruhe führen. „Das Wir-Gefühl ist besser geworden. Das Team passt einfach zusammen. Es kämpft jeder für den anderen. Wir reden miteinander und nicht übereinander“, stellte Torwart Manuel Neuer zufrieden nach dem Aufenthalt in der Wüste fest.

Auch die Mentalität habe sich im Gegensatz zum letzten Jahr geändert. „Wir ruhen uns nicht darauf aus, wir lassen uns nicht blenden. Wir haben aus der letzten Rückrunde gelernt. Wir sind gewarnt, es ist keiner überheblich“, sagte Neuer.

Dazu gebe es auch keinen Grund, wie Sport-Vorstand Matthias Sammer gewohnt kritisch anmerkte, bevor die Bayern Doha verließen. Man könne zwar „bis hierher zufrieden sein. Wir sind aber nicht weiter, als dass wir körperliche Grundlagen gelegt haben.“ Die Botschaft sei vielmehr: „Es ist ein ganz kleiner Anfangsschritt getan auf dem Weg Richtung Fürth. Es liegt noch ganz viel vor uns. Die Botschaft kann nicht sein: Es ist alles gut. Der Anfang ist gut, aber nicht mehr.“

sid

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