Stars verneigen sich vor Heynckes

Jupps Wegbegleiter sagen: Danke! Gracias! Obrigado!

München - Bei den meisten Klubs wirkte die Arbeit von Jupp Heynckes noch lange nach. Vor seinem letzten Spiel als Bayern-Coach erinnern sich Vertreter seiner Ex-Klubs an einen großen Trainer – und an einen herausragenden Menschen.

Seine durchschnittliche Amtszeit pro Trainerstation betrug zwei Jahre – doch bei seinen meisten Klubs wirkte die Arbeit von Jupp Heynckes noch lange nach. Vor seinem letzten Spiel als Bayern-Coach erinnern sich in der tz Vertreter seiner Ex-Klubs an einen großen Trainer – und an einen herausragenden Menschen.

CD Teneriffa: Das ist Jupps Verdienst

Ich habe Jupp Heynckes in vielerlei Hinsicht kennengelernt. Erst als Mannschaftskollegen bei

Jupp Heynckes mit Karl-Heinz Rummenigge: Gegen Stuttgart bestreitet Heynckes sein letztes Spiel als Bayern-Coach.

Mönchengladbach in der Saison 77/78, die Spielzeit drauf als Co-Trainer, dann zweimal als Cheftrainer – und später war ich sein Assistent bei CD Teneriffa. Und wir hatten immer ein sehr gutes Verhältnis. Als Jupp 1979 Udo Lattek als Cheftrainer bei der Borussia ablöste, war die große Gladbacher Zeit ja eigentlich zu Ende. Jupp musste eine neue Mannschaft aufbauen. Mit der ist er sogar ins UEFA-Cup-Finale gekommen, und er besaß das Geschick, viele Spieler besser zu machen. Auch jetzt beim FC Bayern. Er hat hier eine Mannschaft aufgebaut, die momentan die beste der Welt ist. Jeder ordnet sein Ego dem Mannschaftsgedanken tausendprozentig unter. Und das ist das Verdienst des Trainers Jupp Heynckes.

Von Ewald Lienen (59), Ex-Co-Trainer bei Teneriffa

Athletic Bilbao: "Jupp hat sich hier verliebt"

Meine Erinnerungen an Jupp Heynckes könnten besser nicht sein. Ich hatte das große Glück, mit ihm während seiner ersten Saison in Bilbao zusammenarbeiten zu dürfen. Damals war ich sein Torwarttrainer, Jupp und ich bildeten ein sehr kommunikatives Team. Er war ein sehr zugänglicher Mensch, sowohl in menschlicher als auch in professioneller Hinsicht habe ich Jupp in bester Erinnerung. Schon damals bot er einen Fußball an, der anders war als der der übrigen Mannschaften. Zu Beginn verstanden die Leute noch nicht, dass man auf diese Art und Weise Großes erreichen konnte. Doch Jupp blieb hartnäckig. Schon damals suchte er das Gleichgewicht innerhalb der Mannschaft, indem er den Ballbesitz forcierte. Auch wenn er die Champions League bereits mit Madrid gewonnen hat, freut es mich umso mehr, dass er sie jetzt mit seinen Bayern noch mal erringen konnte. Er hat bei jedem Klub seinen Stempel hinterlassen. Aber er war ja schon als Spieler ein Ass. Als er hier in Bilbao war, hat er viel getan, um die Philosophie von Athletic und seinen Fans zu verstehen. Das macht ihn als Menschen noch mal größer. Und dass er neulich so über seine Zeit in Bilbao geschwärmt hat, hat mich sehr berührt. Ich weiß, dass er diesen Klub als etwas Besonderes im Herzen behalten hat. Die Wahrheit ist, dass er sich in diesen Klub verliebt hat. Jupp war für diesen Verein purer Luxus, wir haben die Zeit mit ihm sehr genossen.

