José Antonio Espina (As)

Experten-Kolumne von spanischem Journalisten: Deswegen ist der FC Sevilla noch so gefährlich

Auch wenn der FC Bayern durch das 2:1 im Hinspiel in Andalusien eine gute Ausgangsposition hat: Abschreiben sollte man den FC Sevilla nicht. As-Redakteur José Antonio Espina erklärt warum.

Sevilla - Der Stierkampf war und ist in Sevilla Teil unserer Kultur. Daher verwundert es nicht, dass sich auch im sevillanischen Fußball so manche Metapher aus der Welt des „Toreo“ findet. Über Sevilla FC hieß es zuletzt: Die Mannschaft taumelt zwischen dem großen Tor oder der Krankenstation. Will heißen: Zwischen dem größtmöglichen Triumph, bei dem der Torero auf Schultern durch das große Tor der Arena getragen wird, und dem größtmöglichen Fiasko, der meistens in der örtlichen Klinik endet. In etwa so lässt sich der Status quo der Sevillistas beschreiben.

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In der laufenden Saison hat der fünffache Europa-League-Sieger bereits unter Beweis gestellt, dass er imstande dazu ist, Mannschaften wie Atlético Madrid aus dem Pokal oder Manchester United aus der Champions League zu werfen. Gleichzeitig hat die Mannschaft von Trainer Vincenzo Montella aber auch gezeigt, dass sie wie vergangenen Samstag in der Liga mit 0:4 in Vigo untergehen kann. Es ist nicht das erste Mal in der laufenden Spielzeit, dass Sevilla mit einer Packung nach Hause fährt. Sollte ein Trendwechsel in den restlichen sieben Spieltagen ausbleiben, läuft die Mannschaft aus dem Stadtteil Nervión sogar Gefahr, die Qualifikation für die Europa League zu verpassen.

Für den FC Bayern kann dieser Zustand aber nur eines heißen: Achtung!

Heute Abend werden die Münchner in der Allianz Arena auf eine Mannschaft treffen, die unvorhersehbarer nicht sein könnte. Der Klub ist in seinem Stolz getroffen – und der Grund dafür liegt größtenteils beim Klub selbst. Bei der Zusammenstellung eines Kaders, der nicht imstande dazu gewesen ist, auf drei Hochzeiten gleichzeitig zu tanzen, und im Vergleich mit der Elite dieses Sports gnadenlos untergeht. Im Sturm erzielen weder Muriel noch Ben Yedder die nötigen Tore, im Tor wurde Stammtorwart Sergio Rico vom Trainer nach schwachen Vorstellungen von Ersatzkeeper David Soria ersetzt, der nun wiederum in Vigo einen pechschwarzen Tag erwischte.

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Aber: All dem Pessimismus zum Trotz darf man eines nicht vergessen. Sevilla verfügt nach wie vor über Spieler wie Banega, N’Zonzi, Sarabia, Escudero oder Lenglet, die noch immer über jenes Siegergen verfügen, das Sevilla vor Kurzem zu fünf Titeln in der Europa League geführt hat und zu Triumphen in Stadien wie dem Wanda Metropolitano oder dem Old Trafford geführt hat. Nur ein Tipp: Bayern sollte den Matador aus Sevilla auf keinen Fall unterschätzen, sonst ist es letzten Endes womöglich die Münchner Mannschaft, die auf die Hörner genommen wird.

José Antonio Espina

Rubriklistenbild: © dpa / Miguel Morenatti

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