Drittliga-Aufstieg schon gelaufen?

Kleine Bayern: Selbst bei einer Serie wird es eng

Die Elf von Tim Walter lief gegen Fürth lange Zeit einem Rückstand hinterher und musste sich am Dienstagabend mit einem Remis zufrieden geben. F: Leifer
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Die Elf von Tim Walter lief gegen Fürth lange Zeit einem Rückstand hinterher und musste sich am Dienstagabend mit einem Remis zufrieden geben. F: Leifer

FC Bayern München II - Der Jahr für Jahr angepeilte Aufstieg der kleinen Bayern ist schon nach sieben Spieltagen in weite Ferne gerückt. Das Team von Trainer Dirk Walter hat schon sechs Zähler Rückstand auf die Löwen.

Am 7. Mai 2011 war es amtlich: Die Reserve der Roten musste unter Trainer Hermann Gerland den Gang von der 3. Liga in die Regionalliga antreten. Seitdem versucht der Nachwuchs von der Säbener Straße jedes Jahr, wieder nach oben zu kommen - bisher vergeblich. Drei Jahre danach war es beinahe soweit, doch im Relegations-Rückspiel gegen Fortuna Köln entrissen die Rheinländer nach einem folgenschweren Torwartfehler den sicher geglaubten Aufstieg noch in letzter Sekunde. 

Insgesamt fünf Trainer haben sich seit dem Gang in die Regionalliga am Aufstiegstraum abgearbeitet Andries Jonker (2011/12), Mehmet Scholl (12/13), Erik ten Hag (2013-2015), Heiko Vogel (2015 - März 2017) und Danny Schwarz (Interimstrainer 2017 bis Saisonende). Seit dieser Spielzeit steht Tim Walter als Cheftrainer auf der Kommandobrücke und wird von Tobias Schweinsteiger unterstützt. 

Nach sieben Spieltagen scheint es so, als ob auch diese beiden sich einmal mehr an dieser Aufgabe die Zähne ausbeißen. Der TSV 1860 hat jetzt schon sechs Punkte Vorsprung und bereits zehn Treffer mehr erzielt. Natürlich ist es bitter für den FCB II, dass die Löwen nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga direkt in die Regionalliga durchgereicht wurden. Aber trotzdem gibt es auch noch andere Gründe, die man benennen muss.

Die Vereinsführung bekräftigt seit Jahren, dass die 2. Mannschaft so schnell wie mögich in die 3. Liga muss, damit die talentierten Jugendspieler sich schneller an die Bedingungen als Profi gewöhnen können. Dazu passt aber nicht, dass - wie schon im letzten Jahr - mehrere wichtige Stützen der Reserve den Kader bei der Asien-Reise auffüllen müssen, weil diverse Nationalspieler noch im Urlaub waren. 

Natürlich muss es einerseits das Ziel der Nachwuchsspieler sein, sich im Profi-Kader bei Carlo Ancelotti zu zeigen. Durch die Reise wurden aber andererseits die Ambitionen von Tim Walter und seiner Mannschaft ausgebremst. Nach einer ohnehin schon kurzen Vorbereitung auf die neue Spielzeit ist es für einen neuen Trainer nicht einfach, Mechanismen und Abläufe einzustudieren, wenn der halbe Kader für mehrere Tage nicht in München ist. 

Zwei Spiele wurden wegen der Asien-Reise der Profis verlegt, beide wurden inzwischen nachgeholt, doch die Ergebnisse waren überschaubar. Nach der Rückkehr gab es im ersten Spiel ein 2:2 gegen Aufsteiger Unterföhring. Nach den Siegen gegen die ambitionierten Schweinfurter und den VfB Eichstätt konnte man noch beim Unterföhring-Spiel noch von einem Ausrutscher sprechen, doch dann folgten das Unentschieden beim VfR Garching, die Heimpleite gegen Aufsteiger Pipinsried und das Remis gegen die Reserve aus Fürth. 

Um überhaupt noch einmal im Aufstiegskampf mitmischen zu können, muss die Elf des Trainerduos Tim Walter und Tobi Schweinsteiger eine Serie starten. Doch ob das reicht? Wer den TSV 1860 in den letzten Spielen gesehen hat, weiß, der Löwen-Express nimmt immer mehr an Fahrt auf. Ein großer Vorteil im Vergleich zum Erzrivalen von der Säbener Straße ist, dass mehr als drei Spieler über 23 Jahren auf dem Spielfeld sein dürfen. Spieler wie Sascha Mölders, Timo Gebhart, Jan Mauersberger oder Markus Ziereis heben sich vom Niveau der Regionalliga deutlich ab. Bleiben die "Stars" der Blauen in Form und gesund, wird der Traum von der 3. Liga wohl noch mindestens ein weiteres Jahr auf sich warten lassen. 

Quelle: fussball-vorort.de

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