Von José Ángel Iribar (70), Torhüterlegende von Athletic Bilbao

Diese Erfolge feierte Jupp Heynckes mit den Bayern

Diese Erfolge feierte Jupp Heynckes mit den Bayern

Am 24. März 2011 war's offiziell: Jupp Heynckes unterschreibt zum dritten Mal einen Vertrag als Trainer beim FC Bayern München. Am 30. Juni 2013 ist wieder Schluss, dann endet nach 1011 Bundesliga-Spielen als Spieler und Trainer eine beeindruckende Karriere. Wir werfen einen Blick zurück auf die Laufbahn von "Don Jupp". © sampics
Nach acht Jahren bei Borussia Mönchengladbach - ohne Titel - löste Jupp Heynckes zur Saison 1987/1988 beim FC Bayern den Meistertrainer Udo Lattek ab. Lattek feierte in München insgesamt sechs Meisterschaften. Uli Hoeneß, damaliger Bayern-Manager, erhoffte sich vom gebürtigen Gladbacher eine erfolgreiche Ära. Auf nationaler Ebene konnte Heynckes die Ansprüche des FC Bayern erfüllen. © getty
In seiner ersten Saison wurde er aber "nur" Zweiter hinter Bremen. © getty
In seinen vier Jahren der ersten Amtszeit kam er als Chef-Trainer des FC Bayern international sowohl im UEFA Cup als auch im Europapokal der Landesmeister nie über das Halbfinale hinaus. Der Weltmeister von 1974 wurde in München dafür 1989 und 1990 Deutscher Meister. Dazu kommen zwei Vizemeisterschaften in seiner "Ära". © getty
In seiner fünften Saison wurde Jupp Heynckes nach einer 1:4-Heimniederlage gegen die Stuttgarter Kickers entlassen. Die Tabellensituation war bedrohlich, da die Münchner nur Zwölfter waren. Der Vorstand musste handeln. Hoeneß nannte den Rauswurf seines Freundes im Nachhinein seinen "größten Fehler". © sampics
Diese Freundschaft war auch ausschlaggebend, dass Heynckes aus seinem Ruhestand zurückkehrte und die Bayern übernahm, nachdem Jürgen Klinsmann 2009 entlassen wurde. Jupp war zufällig zu Besuch bei Hoeneß in München - sah sogar die letzte Partie Klinsmanns gegen Schalke - und paar Tage später saß er zum zweiten Mal beim FC Bayern auf der Trainerbank. © sampics
Heynckes sicherte dem Rekordmeister die direkte Qualifikation für die Champions League und feierte damit seine dritte Vizemeisterschaft mit den Münchnern. Zur Meisterschaft fehlten den Münchnern zwei Punkte. © getty
In den letzten fünf Spielen holte der ehemalige Meistertrainer vier Siege und ein Remis. © getty
Zum 34. Spieltag gegen Stuttgart (Endstand 2:1) gab es für den 66-Jährigen einen Blumenstrauß zum Dank für die "Hilfe". Nach der Saison rechnete er mit seinem Vorgänger Klinsmann ab: "Sie können nicht am offenen Herzen operieren, wenn Sie noch nie an einem Operationstisch gestanden haben." © getty
Gerade aufgrund seiner ehrlichen und familiären Art sowie als Motivator schätzen ihn seine Spieler. Des Weiteren schafft es Heynckes, aus einer sicheren Defensive ein schönes Offensivspiel spielen zu lassen. Dieses Gesamtpaket sicherte den Bayern 2009 noch die Teilnahme an der Champions League. © getty
Durch die Arbeit bei seiner zweiten Amtszeit in München hat sich Heynckes neue Motivation und Begeisterung für weitere Engagements geholt. Dass er mit Stars umgehen kann, bewies er nicht nur bei Real Madrid 1997/98. Auch bei seinem Intermezzo bei den Bayern hatte er die "Diven" Ribéry und Toni im Griff. © getty
An der Säbener Straße war er sich, auch als Chef-Trainer, für nichts zu schade - auch nicht für das Bälle tragen während des Trainings. © getty
Ein jubelnder Jupp Heynckes ist keine Seltenheit. Der Taktikfuchs geriet mit seinem Intimfeind Christoph Daum während des Meisterkampfes in der Saison 1988/1989 vor dem entscheidenden Spiel in Köln im Aktuellen Sportstudio aneinander. Am Ende gewann Jupp mit den Bayern 3:1 im Müngersdorfer Stadion und drei Spieltage später seinen ersten Titel überhaupt. © getty
Aber nicht nur im Inland feierte der Routinier Erfolge. Jupp Heynckes durfte 1997/1998 einen der größten Klubs der Welt trainieren. Durch seine gute Arbeit in Bilbao (von 1992 bis 1994 und 2001 bis 2003) und Teneriffa (1995 bis 1997) wurde der Champions-League-Rekordsieger auf den Westfalen aufmerksam. © getty
Und prompt in seiner ersten und auch letzten Saison bei Real feierte Heynckes seinen einzigen internationalen Titel als Trainer. Der Champions-League-Titel bewahrte ihn aber nicht vor dem Rauswurf, da Madrid in der Liga "nur" Platz 3 erreichte. Ein Jahr darauf hatte Heynckes eine kurze Amtszeit bei Benfica Lissabon. © getty
Im Juli 2003 holte der FC Schalke 04 Heynckes zurück nach Deutschland, um nach 2001 wieder um die Meisterschaft mitzuspielen. Allerdings blieb der Gladbacher in eineinhalb Jahren erfolglos. Man warf ihm vor, er würde nur noch von seinen alten Triumphen vorschwärmen und zu wenig auf die Spieler eingehen. © getty
Nach seinem misslungenen Comeback 2006 bei Mönchengladbach (Tabellen-16. nach 18 Spieltagen) entschied sich Heynckes, sich zur Ruhe zu setzen, um mehr Zeit mit der Familie verbringen zu können - bis sein alter Kumpel aus München anrief. © getty
Von dem Intermezzo in München angeregt, ging es für Heynckes 2009 direkt weiter: Leverkusen wollte für seinen unglücklichen Versuch mit Bruno Labbadia einen "Fußballlehrer" und fand ihn im neu motivierten Heynckes. Die Bayer-Elf blieb in der Saison 2009/2010 24 Spieltage ohne Niederlage und holte sich den Herbstmeistertitel. Am Ende gelang immerhin noch der Sprung in die Europa League. © getty
Der alte und der neue Bayern-Trainer. Louis van Gaal (r.) und Jupp Heynckes (l.) beim 1:1 in Leverkusen 2010. In der Saison 2010/2011 ist Leverkusen die einzige Mannschaft, die den überragenden Dortmundern "folgen" kann. Diese erfolgreiche Arbeit überzeugte auch die Bayern-Bosse, weshalb sie Heynckes für zwei Jahre verpflichteten. © getty
Seine dritte Amtszeit bei den Bayern ab 2013 könnte mit dem totalen Triumph enden. © MIS
Nach drei zweiten Plätzen 2012 spielten die Bayern 2012/2013 eine phantastische Bundesliga-Saison und knackten einen Rekord nach dem anderen. Die Meisterschaft sicherten sich die Münchner so früh wie noch kein Team zuvor - am 28. Spieltag! © M.I.S.
Die Bierdusche, verpasst von Anatoli Timoschtschuk bei der Meisterfeier, hatte sich Heynckes redlich verdient. © dpa

