Kaiser: "Wir brauchen keine Dortmunder!"

München - Früher wurde dem FC Bayern stets vorgeworfen, hartnäckigen Konkurrenten die besten Spieler wegzukaufen. An den Spielern des BVB hat der Rekordmeister offiziell nicht mal ernstes Interesse.

Es ist das Bundesliga-Duell des Jahres. Rekordmeister gegen Tabellenführer, die größten Stars gegen das beste Kollektiv, van Gaal gegen Klopp, rot-weiß gegen schwarz-gelb. Ganz Fußball-Deutschland blickt am Samstag ab 18.30 Uhr auf den Mega-Gipfel in der Allianz Arena. Und Louis van Gaal glaubt: „Die Dortmunder sind aus dem Rhythmus, und das wird immer stärker werden, wenn wir am Samstag gewinnen, und sie weiter Punkte verlieren.“

Bayern gegen BVB: Der Vergleich - Mann gegen Mann

Bayern gegen BVB: Der Vergleich!

Die Festspiele der Bayern sollen nach der magischen Macht von Mailand weitergehen. Die Bosse erwarten nicht weniger als einen „klaren Sieg“, wie Uli Hoeneß deutlich machte: „Ein Unentschieden oder eine Niederlage halte ich für vollkommen ausgeschlossen. Wir sind die bessere Mannschaft. Basta.”

Der Kracher soll zur bayerischen Machtdemonstration werden. Zu groß ist der Vorsprung des BVB in der Tabelle, zu unverschämt waren zuletzt die Aussagen der Dortmunder. Kevin Großkreutz provozierte, Jürgen Klopp legte nach Bayerns 1:0 in Mailand nach: „Das war nicht schlecht. Aber wir fliegen trotzdem nach München.“ Die Messer sind gewetzt, die verbalen Giftpfeile abgefeuert. Louis van Gaal machte seine Stars intern bereits heiß: „Es geht um alles oder nichts: Sie können zeigen, wer die Besten sind!“ Wenn schon nicht mehr Meister, dann zumindest in einem Spiel zeigen, wer die wahre Nummer eins ist. FCB gegen BVB: ein Imagespiel. Die beiden besten Offensivabteilungen (je 49 Tore) im Duell, beste Heim- gegen beste Auswärtsmannschaft, Robbéry gegen Götze, Sahin & Co.: Es ist angerichtet!

Unbestritten spielt der BVB eine grandiose Saison. Das ruft im Normalfall einen Reflex bei den Bayern hervor: Kaufen! Hummels? Kagawa? Oder doch Götze? Welchen Dortmunder hätten’s denn gern? „Sicher wird es Versuche geben, uns Spieler abspenstig zu machen“, gaubt BVB-Boss Hans-Joachim Watzke. Doch der Kaiser hält dagegen – und sagt: Nicht nötig!

„Für unser System, vor allem in der Offensive, sind wir perfekt besetzt. Dahinter hat man auch noch Toni Kroos, Hamit Altintop, viele Möglichkeiten“, erklärt Franz ­Beckenbauer der tz. „Wie die Dortmunder spielen, ist einzigartig. Aber Spieler von Dortmund? Nein, die brauchen wir nicht. Unser Spielermaterial reicht, da hilft einem kein Dortmunder weiter.“

Vorsicht! Fehleinkäufe des FC Bayern aus den vergangenen 20 Jahren

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Nicht einmal Karl-Heinz Rummenigge versucht, den Dortmunder Jungstars vor dem Duell den Kopf zu verdrehen. „Wir haben eine sehr gute Mannschaft“, meint der Vorstandsboss. „Ich will vor dem Spiel keinen Zirkus veranstalten.“ Dabei wurden den Bayern schon Kontakte zu Dortmunds Durchstartern nachgesagt. Regisseur Nuri Sahin war genauso im Gespräch wie Ex-Bayer Mats Hummels – und ein Riesentalent wie Mario Götze hat der Rekordmeister ohnehin im Blick.

„Natürlich ist Götze das größte deutsche Talent seit Jahren, die Dortmunder spielen einen wunderbaren Fußball, das passt alles bei denen, auch mit Jürgen Klopp“, sagt Beckenbauer. Über den Trainer hatte sich der Ehrenpräsident zuletzt positiv geäußert, er wird als van Gaals Nachfolger gehandelt – vom Bayern-Vorstand gab es zu dieser Personalie vor dem Spitzenspiel keinen Kommentar. Dass die Bayern nach der Saison in Dortmund wildern, ist trotzdem nicht ausgeschlossen – wenn schon nicht beim Trainer, dann in der Verteidigung: Nach wie vor ist Mats Hummels im Visier.

Am Samstag wird genau hingeschaut.„Das Spiel in Mailand hat Kraft gekostet. Dortmund hat da einen Vorteil, sie haben eben keine Doppel- oder Dreifachbelastung“, sagt Beckenbauer – und widerspricht Uli Hoeneß: „Von einem Sieg mit zwei Toren Unterschied gehe ich nicht aus – ich wäre schon froh, wenn wir gewinnen.“ Schlusswort van Gaal: „Wir wollen erst was leisten und dann sprechen.“ Kein schlechtes Motto…

Tobias Altschäffl

Rubriklistenbild: © ap

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