Bayer Leverkusen: Sein Stil ist sehr menschlich

Nachdem Jupp Heynckes 2009 für ein paar Spiele beim FC Bayern einsprang, vernahm man auch in Leverkusen, was dieser Mann leisten kann. Heynckes wurde kurz darauf verpflichtet, machte dort Toni Kroos groß. Kapitän zu der Zeit war Simon Rolfes. Gegenüber der tz erklärt der Ex-Nationalspieler: „Jupp Heynckes hat in seiner Zeit bei Leverkusen tolle Arbeit geleistet. Wir wurden unter ihm Vierter und anschließend Vizemeister, noch vor dem FC Bayern.“ Rolfes wünscht ihm alles Gute für die Zukunft. „Jupp Heynckes hat in diesen zwei Jahren einen sehr menschlichen Stil gepflegt, war aber immer auch in der Lage, im richtigen Moment die Zügel anzuziehen. Jupp Heynckes gehört sicherlich zu den herausragenden Trainern, unter denen ich gespielt habe.“

FC Bayern: "Vergelts Gott, Jupp"

Ich bin nun ja schon einige Jahre mit dem FC Bayern verbunden und habe demzufolge auch einige Trainer kommen und gehen sehen. Mit Jupp Heynckes verlässt uns ein ganz besonderer Trainer – sportlich, aber vor allem auch menschlich. Und deswegen ist er für mich auch der wahre „Special One“. Ich weiß, es gibt einen anderen Trainer, der sich auf diesen Titel beruft – aber für uns in München ist und bleibt Jupp Heynckes der Einzige. Er hat hier bei uns einen fantastischen Job gemacht. Er ist für mich einer der ganz großen Trainer in Europa. Das Wichtigste war: Er hat genau die richtige Ansprache für unsere zwei Dutzend Superstars gefunden. Er hat sehr akribisch und konzentriert jeden Tag mit der Mannschaft gearbeitet. Fantastisch. Das war eine absolute Meisterleistung. Ich will, dass Jupp Heynckes, bildlich gesehen, aus München in einer Kutsche mit vier Schimmeln durchs große Tor verabschiedet wird. Egal, wie sich Jupp entscheidet. Ob er bei einem anderen Klub weitermacht oder aufhört: Es wird schon die richtige Entscheidung sein. Wir beim FC Bayern werden jedenfalls nie vergessen, was er bei uns geleistet hat. Ich sage „vergelts Gott und pfiati“ im Namen des gesamten FC Bayern. Mia San Jupp!

Von Karl-Heinz Rummenigge (57), Vorstandsvorsitzender FC Bayern

FC Schalke 04: "Ganz großen Respekt"

2003 begann das erste und einzige Engagement von Jupp Heynckes im Ruhrgebiet. Bei Schalke 04 sollte er Ruhe und Struktur reinbringen, nachdem es mit den jungen Trainern Frank Neubarth und Marc Wilmots nicht lief wie erhofft. Clemens Tönnies, seit 2001 Vorsitzender des Aufsichtsrates bei den Königsblauen, erinnert sich auf Nachfrage der tz: „Ich habe ihn damals angerufen und gefragt: „Können Sie sich das vorstellen?“ Er sagte: „Ja, lassen Sie uns mal sprechen.“ Dann ging das ganz schnell. Er hat sich dafür begeistert. Jupp Heynckes mag Vereine, in denen Herz steckt. Da passte Schalke gut.“ Zunächst lief es gut, dann kam es zu Differenzen zwischen Heynckes und dem damaligen Manager Rudi

Clemens Tönnies.

Assauer. Tönnies: „Jupp hat mit größtem Engagement mit und an der Mannschaft gearbeitet. Leider wurde ihm auf Schalke nicht die Zeit gegeben, sich dort richtig zu verwirklichen. Mir hat das unheimlich leidgetan. Ich habe eine Riesenmeinung von ihm, früher und auch heute noch.“ In den letzten Jahren gab es zwischen Schalke-Boss Tönnies und dem Startrainer nur noch sporadischen Kontakt. Und ein interessantes Ereignis in München. Tönnies zur tz: „Kurz bevor er bei Bayern engagiert wurde, da war Jupp beim Spiel Bayern gegen Schalke im Ehrenbereich. Da bin ich zu Uli Hoeneß hingegangen und habe zu ihm gesagt: „Ich kenn dich genau, der Jupp wird dein neuer Trainer!“ Er hat das dann natürlich weit von sich gewiesen, aber eine Woche später war er es.“ Tönnies, ein Freund des Bayern-Präsidenten, muss schmunzeln bei dem Gedanken an diese Situation. Geht es um Heynckes und dessen Leistungen, sagt der Fleischfabrikant, ohne lange zu überlegen: „Jupp Heynckes ist ein Jahrhunderttrainer des deutschen und europäischen Fußballs. Er ist nicht nur ein super Fußball-Fachmann, sondern auch von seiner Persönlichkeit her jemand, dem man ganz großen Respekt zollen muss! Ich wünsche ihm alles Gute!"

Was Real Madrids Ex-Kapitän Manuel Sanchis über die Zeit mit Heynckes erzählt!

Borussia Mönchengladbach: "Die richtige Entscheidung"

Ich wünsche Dir, lieber Jupp, vor allem zwei Dinge: Zum

Lothar Matthäus mit Heynckes.

einen, das ist und bleibt das Wichtigste: Gesundheit. Zum anderen, dass du die richtige Entscheidung triffst. Auf mich wirkst du fit und frisch, man merkt Dir dein Alter nicht an – von daher könnte ich gut verstehen, wenn Du weitermachst. Im Grunde bist Du ja auf dem Höhepunkt Deiner Schaffenskraft, viele Klubs werden sich nach Dir die Finger lecken. Aber Du hast alles erreicht, das Triple wäre ein guter Zeitpunkt, Schluss zu machen. Es gibt einige in Deinem Umfeld, die sich sicher freuen, wenn Du in Zukunft mehr Zeit hast.

Von Lothar Matthäus (52), Rekord-Nationalspieler

Eintracht Frankfurt: Jupps größte Niederlage als Trainer

Der Jupp und ich haben eine besondere Beziehung. Wir kennen uns ja schon seit ewigen Zeiten, waren zusammen bei der WM 1974. Damals konkurrierten wir um dieselbe Position im Sturm und hatten uns versprochen: Wer von uns im Finale spielt, der lässt sich kurz vor Schluss für den anderen auswechseln, damit der auch das Gefühl hat, im Finale gespielt zu haben. Jupp war der viel bessere Spieler, aber bei der WM nicht ganz fit. Also hatte ich das Glück im Finale zu spielen. Das Problem: Es war so knapp, da konnte ich mich nicht auswechseln lassen – und ein bisschen hatte ich es auch vergessen. Da war Jupp sehr enttäuscht – zu Recht! Er besitzt aber so viel menschliche Größe, dass er mir das verziehen hat. Tja, und dann habe ich ihn 1994 überredet, Trainer in Frankfurt zu werden. Ich war Manager bei der Eintracht, bin damals nach Bilbao geflogen, habe mich in einem Restaurant mit ihm getroffen. Die Leute haben ihn verehrt wie einen Heiligen, bezahlen musste er auch nichts. Und dann kam in Frankfurt die größte Niederlage seiner Trainerkarriere. Gaudino, Yeboah und Okocha hatten einen Höhenflug, dachten, sie könnten machen, was sie wollen. Und Jupp hat sie suspendiert. Von dem Moment an ging es bergab, irgendwann hat er selbst die Reißleine gezogen. Und auch das spricht für seinen Charakter: Er hat von sich aus gekündigt – und auf Gehalt und jeden Cent Abfindung verzichtet. Den Dienstwagen hat er geputzt und vollgetankt vor die Geschäftsstelle gestellt. Er ist eben ein echter Gentleman.

Von Bernd Hölzenbein (67), Berater Eintracht Frankfurt

Benfica Lissabon: Rauchverbot für die Bosse

Was für ein großartiger Trainer Jupp Heynckes doch für uns war! Ich erinnere mich noch genau an die Zeit mit ihm, schon damals waren System und Organisation seine allerhöchsten Gebote. Man kann es nicht anders formulieren: In nur einem Jahr hat Jupp Heynckes es geschafft, diesen Verein auf seine ganz spezielle Art zu prägen. Noch heute erinnern sich die Fans von Benfica gerne an die Zeit unter Maestro Heynckes. Zu was dieser Mann imstande war und nach wie vor ist, hat er dieses Jahr wieder einmal eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Er hat die Bayern wieder auf den europäischen Thron geführt. Schon damals bei Benfica hat er jeden Tag mit einer unnachahmlichen Akribie gearbeitet. Ich habe selten jemanden erlebt, der so organisiert war. Jupp ist nichts entgangen, und so kam er eines Tages auf uns zu und verbot uns Bossen, auf der Spielerbank zu rauchen. Das gehöre sich nicht, man müsse stets ein Vorbild sein, sagte er – und hatte recht. Dass er nur ein Jahr Trainer war, hatte mit der schlechten finanziellen Situation im Klub zu tun. Es gab kein Geld für nichts. Dass Benfica heute ein gut organisierter Klub ist, ist auch sein Verdienst. Ihm und seiner Familie wünsche ich von Herzen nur das Beste.

Von José Capistrano, Ex-Vize-Präsident von Benfica

mic

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

FC Bayern dicht vor Überraschungs-Transfer? Berater von Shootingstar in München gesichtet
FC Bayern
FC Bayern dicht vor Überraschungs-Transfer? Berater von Shootingstar in München gesichtet
FC Bayern dicht vor Überraschungs-Transfer? Berater von Shootingstar in München gesichtet
Albtraum-Szenario beim FC Bayern? Hinter den Kulissen laufen wohl schon Diskussionen
FC Bayern
Albtraum-Szenario beim FC Bayern? Hinter den Kulissen laufen wohl schon Diskussionen
Albtraum-Szenario beim FC Bayern? Hinter den Kulissen laufen wohl schon Diskussionen
Arroganz-Anfall beim FC Bayern? Abwehr-Star ballert Leder beim Stand von 5:0 einfach auf Tribüne
FC Bayern
Arroganz-Anfall beim FC Bayern? Abwehr-Star ballert Leder beim Stand von 5:0 einfach auf Tribüne
Arroganz-Anfall beim FC Bayern? Abwehr-Star ballert Leder beim Stand von 5:0 einfach auf Tribüne
Sandro Wagner überrascht mit persönlichem Favoriten für Ballon d‘Or - es ist nicht Lewandowski
FC Bayern
Sandro Wagner überrascht mit persönlichem Favoriten für Ballon d‘Or - es ist nicht Lewandowski
Sandro Wagner überrascht mit persönlichem Favoriten für Ballon d‘Or - es ist nicht Lewandowski

Kommentare